© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 01. März 2003


Macht der Bilder / Das "Massaker von Aussig" unerwünscht

Picassos "Guernica"-Darstellung war kürzlich als Hintergrund einer internationalen Pressekonferenz zum Irak-Problem in New York unerwünscht: Die Tapisserie wurde verhüllt. Im Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus ist ein Bild über das an völlig unschuldigen sudetendeutschen Zivilisten am 31. Juli 1945 in Aussig an der Elbe angerichtete Massaker, dem über zweihundert Menschen zum Opfer fielen, unerwünscht.

Dieses eindrucksvolle Gemälde des sudetendeutschen Malers Tschöpe war der Stiftung vom Landesverband des Bundes der Vertriebenen als Dauerleihgabe angeboten worden. Nach einem Jahr des Nachdenkens und Hin und Her hinter den Kulissen wurde dies vom Vorstand abgelehnt. Das Kuratorium, das sowieso nur zweimal pro Jahr tagt und dann die Arbeitsberichte und Planungen entgegennehmen darf, wurde nicht befragt.

Geschäftsführer Engel hatte Einwände, vor allem solche ästhetischer Art. Er hat leider nicht verstanden, daß es sich um eine Dokumentation handelt. Angesicht des brutalen Massenmordes in Aussig, der bis heute ungesühnt ist, konnte dazu kein "ästhetisches" Bild gemalt werden. Das Bild steht für viele Opfer von Gewalt und Vertreibung. In Düsseldorf ist es unerwünscht. R. G.