© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 23. März 2002


Leserbriefe

Sehnsucht nach Heimat und festen Werten

Betr.: Folge 8 - "Preußens Wiedergeburt"

Nun ist ein Streit entbrannt zwischen Befürwortern und Gegnern der Idee, ein mögliches neues Bundesland Berlin-Brandenburg Preußen zu nennen. Die Preußenhasser weisen immer wieder auf die negativen Seiten Preußens hin und auf Befürchtungen des Auslandes. Die Befürworter Preußens propagieren ein modernes fortschrittliches Preußen.

Es ist in letzter Zeit festzustellen, daß sehr viele Menschen gerade in Mitteldeutschland genug haben von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, dem Unvermögen der Parteien, dem Werteverfall, der Korruption, der Kriminalität, der Spaßgesellschaft, die auf Moral und Anstand pfeift. Früher hieß es einmal: "Gemeinnutz geht vor Eigennutz." Schon der alte Fritz hatte es auf den Punkt gebracht, als er sagte: "Es ist mir egal, ob einer Jude, Christ, Moslem oder Heide ist, solange er nur sein Bestes gibt und seine Pflicht gegenüber seinem Vaterland erfüllt, soll jeder nach seiner Fasson selig werden". Heute hingegen wird es von vielen schon als Sport und Selbstverständlichkeit angesehen, den Staat möglichst gründlich zu bescheißen.

Es wächst im Lande eine Sehnsucht nach echten Werten, nach Stabilität und Verläßlichkeit, nach einem Staat, der all seinen Bürgern ein Leben in Würde, Freiheit und Ordnung garantiert und auf den man sich verlassen kann. Ein Staat, in dem die preußischen Tugenden Ehrlichkeit, Disziplin, Fleiß, Sauberkeit, Treue, Pflichtbewußtsein und Tapferkeit sowie unerschütterlicher Glaube und Optimismus Selbstverständlichkeit werden. Das aber ist Preußen. Vor so einem preußischen Bun-desland muß doch wirklich niemand Angst haben, ganz im Gegenteil, es könnte beispielgebend werden.

Die in der Bevölkerung vorhandene Sehnsucht nach einer Heimat, einem Staat, mit dem man sich identifizieren kann, ist eine reale Chance für ein modernes, neues Preußen. Lohnt es sich nicht, für ein solches Ziel zu leben und zu kämpfen? 

Bernhard Ax, Halle-Neustadt

 

 

Ostpreußenliebe

Betr.: Ostpreußenblatt

Ich finde Ihre Zeitung ganz großartig. Obwohl ich durch und durch Schwabe bin, habe ich seit meiner Jugendzeit eine Liebe zu Ostpreußen entwickelt, die ich nicht erklären kann, die mir innerlich aber sehr viel gibt. Ich werde Ihre Arbeit weiter im Internet verfolgen und wünsche Ihnen für Ihre Arbeit alles Gute.

Möge Ostpreußen, seine Geschichte und seine Kultur den Menschen in Deutschland für immer im Bewußtsein bleiben!

Richard Baumann, Ellwangen

 

 

Privatfernsehen macht dumm

Betr.: Folge 7 - "Fernsehen - Geschäft mit dem Schund"

Dieser Artikel war schon längst fällig. Man fragt sich aber, warum erst jetzt, nachdem Leute wie Leo Kirch mit dem Rücken zur Wand stehen.

Wie schön, daß durch den Magnaten Arbeitsplätze geschaffen wurden, womöglich auch noch in Deutschland, muß das aber nur durch Schmutz und Schund möglich sein? Man fragt sich weiterhin, wer eigentlich hinter diesem ganzen "Medienzauber" agiert und ein ursächliches Interesse daran hat, das deutsche Volk zu verblöden, umzuerziehen und damit politisch auszuschalten. Die Antwort ist trivial. Es gibt Länder auf dem Globus, wo die Menschen ohne Werbung nicht wüßten, was sie essen und trinken sollten und somit verhungern würden. Dort entwickelt sich die konsumierende Masse zurück zum Neandertaler, welcher allerdings bezüglich Intelligenz, Weisheit und Kultur höher anzusiedeln ist. Auf den Punkt gebracht: Von Amerika in dieser Sache lernen heißt siechen und nicht siegen. Der Maximalprofit läßt grüßen, denn die Profiteure sitzen auch in Deutschland. Nachdem sich die Amis nun auf Asien "eingeschossen" haben und ihr Geld lieber dorthin schaffen (Robert Murdoc), gerät Europa zusehends in Schwierigkeiten.

