© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 09. November 2002


Neuer Propst und Pastor in Königsberg
Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde
von Armin Matt

Im Gemeindezentrum der "Auferstehungskirche", erbaut auf dem ehemaligen Luisenfriedhof, jetzt Prospect Mira Nr. 101, gab es jüngst gleich mehrfachen Anlaß für einen Festgottesdienst. Es galt Propst Erhard Wolfram und seine Frau Luise zu verabschieden, Propst Heye Osterwald einzuführen sowie den Rußlanddeutschen Alexander Burghart als Pastor für die Gemeinde Königsberg zu ordinieren.

Dreidreiviertel Jahre ist es jetzt her, daß Wolfram von seinem Rostocker Vorgänger Wittenburg das Amt des Propstes übernahm. Wolfram und seine Frau waren damals die ersten, die die im Kirchenzentrum enthaltene Pastorenwohnung bezogen. Zu diesem Zeitpunkt lag noch vieles im argen mit dem Bau dieses Zentrums. So war zum Beispiel die Zentralheizung des gesamten Gebäudes außer Betrieb, und so fror man kräftig bei den sonntäglichen Gottesdiensten und auch bei der Arbeit in den Büros der Kirche und der Propstei.

Große Unterstützung fand Propst Wolfram vor allen Dingen bei seiner Ehefrau Luise, die eine gebürtige Königsbergerin ist. Die Höhepunkte seiner Amtszeit waren die Einweihung des Kirchenzentrums im April 1999 und zwei Jahre später, am Sonntag, dem 13. Mai 2001, die zehnte Wiederkehr des Jahrestages der Neugründung der Gemeinde. Parallel zu diesem Ereignis wurde auch 100 Jahre Königsberger Luisenkirche gefeiert (s. Folgen 26/01 und 36/01).

Zur Feier des Tages waren die wichtigsten Gäste angereist. Von der ELKRAS (Evangelisch-lutherische Kirche Rußlands und anderer Staaten - GUS) waren der Erzbischof Kretschmar aus Sankt Petersburg und der Bischof Siegfried Springer aus Moskau anwesend, und aus der Bundesrepublik Deutschland war die in Kiel sitzende Oberkirchenrätin Rut Rohrandt von der Nordelbischen Kirche (NEK) gekommen. Letztere nahm auch die Einsegnung des neuen Propstes, Pastor Heye Osterwald, vor. Anschließend wurde der rußlanddeutsche Vikar Alexander Burghart ordiniert und mit der Ausübung des Pastorenamtes für die Gemeinde Königsberg beauftragt.

Pastor Heye Osterwald ist 43 Jahre alt und war vorher schon sechs Jahre in Gumbinnen tätig. Er war 1996 als Vikar über das Gustav-Adolf-Werk in Dresden dorthin gekommen. Im Juni 1997 wurde er ordiniert und von der ELKRAS übernommen. Dort lernte er auch die junge Russin Anna Iwanowna, seine jetzige Frau, kennen. Am 3. Februar 1998 fand in Gumbinnen die standesamtliche Trauung, vier Monate später, am 21. Juni 1998, dann die kirchliche Trauung im ostfriesischen Arle statt. Pastor Osterwald stammt von dort und wurde auch seinerzeit in dieser Kirche getauft. Mit seiner Frau Anna hat er inzwischen bereits zwei kleine Söhne.

Propst Osterwald sieht seine Hauptaufgabe im Aufbau sowie in der Festigung der in diesem Gebiet bereits bestehenden fünf Kirchenkreise Gumbinnen, Heinrichswalde, Insterburg, Labiau und Königsberg. Alle diese fünf Kirchenkreise sind bereits mit Pastoren besetzt. Daneben sind zwei Kirchenkreise im Aufbau, Königsberg-Land und Friedland. Auch diese sollen so bald wie möglich mit Pastoren besetzt erden. Insgesamt befinden sich im Königsberger Gebiet zur Zeit 41 Gemeinde- und Predigtplätze. Ganz dringend nötig für das Propsteibüro ist auch die Hilfe eines Verwaltungsfachmannes. Er besteht auch bereits eine Zusage der NEK in Kiel. So wird ihr Mitarbeiter Kurt Neß als Verwaltungsfachmann demnächst hier tätig werden.

Einsegnung: In Anwesenheit seines rechts zu sehenden Vorgängers Propst Erhard Wolfram wird am knienden Propst Heye Osterwald der festliche geistliche Akt von der Oberkirchenrätin Rut Rohrandt von der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kiel vollzogen. Foto: Matt