© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 30. Juni 2001


Plattdeutsch gepflegt
Vor 125 Jahren wurde Erminia v. Olfers geboren

Mein Pegasus ist bloß ein Kunterchen", soll Erminia von Olfers-Batocki einmal anerkennend zu Agnes Miegel gesagt haben. "Ihrer ist ein edler Trakehner!" Agnes Miegel soll daraufhin lachend erwidert haben: "Aber wenn unsere plattdeutschen Pegasusse Wettrennen machen, dann gewinnt Ihrer bestimmt!" – Wer war diese Frau, die sich ihr Leben lang dafür eingesetzt hat, daß die plattdeutsche Sprache ihrer Heimat rein erhalten und überliefert wird? "Sprecht Hoch oder Platt, aber kein Mischmasch", forderte sie ihre Landsleute immer wieder unverblümt auf. Eine Forderung, der sie in ihren Gedichten, Märchen und Spielen selbst stets nachkam (siehe auch die Beiträge auf der Seite "Unterhaltung").

Geboren wurde Erminia von Olfers-Batocki vor 125 Jahren am 29. Juni 1876 auf Groß Ratshof vor den Toren Königsbergs. Ihre Kindheit verbrachte sie auf Tharau, der Heimat ihrer Mutter. Schon früh zog sie sich dort zurück, um alles niederzuschreiben, was ihr am Herzen lag, was sie erlebte und erfuhr. Ihre Ehe mit Hans von Olfers brachte sie 1924 auch wieder nach Königsberg, wo sie die Lokalredaktion "Der Ostpreußischen Hausfrau" leitete, wo sie aber auch in den Archiven stöberte und das kulturelle Leben der alten Krönungsstadt in vergangenen Jahrhunderten erforschte. Ergebnis dieser intensiven Forschungen war denn schließlich die über hundert Jahre umfassende Familiengeschichte "Das Taubenhaus", ein Roman über Leben und Wirken ihrer eigenen Vorfahren (1986 bei Weidlich in Würzburg erschienen, nachdem er 1968 von Tochter Hedwig v. Lölhöffel im Selbstverlag herausgegeben worden war). Dieses erste Erscheinen des Romans hat Erminia von Olfers-Batocki nicht mehr erleben dürfen. Sie starb am 14. Dezember 1954 in Bad Harzburg, wohin sie nach der Flucht aus Tharau 1945 gelangt war. Man

Erminia v. Olfers-Batocki: In Erzählungen, Romanen und Märchen das heimatliche Platt gepflegt