© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 06. April 2002


Machtvolle Sprache
Vor 20 Jahren starb Gertrud Papendick

Vor zwei Jahrzehnten starb eine Frau, deren schriftstellerisches Werk sich durch eine machtvolle Sprache auszeichnete und das vor allem wegen der einfühlsamen Beschreibung der ostpreußischen Heimat noch heute geliebt wird. Gertrud Papendick wurde am 28. März 1890 als viertes von fünf Kindern des Kaufmännischen Direk- tors der Brauerei Ponarth in Königsberg geboren. Als ihre eigentliche Heimat aber betrachtete sie stets Cranz. Sie liebte die See, den Strand, den Ufersteg. Bereits mit sieben Jahren schrieb sie ihr erstes Gedicht; 1913 wurde ihre erste Kurzgeschichte in der Scherlschen "Woche" veröffentlicht. Es sollten weitere folgen, auch für die "Königsberger Allgemeine Zeitung".

36 Jahre lang hat Gertrud Papendick im Schuldienst gewirkt, zunächst in Königsberg, von 1947 bis 1951 in Uelzen (als Konrektorin). Immer wieder aber fand sie auch die Zeit und die Kraft zu schreiben. Ihre Kurzgeschichten sind in Anthologien, Zeitschriften und auch im Ostpreußenblatt veröffentlicht worden. Sie fanden einen ebenso großen Leserkreis wie ihre Bücher: "Die Kan-ther-Kinder", "Wo der Birnbaum stand", "Das war unsere Stadt", "In jenem fernen Sommer" - Titel, die den Hauch der Heimat ahnen lassen. Leider sind sie allesamt heute vergriffen.

Schwimmen und Reiten waren zwei weitere Leidenschaften der waschechten Ostpreußin. Ihr "Ostpreußisches Reiterlied" aus dem Jahr 1925 zeugt von der Liebe zu den Pferden und wird auch heute noch gern gesungen. 1966 wurde Gertrud Papendick mit dem Ostpreußischen Kulturpreis ausgezeichnet; 1979 erhielt sie die Königsberger Bürgermedaille. Am 6. April 1982 starb sie im Alter von stolzen 92 Jahren in Hamburg. Os