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14.09.02 / Aus den Heimatkreisen

© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 14. September 2002


Aus den Heimatkreisen

Allenstein-Stadt

Kreisvertreter: Gottfried Hufenbach, Telefon (0 22 25) 70 04 18, Fax (0 22 25) 94 61 58, Danziger Straße 12, 53340 Meckenheim. Geschäftsstelle: Stadtgemeinschaft Allenstein, Telefon und Fax (02 09) 2 91 31, Vattmannstraße 11, 45879 Gelsenkirchen

Das 47. Jahrestreffen - Das Treffen findet vom 20. bis 22. September 2002 in Gelsenkirchen statt. Neben etwa 700 ehemaligen Allensteinern aus ganz Deutschland werden auch Gäste aus dem heutigen Allenstein erwartet. Das Treffen beginnt am Freitag, dem 20. September, mit der Versammlung der gewählten 25 Stadtvertreter, die unter anderem den Bericht des Vorstandes entgegennehmen und den Haushaltsplan sowie die neue Wahlordnung beschließen werden. Am Abend treffen sich ehemalige und heutige Bewohner der Stadt Allenstein im Kolpinghaus.

Sonnabend, der 21. September, ist der Tag der Hauptversammlungen. Den Auftakt bildet um 11 Uhr der ökumenische Gottesdienst in der Propsteikirche, in der sich auch die Gedenktafel für die Allensteiner befindet, die durch Flucht und Vertreibung ihr Leben verloren haben. Im Schloß Berge treffen sich die Allensteiner um 15 Uhr zur Eröffnungsfeier. Diese wird musikalisch vom bekannten Posaunenchor Erle umrahmt. Der Gelsenkirchener Knappenchor und eine Tanzgruppe aus Allenstein sind weitere Höhepunkte des Programms. Die Kapelle Oskar Delberg spielt anschließend zu Tanz und Unterhaltung auf. Zwischenzeitlich trägt der Sänger "BernStein" ostpreußische Lieder vor. Wie immer kann man auch Bücher über Allenstein und Ostpreußen, Ansichts- und Landkarten sowie ostpreußische Spezialitäten erwerben. Die Räumlichkeiten von Schloß Berg bieten aber auch die Möglichkeit, sich zum Schabbern, wie die Ostpreußen das persönliche Gespräch nennen, zurückzuziehen. Am Sonntag vormittag nach dem Gottesdienst haben die Besucher vor der Heimreise noch Gelegenheit, das Allensteiner Treudank-Heimatmuseum zu besichtigen.

Allenstein-Land

Kreisvertreter: Leo Michalski, Adolf-Westen-Straße 12, 42855 Remscheid, Telefon und Fax (0 21 91) 2 45 50. Geschäftsstelle: Gemeindeverwaltung Hagen a. T. W., Postfach 12 09, 49170 Hagen a. T. W., Tel. (0 54 01) 97 70

Stabigotten / Darethen - Mit Hilfe der Großgemeinde Stabigotten und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Warschau ist es der Kreisgemeinschaft ermöglicht worden, das historische Gedenkkreuz auf dem Blexberg (Feldherrenhügel) in Darethen zu erneuern. Der Felsblock aus alter Zeit, der aufgefunden werden konnte, dient wie ehedem als Fundament. Das weithin sichtbare Kreuz erinnert an die gewonnene Hindenburg-Tannenbergschlacht zwischen Hohenstein und Allenstein vom 28. August 1914. Im Januar 1945 hatten es die Sowjets beim Vorrücken aus Allenstein zerstört. Die Einweihung des neuen Gedenkkreuzes erfolgt am Sonnabend, dem 28. September 2002, um 10 Uhr an Ort und Stelle auf dem heutigen Parkplatz am Ortsausgang von Darethen zwischen Allenstein und Hohenstein. Sie wird vom Erzbischof Dr. Edmund Piszcz (Allenstein) unter Mitwirkung von Repräsentanten der evangelischen und der orthodoxen Kirche sowie Kanonikus Johannes Gehrmann (Kreisgemeinschaft) vorgenommen. Es werden Gäste der deutschen, polnischen und russischen Botschaften sowie des deutschen Konsulates, ferner der Wojewode, der Marschall und der Landrat aus Allenstein sowie die Bürgermeister des alten Landkreises und viele andere erwartet. Der Kreisvertreter und weitere Vorstandsmitglieder werden ebenfalls zugegen sein. Urlauber und Heimatverbliebene sind herzlich willkommen. Im Anschluß an die Kreuzsteineinweihung wird der Erzbischof die Einsegnung des Ehrenfriedhofes von Darethen vornehmen. Dieser liegt am Ortseingang aus Richtung Allenstein neben der alten Dorfstraße. Der alte Heldenfriedhof wurde ebenfalls von den Sowjets 1945 zerstört. Auf dem von der Gemeindeverwaltung Stabigotten im Jahre 1999 neu angelegten Friedhof ruhen gefallene deutsche und russische Soldaten aus der Schlacht vom 28. August 1914. Bilder vom Feldherrenhügel und vom Ehrenfriedhof finden die Leser in den Heimatjahrbüchern Nr. 25/1994, S. 91/92; Nr. 28/1997, S. 254 und Nr. 31/2000, S. 293.

