© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 09. November 2002


Topfgucker oder Hansdampf?
Nützliche Ratschläge für den aktiven Ruhestand

Viele Ehefrauen sehen bereits mit Schrecken einem ganz speziellen Tag entgegen, auf den sich der Partner (vielleicht) freut, dann nämlich wird er endlich in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Was wird er dann alles unternehmen können! Ausschlafen natürlich, Bücher lesen, die ihn schon immer interessiert haben, im Garten umgraben, die Hecke endlich selber schneiden, ach ja, und das Beet im Vorgarten sollte unbedingt neu angelegt werden. Die Enkelkinder hat man auch viel zu oft vernachlässigt, man mußte ja schließlich die Brötchen verdienen. Ins Theater würde man auch gern wieder einmal gehen oder ins Konzert - am nächsten Tag könnte man schließlich ausschlafen ...

Und dann ist er da, dieser erste Tag des Ruhestands. Urplötzlich fühlt man sich alt, nicht mehr gebraucht. Der Garten? Na ja, so groß ist er auch nicht, das ist doch schnell geschafft. Und überhaupt ist der Garten ohnehin die Domäne der Frau, da will er nicht dazwischenfunken. Und die Enkelkinder? Die sind sowieso aus dem Gröbsten raus und wollen von dem Opa nicht mehr allzuviel wissen. Schon ist er da, der Frust des Rentners. Er beginnt, seiner Frau auf die Nerven zu gehen, entwickelt sich zum nörgelnden "Topfgucker" und gibt un- erwünschte Ratschläge in der Küche.

Ratschläge ganz besonderer Art hat der 1928 in Insterburg geborene Schriftsteller und Diplom-Psychologe Günther H. Ruddies parat. In seinem jetzt in zweiter, überarbeiteter Auflage erschienenen Buch Viel Spaß im Ruhestand (Lexika Verlag Krick Fachmedien, Würzburg. 156 Seiten mit Zeichnungen von Erik Liebermann, brosch., 18 a) gibt er nützliche Tips, wie man im Alter den neuen Alltag aktiv gestalten kann. Wichtige Adressen für Senioren, darunter auch die von Universitäten, die ein Studium im Alter anbieten, vervollständigen diesen Ratgeber, der gespickt ist mit allerlei humorvollen Anmerkungen à la Ruddies. Schließlich ist der Insterburger auch ein Meister der Erzähl- kunst. SiS