Es gab nur wenige Leute (wie Friedrich Nowottny, der ehemaliger Intendant des WDR), die vehement das private Fernsehen bekämpft haben. Zur Rettung vom Ostpreußenblatt sei gesagt, daß es ausgesprochen informativ ist und sich vom Heimatblatt zur allgemeinen Zeitung entwickelt hat, was eine beachtenswerte Leistung darstellt. Unter Herrn Mahlitz' Ägide wurde der Ton schärfer und präziser, weiter so.

Ralf Stenzel, Dresden

 

 

Auch Brandenburg hat Geschichte

Betr.: Folge 8 - "Preußens Wiedergeburt"

Vielleicht sollte ja ein Rheinländer schweigen, wenn es um Preußen geht, aber einerseits gehört Preußen zur Geschichte der Deutschen und andererseits kann es dem Ostpreußenblatt nicht schaden, auch die Stimme eines Nichtpreußen zu vernehmen.

Ich habe mit einer gewissen Verwunderung von den Vorschlägen, ein neu zu bildendes Bundesland Preußen zu nennen, Kenntnis genommen und lehne solchen Vorschlag ab, denn das Gebiet um Berlin gehörte immer zur Mark Brandenburg, und die Markgrafen, später Kurfürsten von Brandenburg waren ja auch keine unbedeutenden Männer. Hier ist vor allem an Friedrich Wilhelm, den Großen Kurfürsten, zu denken, der nach der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges eine Politik betrieb, die für heutige politisch Tätige noch vorbildhaft sein könnte.

Ansonsten möchte ich noch anmerken, daß ich Ihre Zeitung gerne lese und als aufmunterndes Zeichen in einer sonst recht trüben Epoche sehe. Machen Sie weiter so! 

Carl Günter Koch, Mainz

 

 

Medien verbreiten ungestraft Halbwahrheiten

Betr.: Folge 7 - "Geschichte muß halt ins Klischee passen"

Es muß für unsere nachgeborenen "Intellektuellen" sehr schmerzlich sein, daß Günter Grass mit seiner Novelle an das Schicksal der Vertriebenen erinnert und damit vom Kurs der "Anständigen" abweicht! Wie schön hatte man doch alles eingepackt; wie schön war es doch, das Volk mit Halbwahrheiten zu füttern!

Auch der NDR sollte schnellstens "Klarschiff" machen und endlich aufhören, uns Zeitgeschichte nur einseitig zu präsentieren. Vielen Dank daher für Ihren Bericht unter der Rubrik "Vergangenheitsbewältigung", mit dem Sie von den Lügen berichten, derer sich Hans Georg Hess erwehren muß.

Als Sechzehnjähriger kam ich im Mai 1945 in Gefangenschaft. Ich danke Gott, daß ich das Kriegs-

ende erleben konnte und dabei nicht von den Russen "befreit" wurde. Ich danke auch den Amerikanern und den Engländern, daß sie die Auflösung der militärischen Verbände geordnet und diszipliniert vollzogen. Ohne unsere bewährten Vorgesetzten wären wir Jugendlichen absolut hilflos denjenigen ausgeliefert ge- wesen, die das Chaos solcher Zeiten immer rücksichtslos ausnutzen.

Wer sich heute im nachhinein als Moralapostel aufschwingen will, kann mir nicht imponieren. Dagegen bin ich im Rückblick vielen Offizieren dankbar, die diszipliniert und fürsorglich uns das Überleben in dieser schwierigen Zeit ermöglichten.

Angewidert erinnere ich mich allerdings an diejenigen, die uns noch kurz vor Kriegsende mit Durchhalteparolen überschüttet hatten, dann aber mit einem schnellen Schwenk ihre späteren Karrieren in der Presse, beim Rundfunk und beim Fernsehen aufbauen konnten.