Groß Kleeberg - Der Vorstand der Groß Kleeberger Lazarus-Station hat sich beim Kreisvertreter für die Publikation "Der Pfaffenkrieg in Gr. Kleeberg" im Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung (Folge 33/2002), Reihe "Aus den Heimatkreisen" bedankt und zugleich mitgeteilt, daß eine Besserung im Umgang mit dem Ortspfarrer eingetreten sei. Der Primas von Polen, Kardinal Joseph Glemp, einst Bischof in Allenstein, hat seine Teilnahme an dem Kirchenfest vom 12. bis 13. September 2002 in Gr. Kleeberg zugesagt. Während der Feierlichkeiten wird die neu errichte- te deutsch-polnische Jugendbegegnungsstätte, die auf dem Kirchengelände liegt, eingeweiht werden. Unser Pate, der Landkreis Osnabrück, hat sich an den Baukosten beteiligt.

Wartenburg/Hagen a.T.W. - Eine Feuerwehrgruppe aus unserer Patengemeinde Hagen hat Ende August unter der Leitung des Ehrenmitgliedes und Altbürgermeisters Hubert Große Kracht ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug (Löschwagen) nach Wartenburg gebracht. Die gewachsene Freundschaft der beiden Wehren wurde auf dem Bauernhof der Kreistagsangehörigen Anna Wagner in Wartenburg-Mokainen während eines Grillfestes vertieft.

Schüleraustausch - Die beiden Abschlußklassen (Kl. 10) der Gesamtschule Hagen verbrachten in Begleitung Hagener Lehrer, des Ehepaares Erika und Erwin Willert sowie Anne van der Veens und Klaus Bohms, eine zehntägige Schülerfreizeit in Stadt und Amt Wartenburg. Nach den Pensionierung von Lehrer Wolfgang Drechsler, der seit Mitte der 90er Jahre die Schülerfreizeiten vor Ort organisiert hatte, übernahm nun die Lehrerin der einen Abschlußklasse, Erika Willert, die Leitung des Projekts. Sie und ihr Ehemann kamen in unserer Heimat zur Welt, sie in Preußisch Eylau, er in der Nähe dieser Stadt. Die Hagener Schüler waren wie schon ihre Vorgänger im Landhotel Tumiany in Daumen, dort wo der Daddaifluß den Daumensee streift, untergebracht. Schüler und Lehrer wurden vom Wartenburger Bürgermeister Miroslaw Kulis im Kulturhaus (einst evangelisches Pfarr- und Gemeindehaus) herzlich begrüßt. Erstmals fanden Begegnungen mit den Schülern und Lehrern des neu entstandenen Wartenburger Gymnasiums, zu denen auch die aktive Anna Wagner-Rybinska gehört, statt. Die vor Jahren eingegangene Schulpatenschaft Realschule Hagen/Hauptschule Wartenburg/Barczewo erstreckt sich nun auf das Wartenburger Gymnasium. Das Besuchsprogramm der Schüler war ebenso umfangreich wie dasjenige der Vorjahre. Neu hinzu kam ein Ausflug nach Preußisch Eylau und zum dortigen Geserich-See, dessen Länge von nahezu 30 Kilometern bestens für Schiffsreisen geeignet ist. Ein eingehender Bericht folgt im Heimatjahrbuch. Die Kreisgemeinschaft hat als Dank für die jahrelange Unterstützung der Hagener während der Heimatkreistreffen aus ihrem Spendenaufkommen einen Zuschuß zur Finanzierung der Schülerreise geleistet. Die Schüler aus Wartenburg werden erst wieder im Jahre 2003 ihre Patenschaftsschule und der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald einen Besuch abstatten.

Eröffnung des Gymnasiums -Rechtzeitig zu Beginn des neuen Schuljahres Anfang September konnte das neu errichtete Schulgebäude teilweise bezogen und der Schulbetrieb dort aufgenommen werden. Von 24 Klassenräumen sind dreizehn fertiggestellt worden. Das Wartenburger Gymnasium ist derzeit das größte Bauprojekt in der Woiwodschaft Allenstein. Kostenträger ist die Stadt Wartenburg/Barczewo, die - anders als bei uns - auch der Arbeitgeber der Gymnasiallehrer ist. 60 Prozent des städtischen Haushalts entfallen auf Lehrergehälter und Unterhaltung der Schulen in der Stadt und im Amt. Zur Bewältigung dieser Aufgaben fließen der Stadtkasse staatliche Gelder zu. In den in Polen neu geschaffenen Gymnasien werden die Schüler bis zur 10. Klasse unterrichtet. Wer das Abitur, und damit die Hochschulreife, erlangen will, muß zum Lyzeum wechseln. Die Stadt Wartenburg, die heute in Stadt und Land 16.000 Einwohner zählt, strebt für die nächsten Jahre eine Vermehrung der Bürger auf 45.000 und die Schaffung eines Lyzeums an. Derzeit wird im Umland viel Bauland erschlossen. An der feierlichen Eröffnung des Gymnasiums war eine Delegation aus der Partnergemeinde Hagen a. T. W. vertreten.

Tod des Redakteurs Tadeus Rynkiewicz - Wie erst jetzt bekannt, verstarb im Frühjahr 2002 plötzlich und unerwartet der Redakteur der Wartenburger Wochenzeitung, Schulpsychologe Tadeus Rynkiewicz. Dieser hatte die Kreisgemeinschaft seit Anfang der 90er Jahre auf ihrem Weg der Verständigung und Versöhnung regelmäßig begleitet und den Lesern der Wartenburger Zeitung und gelegentlich auch der Allensteiner Zeitung die Ziele der Kreisgemeinschaft und ihrer Paten in Hagen und Osnabrück näher gebracht und über ihre Arbeiten und Leistungen in Wort und Bild berichtet. Wir verdanken ihm so manche Information.

