© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 23. März 2002


Charmanter Filmliebhaber
Zum 100. Geburtstag von Gustav Fröhlich

Am 21. März hätte der fesche Dragoner des deutschen Films seinen 100. Geburtstag begehen können. Lassen wir uns zur Erinnerung einige Stationen seines Lebens Revue passieren: In Hannover 1902 geboren, hat Gustav Fröhlich im ganzen 19 Stummfilme gedreht, darunter Fritz Langs weltberühmten Streifen "Metropolis" (1927). Seine Tonfilmzeit begann er als Partner von Liane Haid in "Der unsterbliche Lump". Im November 1930 fuhr Gustel - wie Freunde ihn nannten - mit mehreren anderen deutschen Schauspielern - darunter Heinrich George, Anton Pointner, Gustav Diessl, Dita Parlo - nach Hollywood. Warner Brothers hatten ihn für zwei Filme verpflichtet, in denen Dita Parlo seine Partnerin war: "Kismet" und "Die heilige Flamme."

Im Frühjahr 1931 erreichte ihn ein Kabel der Ufa, und er verließ das schöne Kalifornien, das ihn zwar sehr interessiert und landschaftlich entzückt hatte, aber künstlerisch nicht befriedigte, um bei der Ufa "Voruntersuchung" mit Albert Bassermann zu drehen. Während dieses Films lernte er Gitta Alpar kennen, mit der er sich ein Jahr später verheiratete. Bereits Weihnachten 1934 wurde die Scheidung von der Alpar ausgesprochen, die ihm inzwischen noch die Tochter Julicka geboren hatte.

In "Barcarole" (mit Lida Baarova), "Nacht der Verwandlung", "Stradivari", "Ein Teufelskerl", "Liebesleute", "Es flüstert die Liebe", "Die unmögliche Frau" und "Die Entführung" entwickelte er den charmanten Filmliebhaber, serviert in prächtigen Uniformen, Livreen oder im Frack. Sein frisches Draufgängertum, das gute Aussehen und sicherlich auch schauspielerische Gewandtheit kultivierten seine absolute Popularität. Den sympathischen Lebemann, blond und blauäugig, verehrten die Frauen. Für "Rakoczy-Marsch" (1933, mit Camilla Horn) sowie "Abenteuer eines jungen Herrn in Polen" (1934) folgte er als Hauptdarsteller seinen eigenen Regieanweisungen. Im Reich der Legende: Er versetzte Goebbels wegen einer Meinungsverschiedenheit über die Filmschauspielerin Lida Baarova - Fröhlichs damalige Lebensgefährtin - angeblich eine Ohrfeige.

Nach dem Krieg stand sein Name insbesondere in den 50er Jahren als Schauspieler ("Die Sünderin", "Haus des Lebens", Ehe für eine Nacht") und Regisseur ("Die Lüge", "Torreani", "Seine Tochter ist der Peter") erneut im Scheinwerferlicht. Im Jahr 1973 wurde Fröhlich für sein langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film mit dem Filmband in "Gold" ausgezeichnet.

Er heiratete in zweiter Ehe Maria Hajek und lebte zuletzt in Brissago am Lago Maggiore. 1983 erschienen seine Memoiren "Waren das Zeiten. Mein Film-Heldenleben."

Gustav Fröhlich, der einstige Herzensbrecher des deutschen Films, starb am 22. Dezember 1987 in Lugano nach einer Prostata-Operation, 14 Tage nach dem Tod seiner Ehefrau. Freunde aber sagten: "Der Gustav starb an gebrochenem Herzen." kai-press

Gustav Fröhlich: Liebling der Frauen (hier mit Zsa Zsa Gabor in "Ball der Nationen") Foto: Archiv kai-press