© Das Ostpreußenblatt  / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 13. Januar 2001


Kontaktrunde:
"Frankfurter Tafelrunde"
Exklusiver Kreis gegen "Vermassungstendenzen"

Der Begriff "Tafelrunde" hat seinen bleibend guten Klang von der Tischgesellschaft des König Artus, wo sich die weisen und charakterstarken Männer der altenglischen Sagenwelt zusammenfanden. Die Tafelrunde unserer Tage trifft sich in einer Frankfurter Jugendstilvilla. Bereits 1953 gegründet als ein "Kreis von Herren, die sich zur Fortbildung auf vielen Wissensgebieten und zur Pflege der Geselligkeit zusammengefunden haben" (Selbstdarstellung), sehen sich die Mitglieder und Gäste am letzten Freitag eines jeden Monats zwischen Oktober und Mai zum Vortrag mit Gespräch. Der Tafelrunde ähnlich ist die Winterakademie der Regina Freifrau von Schrenck-Notzing in München, ansonsten gibt es dergleichen kaum noch in Deutschland.

Ihre Grundsätze, 1967 aufgeschrieben, stellen Konservatismus in der reinsten Form dar und verdienen schon der Formulierung wegen zitiert zu werden: "Der Tafelrunde liegt die Pflege guter Überlieferung und die Vertiefung der Persönlichkeit am Herzen. Sie bekennt sich zum Begriff des gebildeten Abendländers, der den Wert der guten Erziehung, der inneren Vornehmheit und des Herzenstaktes zu schätzen weiß. Ihre Mitglieder sind der Ansicht, daß durch die Pflege dieser zeitlos gültigen Werte den Vermassungstendenzen zumindest im eigenen Kreis entgegengewirkt werden kann." Mit anderen Worten: die Tafelrunde erhebt einen elitären Anspruch, sie achtet auf die ganze Persönlichkeit ihrer Mitglieder. Entsprechend ist das Ambiente: Die über fünfzig Teilnehmer sitzen an mehreren runden Tischen zu einem Abendessen, dem der jeweilige Vortrag folgt. Gepflegte Kleidung ist verbindlich. Bei den Referenten handelt es sich zumeist um deutsche Wissenschaftler (meist Professoren) und Publizisten. In den letzten Jahren traten neben vielen anderen auf: Hans-Helmuth Knütter, Josef Schmid, Bernd Rüthers, Karlheinz Weißmann, Gerd Schulze-Rhonhof, Gerhard Löwenthal. Die Vizekanzlerin Österreichs, Riess-Passer, eröffnet mit ihrem Vortrag die Tafelrunde des Kalenderjahres 2001. Jeder Rede schließt sich eine ausführliche Diskussion mit Fragen an den Referenten an.

Die Tafelrunde ist eine Institution mit drei Organen: Gesamtheit der Mitglieder, Vorstand und Senat. Der Vorstand (Vorsitzender: Dr. Wolfgang Bodenstedt) führt die Tafelrunde, organisiert die Veranstaltungen und entscheidet mit dem Senat über die Aufnahme neuer Mitglieder. Der Senat prüft außerdem die Rechnungsauslegung des Schatzmeisters und steht dem Vorstand mit Ideen zur Seite.

Die Mitglieder sowie interessierte Personen werden schriftlich zu den Veranstaltungen eingeladen und können Gäste mitbringen. Wer über einen längeren Zeitraum teilgenommen hat, dem tragen Vorstand und Senat die Mitgliedschaft an. Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliedsbeiträge.Stefan Winckler