Allenstein - Die Gesellschaft der Deutschstämmigen, AGMD, hat in der zweiten Augusthälfte für 50 deutschstämmige Schüler im Alter zwischen neun und 13 Jahren zwei zweiwöchige Ferienlager in der Heimat geleitet, eines an einem See bei Bansen im Kreis Rößel, das andere an der Ostsee. Die Kreisgemeinschaft Allenstein-Land hat aus eigenem Spendenaufkommen zur Finanzierung beigetragen.

Ebenrode (Stallupönen)

Kreisvertreter: Paul Heina­cher, Telefon (0 41 83) 22 74, Fax (0 41 83) 23 68, Lindenstraße 14, 21266 Jesteburg. Geschäftsstelle: Brigitta Heyser, Telefon (0 51 91) 97 89 32, Billungstraße 29, 29614 Soltau

Hauptkreistreffen am 14. und 15. September 2002 in der Stadthalle in Winsen (Luhe) - Erstmalig stehen der Kreisgemeinschaft zum Hauptkreis-treffen zwei wertvolle Ausstellungen der Kulturabteilung der Landsmannschaft Ostpreußen zur Verfügung: 1. "Der Weißstorch in Ostpreußen", 13 Bildertafeln (60x80), reich bebildert, farbig. Der Schwerpunkt liegt auf der volkskundlichen Betrachtung des Storches in Ostpreußen. Zur Vorinformation nachstehende Hinweise: Von der Vogelwarte Rossitten wurde 1934 die erste internationale Zählung des Weißstorch-Bestandes vorgenommen. Sie ergab 16.588 Brutpaare in Ostpreußen und weitere 1.682 im damals bereits zu Litauen gehörenden Memelgebiet. Im ganzen Deutschen Reich wurden 1934 insgesamt 30.730 Brutpaare gezählt; Ostpreußens Anteil betrug 54 Prozent. Nach den neusten Zahlen aus dem südlichen Teil Ostpreußens ist der Bestand dort gegenüber 1934 um etwa 24 Prozent zurückgegangen; er betrug 1984 rund 6.600 Brutpaare. Eingriffe des Menschen in die Lebensräume dürften die Ursache hierfür sein. Dennoch ist das südliche Ostpreußen heute die am dichtesten vom Weißstorch besiedelte Region Europas. Im nördlichen, heute russisch verwalteten Teil Ostpreußens war der Rückgang erheblich stärker; er betrug etwa 84 Prozent. 1991/92 wurden hier lediglich 1.200 Brutpaare ermittelt.

2. "Bernstein - Gold der Ostsee" - 25 Bildtafeln (60 x 80), schwarz-weiß und farbig. Entstehungsgeschichte und Bedeutung als Schmuckstein. Ursprung, Eigenschaften, Inklusen - Fenster zur Vorzeit, Gewinnung, Handel, Bernsteinkunst vom Mittelalter bis zur Neuzeit!

Gerdauen

Kreisvertreter: Dirk Bannick, Telefon (0171) 5 27 27 14. Geschäftsstelle: Karin Leon, Am Stadtgraben 33, 31515 Wunstorf, Telefon und Fax (0 50 31) 25 89

Kirchspielvertreter gesucht - Seit einiger Zeit ist die Position des Kirchspielvertreters in zwei Kirchspielen unbesetzt. Dies möchten wir schnellstmöglich ändern, damit wieder alle Landsleute unserer Heimatkreisgemeinschaft optimal betreut werden können. Hiermit bitten wir Sie, liebe Landsleute, um Ihre Mithilfe und Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Personen für diese verantwortungsvolle Tätigkeit in den Kirchspielen Groß Schönau und Nordenburg (hier ist eine von vier Stellen vakant). Auch für Karpowen (Karpauen) suchen wir nunmehr einen Kirchspielvertreter, da Herr Allies sein Amt schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen Ende September aufgeben muß. Wenn Sie jemanden kennen, der Freude am Umgang mit Menschen hat, für diese Aufgabe geeignet ist und auch bereit wäre, Verantwortung für unsere Landsleute zu übernehmen oder wenn Sie selbst bereit sind, ein Kirchspiel und dessen Landsleute künftig zu betreuen, melden Sie sich bitte bei Karin Leon (Am Stadt- graben 33, 31515 Wunstorf, Telefon und Fax (0 50 31) 25 89, E-Mail: leonkarin@aol.com). Frau Leon steht Ihnen auch gerne für Nachfragen und Anregungen zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Antworten und danken Ihnen für Ihre Mithilfe recht herzlich!

Johannisburg

Kreisvertreter: Gerhard Wippich, Karteistelle: Waitzstraße 1, 24937 Flensburg. Schrift­führerin: Sieglinde Falkenstein, Mackensenweg 7, 28832 Achim

Misker Treffen - Das Misker Dorftreffen findet am Sonntag, dem 29. September 2002, ab 10 Uhr in Hannover-Garbsen im Waldhotel statt. Wer schon am Sonnabend anreisen möchte, melde sich bitte bei Kurt Zwikla, Telefon (0 21 31) 4 83 33.

