© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 27. Mai 2000


Leipzig – Stadt der Museen
Einzigartiges Spektrum einer reichen Kulturlandschaft

Seit Herbst 1993 zieht eine Ausstellung durch die Lande, mit der die Stiftung Ostdeutscher Kulturrat in Bonn "Große Deutsche aus dem Osten" vorstellt. Noch bis zum 13. Juni wird diese sehenswerte Schau im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig, Schongauer Straße 17, zu sehen sein (montags und dienstags 8 bis 16 Uhr, mittwochs und donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr). Wer also Gelegenheit hat, vor oder nach dem Deutschlandtreffen sich Leipzig genauer anzusehen, der wird vielleicht auch diese Ausstellung aufsuchen.

Das einzigartige Spektrum der Leipziger Kulturlandschaft wird nicht zuletzt auch deutlich durch die Vielfalt der Museen, die diese Stadt beherbergt. So ist das "Leipziger A bis Z" schon bemerkenswert, reicht es doch von der Antike bis hin zu Zinnfiguren. Im Antikenmuseum der Universität Leipzig (Alte Nikolaischule, Nikolaikirchhof), einer der ältesten und bedeutendsten Einrichtungen ihrer Art, kann man eine umfangreiche Schau- und Lehrsammlung bestaunen. Das Ägyptische Museum (Schillerstraße) besitzt rund 9000 bedeutende Originale und ist die älteste Sammlung an einer deutschen Universität.

Leipzig wäre nicht Leipzig, würde die Stadt nicht auch ein Bach-Museum (Thomaskirchhof) und ein Buch- und Schriftmuseum beherbergen. 1884 vom Zentralverein für das gesamte Buchgewerbe gegründet, ist dieses Museum das älteste seiner Art und zeigt u. a. die Geschichte der Schrift, der Beschreibstoffe, des Einbandes, der Buchherstellung und des Buchhandels.

Als Kuriosum mag das Deutsche Kleingärtnermuseum (Aachener Straße) gelten, das auf dem Gelände des ältesten deutschen Schrebervereins (gegründet 1814) errichtet wurde. Das älteste erhaltene Café-Restaurant Europas ist das Haus Zum Arabischen Coffe Baum (Kleine Fleischergasse). Nach umfassender Restaurierung kann man nun wieder 500 ausgewählte Exponate aus 300 Jahren sächsischer Kaffee-Kulturgeschichte bestaunen. Als älteste deutsche Literaturgedenkstätte gilt das Schillerhaus in Leipzig-Gohlis (Menckestraße), wo der Dichter einige Monate verbrachte.

Neben dem Museum für Kunsthandwerk, dem bekannten Grassimuseum (Johannisplatz), dem Musikinstrumenten-Museum (Täubchenweg) mit 5000 Exponaten aus fünf Jahrhunderten, dem Mendelssohn-Haus (Goldschmidtstraße), dem Museum der bildenden Künste (Grimmaische Straße) mit einer einzigartige Sammlung von Cranach-Bildern, dem Naturkundemuseum (Lortzingstraße), dem Stadtgeschichtlichen Museum im Alten Rathaus (Markt), dem Sportmuseum (Friedrich-Ebert-Straße) und dem Sächsischen Apothekenmuseum (Thomaskirchhof) sei schließlich noch das Torhaus Dölitz (Helenenstraße) erwähnt, das ebenso wie das Rittergut Dölitz 1813 in der Völkerschlacht heftig umkämpft wurde. Rund 150 Zinnfigurenschaubilder u. a. zu dieser Schlacht und zu den Befreiungskriegen machen diese Schau zur schönsten Zinnfigurenausstellung Deutschlands. – Ohne Zweifel: Leipzig ist eine Reise wert! Silke Osman