© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 01. März 2003


Neue Autokennzeichen
Die Polen übernehmen das bundesdeutsche System
von Charles Montigny

Die alten polnischen Autokennzeichen mit weißer Schrift auf schwarzem Grund geraten seit der Kennzeichen-Reform immer mehr in die Minderheit.

Nach der grundlegenden Neuordnung der Woiwodschaften und Wiedererrichtung von Landkreisen ("Powiaty") sind die polnischen Behörden dazu übergegangen, nach bundesdeutschem Vorbild die Kraftfahrzeuge nach Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten mit Schildern zu kennzeichnen, und zwar wie in der Bundesrepublik mit schwarzer Schrift auf weißem Grund.

Das gilt auch für die Woiwodschaft Ermland-Masuren (Warmin-sko-Mazurskie), deren Verwaltungsgrenze zu mehr als 50 Prozent mit der Grenze des südlichen Ostpreußen identisch ist. Viele südostpreußische Städte, die bis 1945 als Kreisstädte fungierten, sind nun Sitz eines "Starost", sprich eines Landrats eines Kreises. Aber die polnischen Powiat-Grenzen verlaufen oft anders als die deutschen Kreisgrenzen. Außerdem gehören mehrere Kreise der Nachbar-Woiwodschaft Pommern (Pomorze) an.

Die Kennzeichen der in der Woiwodschaft Ermland-Masuren an- gemeldeten Kraftfahrzeuge beginnen mit dem Buchstaben "N". Dem folgt die jeweilige Kreiskennung. So steht für das von den Polen "Olsztyn" genannte Allenstein-Stadt "NO", für Allenstein-Land "NOL", für Bartenstein "NBA", für Braunsberg "NBR", für das von den Polen "Ilawa" genannte Deutsch Eylau "NIL", für Elbing-Stadt "NE", für Elbing-Land "NEB", für das von den Polen "Lidzbark" genannte Heilsberg "NLI", für das von den Polen "Pisz" genannte Johannisburg "NPI", für das von den Polen "Gicycko" genannte Lötzen "NGI", für das von den Polen "Elk" genannte Lyck "NEL", für das von den Polen "Nidzica" genannte Neidenburg "NNI", für das von den Polen "Szczytno " genannte Ortelsburg "NSZ", für Osterode "NOS", für das von den Polen "Ketrzyn" genannte Rastenburg "NKE", für das von den Polen "Mragowo" genannte Sensburg "NMR" und für das von den Polen "Olecko-Goldap" genannte Treuburg-Goldap "NOG".

Autos aus den ebenfalls zur Woiwodschaft Ermland-Masuren gehörenden beiden Städte Neumark i. Westpr. und Soldau haben entsprechend den polnischen Bezeichnungen "Nowe Miasto Lubawskie" und "Dzialdowo" Kennzeichen mit der Buchstabenkombination "NNM" beziehungsweise "NDZ".

Marienwerder und Marienburg sind nach der polnischen Neuordnung der Woiwodschaft Pommern zugeschlagen worden. Der Kennbuchstaben für dieses Gebiet ist der erste Buchstabe der polnischen Bezeichnung für die Gebietshauptstadt Danzig, also ein "G". So bekam entsprechend der polnischen Bezeichnung "Kwidzyn" Marienwerder das Kürzel "GKW" und Marienburg entsprechend der polnischen Bezeichnung "Malbork" das Kürzel "GMB".

In der Woiwodschaft Westpommern (Zachodni Pomorze) beginnen die Autokennzeichen mit einem "Z".

Die Fahrzeuge aus dem nördlichen Ostpreußen erkennt man an der großen Endziffer "39". Im Memelland setzten die Litauer für das Gebiet um die Stadt Memel ein "L" in die Mitte von drei Buchstaben. Der östliche schmale Streifen des Memellandes bis Jurborg hat in der Mitte der Dreierkombination ein "T" für die Gebietsstadt Tauroggen. N

Vom Aussterben bedroht: Ein Polski-Fiat mit dem lange Zeit im südlichen Ostpreußen üblichen schwarzen Kennzeichen mit weißer Schrift Foto: Archiv