Königsberg-Stadt

Stadtvorsitzender: Klaus Wei­gelt. Geschäftsstelle: Annelies Kelch, Luise-Hensel-Straße 50, 52066 Aachen. Patenschaftsbüro: Karmelplatz 5, 47049 Duisburg, Tel. (02 03) 2 83-21 51

Hans-Schemm-Schule - Zu ihrem 9. Jahrestreffen kam die Schulgemeinschaft der Hans-Schemm-Schule im Groner Saal des Restaurants Eisenpfanne in Göttingen zusammen, wo Ernst Stoermer wieder eine große Teilnehmerzahl begrüßen konnte. Auch dieses Mal waren wieder einige "Neulinge" mit dabei. Besonders herzlich begrüßt wurde Dora Flack, die seit Kriegsende in Litauen geblieben war und erst vor etwa drei Jahren nach Deutschland gekommen ist. Leider war es einigen Schulkameraden durch das Elbehochwasser nicht möglich, zum Treffen zu kommen. Zu Gast war Dr. Bebert, der Vorsitzende des Vereins "Brücke Göttingen-Kaliningrad e.V.", er sprach über die sehr interessanten Ziele und Aktivitäten seines Vereins. Rudolf Kurschat schlug einen großen geschichtlichen Bogen und brachte uns dabei viele Ereignisse aus unserer ostpreußischen Heimat wieder in Erinnerung. Dann berichtete Edith Cyrus in eindrucksvoller Weise über die von Werner Klebusch organisierte Reise nach Königsberg. Dazwischen wurden von Agnes-Christel Brandt und Ursula Graduszewski heimatlich-besinnliche Gedichte vorgetragen. Bruno Fietz hatte wieder für alle Schulkameraden eine sehr schöne Erinnerungsgabe an das Schultreffen vorbereitet. Es gab wieder sehr viel zu beschabbern. Am zweiten Tag standen viele schöne humorvolle Vorträge auf dem Programm. Besonders zu erwähnen sind dabei aber die mundartlichen Beiträge von Gerda Speich. Unter der Leitung von Ursula Graduszewski und der Begleitung unseres Mundharmonika-Quartetts wurden bekannte Volks- und Heimatlieder gesungen. Werner Klebusch hatte eine schöne Ausstellung mit alten Postkarten von Königsberger Hotels, Gasthäusern und Cafes zusammengestellt. Am letzten Abend gab es dann wieder die traditionellen Königsberger Klopse. Am anderen Morgen gab es ein großes Abschiednehmen nach diesen zwei beziehungsweise drei gemeinsamen Tagen (viele Teilnehmer reisen schon immer einen Tag früher an, um länger zusammen zu sein). Das 10. Jubiläumstreffen wurde auf den Zeitraum vom 22. bis 25. August 2003 festgelegt, wieder im Groner Saal der "Eisenpfanne", Göttingen. Nähere Informationen bei Ernst Stoermer, Sedanstraße 89, 89077 Ulm, Telefon (07 31) 30 09 08.

Königsberg-Land

Kreisvertreter: Helmut Bor- kow­­ski, Ellernweg 7, 49525 Lengerich, Tel. (0 54 81) 25 98. Geschäftsstelle: Tonhallenstraße 5/7, 32423 Minden

Fotos gesucht - Es werden dringend Aufnahmen von der Kirche und Schule aus Jäskeim gesucht. Wer kann helfen? Zusendungen an Dorothea Blankennagel, Heerstraße 59, 47053 Duisburg, Telefon (02 03) 2 16 77.

Baltikum- und Ostpreußenreise - Die Firma Kipp bot in diesem Jahr eine abwechslungsreiche Fahrt durch das Baltikum und das Königsberger Gebiet an. Die Hinfahrt erfolgte mit der Fähre und die Rückfahrt mit dem Bus über Danzig und Stettin. Die Reisegruppe traf sich in Lengerich, um nach Rostock zu fahren. Im Hafen lag die Fähre, die uns nach Reval/Tallin in Estland brachte. Dort trafen wir unsere russische Reisebegleiterin Schuschuna. Die schöne Hansestadt wurde uns von einer örtlichen Stadtführerin gezeigt. Weiter ging es über Pernau/Pürna zur Grenze nach Lettland. In Riga, wo wir übernachtet hatten, wurden wir am Morgen zu den Sehenswürdigkeiten dieser Stadt geführt. Nachmittags erlebten wir die Ostsee bei Jurmala, ein bekannter Badeort mit herrlichem, gepflegtem Sandstrand. Am nächsten Tag schauten wir uns das schönste Barockgebäude von Lettland, das Schloß Rundale, an. Anschließend überquerten wir die Grenze nach Litauen und besuchten bei Siauliai den Berg der Kreuze. Polangen war unser nächstes Ziel. Musik erfüllte die Stadt an der Ostsee; mehrere Chöre wetteiferten miteinander. Nun wurde es Zeit, unser Tagesziel Memel/Kleipeda zu erreichen. Am Sonntag morgen erlebten wir das ruhige Memel: Theaterplatz und Ännchen von Tharau zitterten nicht mehr von der Verstärker-Musik der vergangenen Nacht. Mit der Fähre setzten wir durch das Memeler Tief auf die Kurische Nehrung über: Schwarzort, Hexenberg, Nidden, Thomas-Mann-Haus, Wanderdünen, Vogelfangstation und die Bernsteinverkäufer - die Nehrung überschüttete uns mit Eindrücken. Abends erreichten wir das Hotel Baltika in Rauschen. Dort bot der nächste Tag die Gelegenheit, mit Taxis Heimatorte zu besuchen oder den Strand zu genießen. Von Rauschen aus unternahmen wir einen Tagesausflug nach Königsberg. Vor dem Dom mit seinem Kant-Grabmal und dem Museum im Turm des Domes war jeder Reiseteilnehmer beeindruckt. Ein Abstecher ins Samland galt Palmnicken mit seinem Bernsteinabbau, Gernau und Fischhausen mit seinen Soldatenfriedhöfen, Tenkitten mit seinem Kreuz zum Gedächtnis von Adalbert von Prag sowie Groß Heydekrug.

