© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 01. März 2003


Blick nach Osten

Tränen für Stalin

Moskau/Berlin/Riga - In Rußland hat die verbreitete Sehnsucht nach Ordnung und Orientierung im Vorfeld von Stalins 50. Todestag am 5. März dazu beigetragen, daß sich eine regelrechte Stalin-Nostalgie entfalten konnte. So wurde in der Öffentlichkeit monatelang über eine Rückbenennung Wolgograds in "Stalingrad" diskutiert. Gleichzeitig erschien eine Romanreihe "50 Jahre ohne den Führer" mit 50 Romanen, die den Diktator lobpreisen. Während die deutsche Regierung gerade viel Geld für die Restaurierung des Sowjet-Ehrenmals in Berlin-Treptow ausgibt - einschließlich der Instandsetzung in Goldschrift gefaßter Stalin-Worte über die Rote Armee -, ist das Verständnis für derlei historische Instinktlosigkeiten im östlichen Mitteleuropa gering. Estland fordert hartnäckig russische Entschädigungen für eigene Opfer, und in Lettland sowie Litauen wird die Erinnerung an den Widerstand der "Waldbrüder" gegen die sowjetischen Invasoren wachgehalten. Auch im besonders vom Haß Stalins betroffenen Polen gibt es laute Rufe nach Ausgleichszahlungen für Zehntausende eigener Zwangsarbeiter in der UdSSR, und in Ungarn wurde am 25. Februar der offizielle Gedenktag für die "Opfer des Kommunismus" begangen.

 

"Euro" mehr gefragt

Minsk - In weißrussischen Banken und Wechselstuben ist in letzter Zeit eine deutlich erhöhte Nachfrage nach dem Euro im Vergleich zum Dollar festgestellt worden. Dies teilte Mitte Februar der Pressesprecher der Nationalbank, Michail Schurawowitsch, mit. Angesichts eines gestiegenen Euro-Kurses, wachsender Zweifel an der Stabilität der US-Währung und einem massiven Wertverfall der Landeswährung tauscht die Bevölkerung derzeit täglich etwa 700 000 Euro um.

 

Binationale Grenzstreife

Seifhennersdorf - Der deutsche Innenminister Schily und sein tschechischer Kollege Gross erteilten am 13. Februar im sächsischen Seifhennersdorf das Startsignal für die erste gemeinsame Streife von Grenzpolizisten beider Länder. Neben diesen Streifengängen soll fortan ein engerer Informationsaustausch für eine wirkungsvollere Bekämpfung der illegalen Zuwanderung und der organisierten Kriminalität sorgen. Als Grundlage dient ein im September 2002 ratifizierter Vertrag über die deutsch-tschechische Zusammenarbeit von Polizei und Grenzschutz.