© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 06. September 2003


Michels Stammtisch:
Senseless! Sinnlos

"Sprachpanscher des Jahres 2003" wurde der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Dr. Gerhard Mayer-Vorfelder. Der Stammtisch im Deutschen Haus gratulierte: "Diesen Titel hat der voll verdient."

Der Fußballpräsident, der immerhin mehr als ein Jahrzehnt Kultusminister des Landes Baden-Württemberg war, wurde vom Verein Deutsche Sprache (VDS) für die zweifelhafte Auszeichnung auserwählt, weil in der "Fan-Corner" des DFB "Home and away shirts" und "Reversible tops" zum Kauf angeboten werden. Diese "Imponier-Anglizismen" seien "schlicht überflüssig", meinten die Sprachschützer.

Bei der Stimmenauswertung für den "Sprachpanscher" erreichte die Kultusministerkonferenz Platz zwei, wegen ihres albernen "Girl's day", gefolgt von des Bundeskanzlers Arbeitsmarktkommissar Peter Hartz, der statt Arbeitsplätzen Anglizismen schafft wie "Job Center" und "case management".

Der Stammtisch war sich einig: es sei ein Skandal, daß sich führende Politiker als Vorreiter beim Ausstieg aus der deutschen Sprache betätigten. Machen doch der Kanzler und sein Vorgänger dabei keine Ausnahme: Schröder verwende ständig die Sprachmutation "Das macht Sinn" als Übersetzung des englischen "That makes sense", statt zu sagen: "Das ist sinnvoll". Vorgänger Kohl brummele: "Er macht einen guten Job", wenn er sagen wolle, jemand "habe seine Sache gut gemacht".

Der Stammtisch war sich einig: Wenn Kanzler schon anglizistisch daherquatschen und der Staat Mautgebühren von "Toll Collect" eintreiben lasse, dann leben wir sprachlich im Tollhaus; die deutsche Sprache gehe dabei vor die Hunde.