Abschied von Rauschen - Dann hieß es Abschied nehmen von Rauschen. Bei Heiligenbeil/Mamonovo verließen wir das Königsberger Gebiet. Über Braunsberg, Frauenburg (Besichtigung des Doms), Elbing erreichten wir Danzig. Nach einer ausführlichen Stadtführung in Gdingen (Hotel Orbis) ging die Fahrt weiter nach Lauenburg, wo wir Richtung Lebadüne abbogen. Die Kutschfahrt vom Parkplatz zu den Dünen war ein besonderes Vergnügen. Über Stolp, Köslin erreichten wir abends in Stettin das Hotel Neptun. Am nächsten Morgen verließen wir Polen nach eineinhalbstündiger Abfertigung an der Grenzstation Pomellen. Die erlebnisreiche elftägige Fahrt endete in Lengerich. Estland, Lettland, Litauen, Königsberger Gebiet und Polen haben wir durchquert, viel Sehenswertes angeschaut, viele Geschichtszahlen gehört, und die deutsche Vergangenheit dieser Länder ist uns wieder bewußt geworden. Im nächsten Jahr plant die Firma Kipp eine Reise nach Masuren und ins Königsberger Gebiet, und zwar vom 19. bis 28. Juni 2003. Diese Reisen werden von Königsberg-Land organisiert.

 

Lötzen

Kreisvertreter: Erhard Kawlath, Dorfstraße 48, 24536 Neumün­ster, Telefon (0 43 21) 52 90 27

Jahreshaupttreffen in Neumünster - Anläßlich des Jahreshaupttreffens hatte unsere Patenstadt bereits am Freitagabend den Kreisausschuß zu einem Empfang in die Stadthalle eingeladen. Unsererseits waren - bis auf die erkrankte Gertrud Hass - alle Geladenen erschienen, seitens der Gastgeber fast alle Rathausparteien und der stellvertretende Stadtpräsident, Hatto Klammt. Man saß in bester Stimmung zusammen, was als Ausdruck des harmonischen Verhältnisses zu unserer Patenstadt gewertet werden kann. Das eigentliche Treffen begann programmgemäß am Sonnabend, mit der öffentlichen Kreistagssitzung, die im Laufe des Vormittags eine ständig wachsende Zahl von Zuhörern anlockte. Unsere aus Lötzen angereisten rund 40 Gäste unternahmen währenddessen einen Ausflug nach Lübeck. Nachmittags stand wieder das Archiv offen, und zahlreiche Landsleute nutzten die Gelegenheit zu einem Besuch. Leider fuhr der Bus am Sonntag nachmittag nicht wieder, so daß sich nur wenige Besucher einfanden. Zum geselligen Beisammensein trafen sich abends alle im Restaurant der Holstenhalle. Hier verbrachten wir bei - teils ziemlich lauter - rhythmischer Musik einige stimmungsvolle Stunden, wobei auch eifrig getanzt wurde. Ein Glanzpunkt des Abends war die Einlage, die ein Turniertanzpaar bot. Der Sonntag begann mit einer Andacht, die der neue Neumünsteraner Propst Block hielt. Er wies sehr einfühlsam darauf hin, daß die Vertriebenen, die in der Erinnerung leben, zugleich aber die Zukunft im Blick haben, damit dem biblischen Menschenbild entsprechen. In der anschließenden Mitgliederversammlung gab Kreistagspräsident Rosumek einen Bericht von der Kreistagssitzung und stellte zwei Satzungsänderungsvorschläge zur Abstimmung. Diese wurden mit großer Mehrheit angenommen

Feierstunde - Zu Beginn der Feierstunde erklangen "Ännchen von Tharau" und der "Gefangenenchor" aus "Nabucco" von Verdi, gesungen vom Siedlerchor, Neumünster, unter der Leitung von Nora Kawlath. Grußworte sprachen die Stadtpräsidentin, Helga Hein, die zu Ehren der Lötzener ihre Amtskette angelegt hatte, sowie Barbara Ruzewicz für den Deutschen Verein in Lötzen. Der polnische Bürgermeister Dr. Lemecha war leider schon zum zweiten Male trotz Anmeldung nicht erschienen. In seiner Festansprache ging der Landtagsabgeordnete Uwe Greve kritisch auf die gegenwärtige Lage Deutschlands ein. Dabei beleuchtete er fast alle Politikbereiche. Für seine zugespitzten Formulierungen erhielt er oft großen Beifall. Zum Schluß sang der Chor des Deutschen Vereins unter Leitung von Dariusch Jodko mehrere Lieder aus seinem Repertoire und - mit allen zusammen - das Ostpreußenlied. Nach dem Mittagsessen trat die Gesangsgruppe "Von de Waterkant" auf und unterhielt die Gesellschaft eine Stunde lang mit ihren schmissigen Liedern und Solobeiträgen. Insgesamt ein erfolgreiches Treffen, an dem etwa 350 Landsleute teilnahmen. Einigen hat trotz aller organisatorischer Vorplanung der Lokalwechsel von der Stadthalle in die Holstenhalle Probleme bereitet. Deutlich wurde aber das Spannungsverhältnis zwischen Wiedersehenstreffen und notwendigem Programm: immer wieder mußte zur Ruhe aufgerufen werden - aber die Landsleute wollten ja reden, dazu waren sie hergekommen! Der Kreisausschuß wird sich überlegen müssen, wie er beides besser aufeinander abstimmt; denn von 9.30 bis 15 Uhr Programm erscheint zuviel.

