© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 27. Mai 2000


Michels Stammtisch: Schöne Aussichten

Der Stammtisch im Deutschen Haus fühlt sich voll bestätigt: wenn SPD und FDP in Berlin zusammengehen, steht die CDU statt "mitten im Leben" voll daneben und das für ziemlich lange Zeit. Den bürgerlichen Wählern wird eine FDP-gebremste SPD immer noch besser gefallen als eine Union mit grünem Fischer-Motor, den einzubauen Heiner Geißler seiner Partei empfiehlt. Der Stammtisch wartet nun darauf, daß Geißler auch die kommunistische PDS ins schwarzgrüne Volksfront-Bündnis einbezieht.

Der Stammtisch hört auch den genialen Unions-Strategen Peter Hintze trapsen, der prompt dem grünen Fischer auf dessen Europa-Leim ging. Eilfertig offerierte er diesem im gleichen Augenblick "Gemeinsamkeit", in dem Fischers grüne Schwester Antje Vollmer die sudetendeutschen Heimatvertriebenen in der Terminologie tschechischer Nationalisten beschimpfte. Der Stammtisch ärgert sich grün und schwarz darüber. Er fragt sich nur, wie lange die CSU dem grünen Flirt ihrer Schwesterpartei zusieht.

Ärgern tut sich der Stammtisch auch über den Euro, der fällt und fällt und fällt. "Selbst dran schuld", sagen die einen und fragen: "Warum haben sich die Deutschen nicht gegen die Währungspanscherei gewehrt und sich von Kohl und der schwarz-rot-grün-gelben Koalition über den Tisch ziehen lassen?" Die anderen am Stammtisch reagieren mit bitterer Ironie, so wie die über 43 Prozent Nichtwähler in Nordrhein-Westfalen, welche die größte deutsche Massenpartei verkörpern: "Wenn der Euro in sieben Monaten um 20 Prozent gefallen ist, wird er bis Ende 2003 ganz verschwunden sein, und wir sind ihn wieder los." Alles in allem: Schöne Aussichten!