© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 23. März 2002


Im Dienste der Menschlichkeit
Vor 50 Jahren wurde das Kloster Altenberg durch einen Brand fast völlig zerstört
Zum 50. Mal jährt es sich, daß das Kloster Altenberg durch ein Großfeuer in der Nacht zum 16. März 1952 zerstört wurde.

Nur die Kirche, das Torhaus und das kleine, ehemalige Pflegeheim des alten Klosters, welches 1180 gegründet wurde, blieben verschont. Damals vereinigte ein Gottesdienst die in großer Zahl erschienenen Menschen und bewegten Vertreter der Gemeinden rings um den Altenberg. Angesichts der Trümmer berichtete die Heimleitung über den Hergang der Brandkatastrophe, die auf Unachtsamkeit zurückführen war. Kein Kind des damaligen Erholungsheims war zu Schaden gekommen.

Damit war seinerzeit eigentlich die Arbeit auf dem Altenberg zu Ende. Zum Wiederaufbau bestand wenig Neigung, da niemand wußte, woher das Geld kommen sollte. Ein von den Synodalvorständen Braunfels und Wetzlar eingesetzter Ausschuß sollte sich mit der Verwendung des Altenberg befassen und er tat es auch. Es war wohl mehr als ein Zufall, daß Altenberg als "Heim der wohltätigen Frauen" wiedererstanden ist.

In den Jahren 1953/55 fand das Königsberger Diakonissen-Mutterhaus der Barmherzigkeit hier eine neue Heimat. Jene Königsberger Diakonissen waren 1945 nicht geflüchtet, als die Russen nahten. Sie wollten ihre Kranken nicht im Stich lassen.

Von den über tausend Schwestern sind damals mehr als 250 gestorben. Die restlichen wurden in den Jahren 1947/48 mit den beiden Pfarrern ausgewiesen. Das Mutterhaus fand damals in Westberlin eine Bleibe, seine Schwestern aber arbeiteten sogleich wieder in Krankenhäusern und Gemeinden in ganz Deutschland. Berlin war jedoch eine Notlösung und man forschte nach einem geeigneten neuen Domizil.

Während man die verschiedenen Möglichkeiten prüfte, erfolgte die Einladung des Ausschusses der beiden Synoden zur Besichtigung des Altenbergs. Wie aus der Schrift "Kloster Altenberg an der Lahn" zu entnehmen ist, kamen ein Pfarrer und die Oberin der Königsberger Diakonissen im Mai 1953 zu einer Besichtigung auf den Altenberg und waren sich darüber im Klaren, daß dieses Kloster nach dem erfolgten Wiederaufbau Raum für rund 100 Schwestern-Wohnungen bieten würde.

Die fürstliche Rentkammer in Braunfels als Besitzerin des Klosters war mit einer langjährigen Verpachtung einverstanden und mit Eigenmitteln sowie finanzieller Hilfe des Landes Hessen sowie zahlreicher anderer Institutionen wurde das Kloster wieder aufgebaut. Anfang Juli 1955 konnte das neue Mutterhaus mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht werden.

Die Diakonissen widmen sich auch in der heutigen Zeit noch dem Dienst an ihren Mitmenschen in Krankenhäusern, in Alten- und Pflegeheimen. Eine weitere Aufgabe ist die Ausbildung von jungen Menschen für pflegerische und hauswirtschaftliche Aufgaben. F. M.