 

Lyck

Kreisvertreter: Gerd Bandilla, Agnes-Miegel-Straße 6, 50374 Erftstadt-Friesheim. Geschäfts­­­führer: Alfred Masuhr, Tel. (0 40) 6 72 47 15, Reinickendorfer Straße 43a, 22149 Hamburg

Hauptkreistreffen in der Patenstadt Hagen - Auch das 47. Kreistreffen in der Patenstadt Hagen konnte erfolgreich und programmgemäß durchgeführt werden. Etwa 1.100 Landsleute aus Stadt und Kreis Lyck waren aus allen Teilen unseres Landes angereist, um ein erneutes Treubekenntnis zur Heimat abzulegen und gemeinsame Stunden mit Freunden und ehemaligen Nachbarn zu verleben. Unter Leitung der Vorsitzenden, Edyta Olechnowicz, sind 27 Landsleute aus unserer Heimatstadt Lyck gekommen und haben an beiden Tagen am Treffen teilgenommen. Aus den USA waren zwei Landsleute angereist. Nachdem Kreisvertreter Gerd Bandilla die Anwesenden begrüßt und herzlich willkommen geheißen hatte, begann der Heimatabend in der Sporthalle Hagen. Das Hohenlimburger Akkordeonorchester erfreute uns mit beliebten Musikstücken, und die Kapelle "Studio 10" trug zur weiteren musikalischen Unterhaltung bei und lockte tanzfreudige Paare aufs Parkett. In je einem der Nebenräume konnte man entweder einer Autorenlesung des Lm. Herbert Reinoß oder einem Videofilm über die Heimatreise 2001 nach Scharfenrade beiwohnen. Am Sonntag war es möglich, sich von Karteiwart Siegmar Czerwinski über die Eintragungen in der Kreiskartei zu informieren, heimatliche Lektüre zu erwerben oder sich vom Lm. Reinhard Donder über Familienforschung beraten zu lassen.

Kreisausschuß - Die Mitglieder des Kreisausschusses trafen sich bereits am Freitag zu ihrer Vorstandssitzung in den Ostdeutschen Heimatstuben, die am Sonnabend fortgesetzt wurde. Alle Tagesordnungspunkte konnten abgehandelt werden.

Arbeitstagung der Orts- und Bezirksvertreter - Eine wiederum große Anzahl Funktionsträger folgte unserer Einladung zu dieser Arbeitstagung in die Ostdeutschen Heimatstuben. Zahlreiche Themen und Fragen wurden behandelt und erörtert.

Kreistagssitzung - Unter großer Beteiligung konnte auch die öffentliche Kreistagssitzung in den Ostdeutschen Heimatstuben durchgeführt werden. Als Vertreter der Patenstadt Hagen nahm Klaus Reiter daran teil. Vom örtlichen BdV konnte uns der Vorsitzende Bernhard Jung als Hausherr willkommen heißen. Die Kreisgruppe Hagen der LO wurde von ihrem Vorsitzenden Herbert Gell vertreten. Nach Eröffnung, Begrüßung und Totengedenken durch den Kreisvertreter wurden verdiente Landsleute mit Auszeichnungen geehrt. Das Verdienstabzeichen der LO erhielten Ewald Bandilla, Adolf Kurt Bandylla, Siegmar Czerwinski, Joachim Mazomeit und Klaus Murza. Das Ehrenzeichen der LO erhielten Dr. Hartmut Kondoch, Gerhard Lockowandt und Gotthilf Willutzki. Mit dem Kreisschild wurde bereits zu seinem 80. Geburtstag, am 24. Februar, Max Niedzwetzki ausgezeichnet. Es folgten die Tätigkeitsberichte des Kreisvertreters und der einzelnen Vorstandsmitglieder für das vergangene Jahr. Auf Antrag wurde der Vorstand durch den Kreistag einstimmig entlastet. Nachdem alle Tagesordnungspunkte abgehandelt waren, beendete der Kreisvertreter mit einigen Dankesworten und guten Wünschen die Kreistagssitzung. Zu einer kleinen Gedenkfeier mit Kranzniederlegung an den Lycker Steinen begaben sich im Anschluß Vorstand und einige Landsleute in den Hagener Stadtgarten. Für die Patenstadt Hagen nahmen Bürgermeister Dr. Fischer und Klaus Reiter daran teil. Auch waren die Vorsitzenden des örtlichen BdV und der LO-Kreisgruppe Hagen anwesend. Pfarrer Asselmeyer war ebenfalls zugegen. Worte des Gedenkens sprach unser Kreisvertreter Gerd Bandilla. Mit der Nationalhymne war diese Gedenkfeier beendet. Bürgermeister Dr. Fischer lud den Vorstand zu einem Empfang der Stadt Hagen in die Stadthalle ein.

Gottesdienst - Obwohl im Ruhestand, hatte Pfarrer Asselmeyer wieder für uns Lycker einen Gottesdienst in der Johanniskirche zelebriert. Erfreut hat ihn die große Anzahl Lycker und Hagener Kirchenbesucher.

