© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 22. Dezember 2001


Die ostpreußische Familie
Leser helfen Lesern
Ruth Geede

Lewe Landslied,

in unserer weihnachtlichen Extra-Familie berichte ich über Dora Flak, weil ihre Geschichte zu den schönsten dieses Jahres gehört. Kurz vor dem Fest kam noch ein Brief von ihr, und er ergänzt das Geschilderte aus der persönlichen Sicht unserer Heimatgefährtin, die erst so spät nach Deutschland kommen konnte. Sie bedankt sich bei allen Leserinnen und Lesern, die ihr geschrieben haben, vor allem bei den ehemaligen Schulkameraden aus der Königsberger Schröderstraße. Inzwischen haben sich auch an ihrem neuen Wohnort Kontakte ergeben, denn sie ist nun Mitglied im Chor der Spätaussiedler und Migranten des Arbeitslosenverbandes Schwerin. Als sie beim Ostpreußentreffen in Rostock sangen, bekam Dora Flak Kontakt zur Königsberger Gruppe. Sie schreibt: „Dieses Treffen in Rostock und die vielen Briefe tun mir so gut. Sie helfen mir wie die Chorarbeit auch beim Wiedererlernen meiner Muttersprache, die ich so viele Jahrzehnte nicht sprechen durfte. Ich danke von Herzen und wünsche Euch allen frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr.“

Die Wünsche dieser Frau, die erst im Rentenalter zu Vaterland und Muttersprache heimfinden konnte, sollen für die vielen guten Wünsche und Danksagungen stehen, die ich aus unserm Leserkreis erhalten habe. Ich gebe sie an meine ostpreußische Familie und ihren Freundeskreis weiter, denn ohne diese wirklich „einmalige“ Mithilfe sind die großen und kleinen Erfolge nicht denkbar, die unsern Ruf weit über den festen Leserkreis hinaus in alle Welt tragen, mehr als je zuvor. Aber für die vielen Fragen und Wünsche braucht man schon jede Menge Mühe und Geduld. Und um diese bitte ich alle, die uns ansprechen oder angesprochen werden.

Ausgelöst wurde diese Bitte durch eine E-Mail, die ich von Beate Szillis-Kappelhoff erhalten habe. Sie hilft vielen Leuten bei der Ahnenforschung, vor allem jungen Menschen, die vollkommen ratlos sind. Frau Szillis-Kappelhoff gibt dann oft den Tip, einfach im Telefonbuch nach den gewünschten Namen zu suchen. Nun wurde sie von einem jungen Mädchen ganz entsetzt gefragt, ob die Ostpreußen alle so unfreundliche Menschen seien, die auf Fremde abwehrend reagierten. Frau Szillis-Kappelhoff: „Ich konnte die Schreiberin beruhigen, daß wir eigentlich recht umgänglich seien, daß es aber unter uns eben auch „Gnatzköppe“ gebe. Meine Bitte jetzt konkret: Würden Sie Ihre Leserinnen und Leser bitten, recht freundlich zu reagieren, falls sie einmal von jungen, unerfahrenen Ahnenforschern angerufen werden. Es wäre schade, wenn wir unsern Nachwuchs verprellen würden!“

Auch ich habe es mitunter mit solchen „Gnatzköpfen“ zu tun. Manchen Ungeduldigen muß ich besänftigen, der sich schon zwei Wochen nach seiner brieflich geäußerten Bitte beschwert, daß sein Wunsch noch nicht erschienen sei. Andere sind ungehalten, wenn nicht gleich ein Echo erfolgt, oder sie beschweren sich, daß ihre Fragen nicht veröffentlicht wurden - was zwar längst erfolgte, aber sie hatten Das Ostpreußenblatt nicht gelesen. Was manchmal nicht verwunderlich ist, wenn sie unsere Zeitung als später Mitleser aus vierter Hand bekommen oder sie nur vom Hörensagen kennen. Bitte, liebe Leserinnen und Leser, die Sie nicht Abonnenten unseres Ostpreußenblattes sind, überlegen Sie sich, ob sie statt „Mitleser“ nicht „Mitbezieher“ sein wollen und können.

Mein Weihnachtswunsch gilt unserer ganzen großen Ostpreußischen Familie: Ein frohes Fest und ein friedliches neues Jahr im herzlichen Mit- und Füreinander!

Eure

Ruth Geede