Es sind die Nachfolger und damit Schüler dieser "Propagandisten", die heute Hans Georg Hess eine Richtigstellung ihrer Reportage vom 19. September 2001 verweigern. 

Otto Kremer, Limburg

 

 

Das Deutsche Volk und seine Selbstkritik

Betr.: Folge 10 - "Das selektive Gedächtnis"

Zu der in Absatz 5 aufgeworfenen Frage, warum man in Deutschland als einzigem Land der Welt so rigoros eigene Untaten und Schuld plakatiert, soll sich Thomas Mann bereits 1919 geäußert haben: "Die Tatsache besteht, daß die deutsche Selbstkritik bösartiger, radikaler, gehässiger ist, als die jedes anderen Volkes, eine zügellose Herabsetzung des eigenen Landes nebst inbrünstiger, kritikloser Verehrung anderer." (Die Belegstelle ist mir leider nicht bekannt.)

Im übrigen: Herzlichen Dank für Ihr erstklassiges Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung, das ich - ein Westpreuße/Pommer und früherer Student in Königsberg - immer gerne erwarte.

Joachim Schulz-Weber, Adendorf

 

 

Alter Haß

Betr.: Folge 9 - "EU-Segen für Benesch & Co?"

In der Bibel steht, daß Wahrheit frei macht. Die Versöhnung zwischen Deutschland und Polen und Rußland verläuft seit Jahren in hoffnungsvollen Bahnen. Würden sich die tonangebenden Politiker in Tschechien auch darauf besinnen, daß Haß und Unrecht keine Wege sind, die in ein Europa des Friedens führen, und würden sich deutsche Politiker daran halten, Unrecht auch dort zu verurteilen, selbst wenn es nicht vom eigenen Land ausgegangen ist, könnte man froh in die Zukunft blicken. Peter Hild, Potsdam

 

 

Fußballspiel

Betr.: Folge 8 - "Eine bizarre Gruselgeschichte"

Dieser Artikel zeigt, daß unsere Medien sich anscheinend immer noch in höriger Info-Pflicht sehen - journalistische Sorgsamkeit im Sinne der Wahrheit und Objektivität bleiben da auf der Strecke.

Dr. Klaus Krech, Ahrensburg

 

 

Scharping als Witzblattfigur

Betr.: Folge 8 - "Zu spät"

Die Äußerung von Oberst Gertz, Scharping sei eine "Witzblattfigur", mag auf den ersten Blick ungehörig erscheinen. Jedoch: ungewöhnliche Situationen rechtfer- tigen ungewöhnliche Reaktionen.

Ich habe Oberst Gertz mehrfach bei Veranstaltungen als Vortragenden gehört. Kein Repräsentant der Bundeswehr bringt die mißliche Situation der Bundeswehr so deutlich zur Sprache wie er.

Ich habe die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Bundeswehr zu schauen, und kann so den Zustand der Armee von den 70ern bis heute vergleichen. Weder Kujat noch Scharping sagen der deutschen Öffentlichkeit klipp und klar, wie es um die Lage der Bundeswehr wirklich bestellt ist.

Bernd Dauskardt, Hollenstedt

 

 

 

Fototext: Vielseitiges Preußen: Viele anerkannte Gelehrte stehen für diesen Abschnitt deutscher Geschichte. Wilhelm von Humboldt, der Entwickler einer Universitäts- und Wissenschaftsidee (unten Mitte), Christoph Wilhelm Hufeland, Arzt und Schriftsteller, und Alexander von Humboldt, Naturforscher (untere Reihe), Karl Ritter, erster deutscher Professor für Geographie (darüber Mitte), Johann August Wilhelm Neander, Theologe, Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher, Theologe und Interpret wie Übersetzer antiker Philosophen (obere Reihe), und der große Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (oben Mitte). Lithographie von J. Schoppe

Thomas Mann: Er ist weltweit einer der bekanntesten Deutschen, der allerdings die Menschen seiner Heimat oft nicht verstand. Foto: Archiv