Feierstunde - In diesem Jahr fand die Feierstunde in einem großen Nebenraum der Stadthalle statt. Vom Amabilè-Quartett und dem Ostdeutschen Heimatchor, unter Leitung von Manfred Neumann, wurde sie musikalisch umrahmt. Kreisvertreter Gerd Bandilla eröffnete die Feierstunde mit einem herzlichen Willkommensgruß an die Anwesenden. Worte des Dankes für die gewährte Gastfreundschaft und Unterstützung galten der Patenstadt Hagen und ihrem Oberbürgermeister Wilfried Horn. Die Lycker hoffen auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit der Patenstadt. Oberbürgermeister Horn würdigte die landsmannschaftliche Arbeit der Lycker und den Einsatz für unsere Landsleute in der Heimat. Diese Tätigkeit ist die Grundlage für eine Völkerverständigung über Grenzen hinweg. Er betonte, daß zwischen der Stadt Hagen und den Lyckern eine Freundschaft entstanden ist, die schon 47 Jahre Bestand hat. Für den verhinderten Sprecher der LO, Wilhelm v. Gottberg, hielt Stephan Grigat, LO-Bundesvorstandsmitglied und Kreisvertreter Goldaps, die Festrede. Mit ihm hatten wir einen kompetenten Landsmann als Festredner gewinnen können, der über die Zukunft der Landsmannschaft und der Kreisgemeinschaften referierte. Obwohl vieles vorerst Visionen sind, hat in den letzten Jahren sich einiges zwischen Polen und uns zum Vorteil entwickelt. Bleibt zu hoffen, daß diese positive Entwicklung weiterhin Fortschritte macht und die Visionen Wirklichkeit werden. Mit der Feierstunde war der offizielle Teil des Hauptkreistreffens 2002 beendet. Nun ging es in die Stadthalle, wo sich etwa 1100 Landsleute versammelt hatten und nun vom Kreisvertreter begrüßt wurden. Nach dem gemeinsam gesungenen Ostpreußenlied wurde die verbliebene Zeit für Gespräche mit alten Freunden und Bekannten genutzt. Auf das nächste Hauptkreistreffen am 30. und 31. August 2003 erlauben wir uns, schon jetzt hinzuweisen.

 

Schloßberg (Pillkallen)

Kreisvertreter: Arno Litty, Telefon (0 30) 7 03 72 62 Britzer Straße 81, 12109 Berlin. Ge­schäftsstelle: Marie-Luise Steinzen, Tel. (0 41 71) 24 00, Fax (0 41 71) 24 24, Rote-Kreuz-Straße 6, 21423 Winsen (Luhe)

Mit jungen Russen in Kiel studieren - Hilfe für einen jungen russischen Studenten. Heute wendet sich die Kreisgemeinschaft besonders an junge Leser der Preußischen Allgemeinen Zeitung beziehungsweise an ältere Leser, die eine Vermittlung in dieser Angelegenheit übernehmen könnten. Ab 1. Oktober 2002 wird ein junger Russe (18 Jahre) Volks- und Betriebswirtschaft in Kiel studieren. Prof. Dr. Hans-Jochen Gold bittet um Hilfe für den jungen Studenten, da sich seiner Meinung nach das deutsche Studienwesen erheblich vom russischen unterscheidet. Technische Hilfsmittel wie Computer, Fotokopierer und anderes sind an russischen Universitäten nicht so verbreitet. Im Idealfalle könnte sich ein deutscher Student, der ebenfalls Volks- oder Betriebswirtschaft in Kiel studiert, des jungen Russen unterstützend annehmen und so einen wesentlichen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Für die Schloßberger verweisen wir zur weiteren Information auf einen Artikel im letzten Schloßberger Heimatbrief Nr. 39, Seite 158, von Prof. Dr. Hans-Jochen Gold, Suderbrook 3, 21435 Stelle-Ashausen, Telefon und Fax (0 41 74) 64 54 54. Wenn Sie helfen können, wenden Sie sich bitte an Dr. Hans-Jochen Gold oder an unsere Geschäftsstelle.

 

Sensburg

Kreisvertreter: Siegbert Nadolny, Wasserstraße 9, 32602 Vlotho, Te­le­­fon (0 57 33) 55 85. Geschäfts­stelle: Stadtverwaltung Remscheid, Nordstraße 74, 42849 Remscheid, Tel. (0 21 91) 16 37 18

Das 44. Treffen der Kreisgemeinschaft Sensburg fand in der Patenstadt Sensburg statt, diesmal als gemeinsames Treffen mit der Kreisgemeinschaft Treuburg. Die Anregung dafür ging von den Treuburgern aus, die sich bei dieser Gelegenheit bei den Sensburgern dafür bedanken wollten, daß sie vor nunmehr 56 Jahren, als für sie im Oktober 1944 die Flucht begann, im Kreis Sensburg erste Zuflucht und herzliche Aufnahme fanden. 1.500 Gäste aus allen Teilen Deutschlands waren zu dem Treffen angereist, und es gab ein fröhliches Wiedersehen oder langsames Wiedererkennen auch zwischen Sensburgern und Treuburgern. Mitglieder der Sensburger Deutschen Gesellschaft "Bärentatze" waren mit einem Kleinbus nach Remscheid gekommen, an ihrer Spitze die Vorsitzende Berta Cwiek und ihr Stellvertreter Heinz Czerwinski.

Öffentliche Kreistagssitzung - Das Treffen begann mit der öffentlichen Kreistagssitzung, bei der Kreisvertreter Siegbert Nadolny auch den Remscheider Oberbürgermeister Fred Schulz begrüßen konnte. Der zeigte sich beeindruckt von einer Spende in Höhe von 500 Euro, mit der die Kreisgemeinschaft Sensburg ihre Solidarität mit ihrer Patenstadt Remscheid zum Ausdruck brachte. Die Remscheider Bürger versuchen durch große Spendenbereitschaft und persönlichen Einsatz den Menschen in der Partnerstadt Pirma zu helfen, die von der Flutkatastrophe besonders stark betroffen sind. Nach einem Grußwort des Kreisvertreters der Treuburger Kreisgemeinschaft Dr. Heinrich Matthée wandte sich Siegbert Nadolny mit einem herzlichen Dankeschön an die Kirchspielvertreter, die sich nicht wieder zur Wahl gestellt hatten. Ein Willkommensgruß galt den neu gewählten Mitgliedern des Kreistages: Irene Piepenbrink für Aweyden, Irmtraut Meistrowitz für Ribben sowie Alfred Thiel und Christine Gawronski für Warpuhnen, die sich mit einem kurzen Lebenslauf vorstellten. Herzliche Grüße aus Sensburg und ein Dankeschön an die Kreisgemeinschaft für vielfache menschliche und finanzielle Unterstützung überbrachte der stellvertretende Vorsitzende der "Bärentatze". Es folgten ein Gedenken an die verstorbenen Mitglieder der Kreisgemeinschaft, der Rechenschaftsbericht des Kreisvertreters sowie die Berichte des Schatzmeisters Helmuth Tomscheit und der Kassenprüfer Alfred Karpa und Nikolaus v. Ketelhodt. Auf Antrag wurden Vorstand und Schatzmeister Entlastung erteilt. Weiter berichtet wurde über die Arbeit der Deutschen Gesellschaft in Sensburg, über Heimatbrief und Heimatstube und die diesjährige Ostpreußenfahrt der Kreisgemeinschaft. Bereits am Sonnabendnachmittag herrschte in den Tagungsräumen in der Neuenkamper Straße lebhaftes Treiben, als die Kreisvertreter Siegbert Nadolny und Dr. Heinrich Matthée die Besucher begrüßen. Die muntere Unterhaltungsmusik wurde unterbrochen durch Auftritte der Leverkusener Volkstanzgruppe "Marjellchen und Bowkes".

Zahlreiche Besucher und eine würdige Feierstunde - Richtig voll wurde es dann am Sonntagmorgen. In der Feierstunde begrüßte Kreisvertreter Siegbert Nadolny die aus allen Teilen Deutschlands und selbst aus Kanada angereisten Gäste. Ein herzlicher Willkommensgruß galt den Mitgliedern der "Bärentatze" und der Treuburger Kreisgemeinschaft und natürlich den zahlreich erschienenen Ehrengästen. Dr. Heinrich Matthée bedankte sich in einem Grußwort noch einmal bei den Sensburgern für die herzliche Aufnahme im Kreis Sensburg im Herbst 1944, als für sie die Flucht begann. Der Remscheider Bürgermeister stellte bei seiner Ansprache fest, daß er sich vor zwei Jahren, kurz nach seiner Wahl zum OB in diesem Kreis noch an Fremde gewandt habe, heute aber Freunde begrüßen könne. Er betonte, daß die Kreistreffen in Remscheid immer wieder die Möglichkeit bieten, die Verbundenheit mit dem Kreis Sensburg zu demonstrieren und die Patenschaft immer wieder aufs neue zu bestätigen und zu stärken. Er unterstrich, daß es das Ziel seiner Arbeit sei, den Patenschaftsvertrag mit der Kreisgemeinschaft so mit Leben zu füllen, daß es zu einem Partnerschaftsvertrag mit dem Kreis Sensburg kommen könne. Berta Cwiek, die Vorsitzende der Sensburger Deutschen Gesellschaft "Bärentatze", übermittelte herzliche Grüße aus Sensburg und dem "Naturparadies Masuren". Sie bedankte sich bei dem Remscheider Oberbürgermeister für die freundliche Aufnahme in "seiner" Stadt und bei den Mitgliedern der Kreisgemeinschaft für ihre Verbundenheit und Hilfe in vielen Situationen der vergangenen Jahre. An alle Anwesenden richtete sie die Einladung: "Bei uns haben alle ein Zuhause, wenn Euch das Heimweh plagt, kommt! Ihr seid alle herzlich willkommen". Als Gäste der Treuburger waren der polnische Bürgermeister Waclaw Olscowski und Jan Beressnienicz gekommen, deren Grußworte die Vorsitzende des Deutschen Vereins in Treuburg, Michaela Dabrowska, übersetzte. Die Festrede hielt Dr. Wolfgang Thüne, stellvertretender Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen. Einleitend zitierte er Auszüge aus der Charta der Vertriebenen vom 5. August 1950 und ging dann auf die Unabdingbarkeit der Menschenrechte ein, die sich "aus der dem Menschen innewohnenden Würde ergeben". Er appellierte, unbeirrt daran festzuhalten und für diese zu kämpfen. Das gelte auch für unbedingte Gerechtigkeit, die letztlich zum Frieden führe. Seine klar formulierten Ausführungen wurden untermauert durch Zitate namhafter Politiker und Völkerrechtler. Eingeleitet und umrahmt wurde die Feierstunde durch Darbietungen des Remscheider Ostpreußenchors unter der Leitung seines Dirigenten Alfred Kobusch. Am Nachmittag trafen sich dann die Teilnehmer innerhalb der Kirchspiel- und Dorfgemeinschaften, und das Erzählen nahm kein Ende.