© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 06. September 2003


Leserbriefe

Späte Zweifel eines Nürnberger Hauptanklägers
Betr.: "Ein fatales Signal" (Folge 31)

Ole von Beust irrt, wenn er behauptet, Deutschland hätte den Zweiten Weltkrieg allein entfesselt. Die Wahrheit ist, und ich zitiere Sir Hartley Shawcross, Hauptankläger für England in den Nürnberger Prozessen laut Associated Press, Stoubridge, 16. März 1984: "Schritt für Schritt bin ich immer mehr zu der Überzeugung gekommen, daß die Ziele des Kommunismus in Europa finster und tödlich sind. Ich klagte die Nationalsozialisten an, zusammen mit meinen russischen Kollegen verdammte ich die Nazi-Aggressoren und den Nazi-Terror. Hitler und das deutsche Volk haben den Krieg nicht gewollt. Nach den Prinzipien unserer Politik des Balance of Power haben wir, angespornt durch die Amerikaner um Roosevelt, Deutschland den Krieg erklärt, um es zu vernichten. Wir haben auf verschiedene Beschwörungen Hitlers um Frieden nicht geantwortet. Nun müssen wir feststellen, daß Hitler recht hatte. Anstelle eines kooperativen Deutschland, das er uns angeboten hatte, steht die riesige Macht der Sowjets. Ich fühle beschämt und gedemütigt, jetzt sehen zu müssen, wie die selben Ziele, die wir Hitler unterstellt haben, unter einem anderen Namen verfolgt werden und daß die selbe Taktik hemmungslos Anwendung findet."

Zu den Luftangriffen ist noch zu sagen, daß die ersten Bombenangriffe der Engländer auf nicht militärische Ziele im Deutschen Reich schon in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1940 (Churchills Regierungsantritt) begannen. Erst in der Nacht vom 20. Juni 1940 gab es den ersten Angriff der deutschen Luftwaffe auf militärische Ziele in England. So jedenfalls lautet die Aussage des englischen Militärhistorikers Liddelt Hart. 

Heinrich Banse, Haelhorst

 

 

Aufrechnung ist barbarisch
Betr.: "Ein fatales Signal" (Folge 31)

Es ist schon eine Form von Barbarei, wenn man Verbrechen begeht und sie dann damit entschuldigt, daß von der Seite der Verbrechensopfer auch oder möglicherweise zuerst Verbrechen begangen worden wären. Abgesehen davon, daß die Ersttat Auslegungssache sein kann (was für den Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung allerdings nicht gilt, den haben Deutschlands Kriegsgegner zweifelsfrei begonnen), entschuldigt kein Verbrechen ein anderes. Unsere christlich-abendländische Kultur kennt nur Opfer und wertet sie nicht.

Es erstaunt mich immer wieder, daß deutsche Politiker und andere über solche Selbstverständlichkeiten stolpern oder ganz einfach nicht den Mut haben, die Verbrechen der Kriegsgegner ohne jede Einschränkung zu verurteilen. 

Horst Vorau, Groß-Gerau

 

 

Beschämende Nestbeschmutzer
Betr.: "Ein fatales Signal" (Folge 31)

Meine Freude darüber, daß vielleicht die Zeit gekommen ist, in der die jüngere deutsche Geschichte wissenschaftlich exakt und ideologiefrei aufgearbeitet wird, ist durch den Bericht in der Preußischen Allgemeinen Zeitung erheblich getrübt worden. Sie berichteten, daß bei den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Vernichtung Hamburgs der Hamburger Bürgermeister und die Präsidentin der Bürgerschaft die Gelegenheit nicht versäumt haben, das eigene Nest zu beschmutzen. Wie beschämend für uns, daß der bei der Veranstaltung anwesende britische Botschafter Worte fand, die ihn als ehrlichen Botschafter der Versöhnung auswiesen.

Wann endlich weichen die masochistischen Selbstanklagen wissenschaftlicher Erkenntnis?

Dr. H. Bolte, Wietze

 

 

Hat Leiden einen Sinn?
Betr.: "Euthanasie ad portas?" (Folge 32)

Beim Lesen des Artikels kommt man zu dem Schluß, er müsse von einem Vertreter der Pharma-Industrie geschrieben worden sein. Denn sie ist es nur, die von dem qualvollen Sterben profitiert. Man schaue sich nur einmal die übervollen Medikamentenschränke mancher Altersheimbewohner an, da beginnt man zu begreifen, wie die Pharmaindustrie zu ihrem Reichtum gekommen ist.

In früheren Zeiten starb man alt im Kreis der Familie. Schwere Krankheiten zogen sich selten über längere Zeit hin. Den qualvollen, langsamen Tod, den man heute mit dem Einsatz von teuren Gerätschaften und Medikamenten hinauszögert, kannte man nicht. Nichts ist entwürdigender als dieses anonyme Sterben, dem heute viele Schwerkranke entgegensehen. Da muß es für die Betroffenen wie Hohn klingen, wenn gefragt wird, ob Leiden nicht auch einen Sinn hat.

Der beschworene christliche Anspruch auf Unantastbarkeit des menschlichen Lebens und der Schöpfung hört da auf, wo der Organismus mit Maschinen und Medikamenten künstlich am "Leben" erhalten wird. Daß man sich dagegen nur noch in letzter Konsequenz mit Sterbehilfe zur Wehr setzt, ist in meinen Augen christlicher als alles, was Menschenleben im Sinne des Profits künstlich verlängert.

Jens Kropp, Hamburg

Vom Leiden erlösen: Unzählige Menschen werden nur aufgrund moderner Medikamente und Geräte künstlich lange am Leben gehalten. Ob solch ein Leben aber auch immer lebenswert ist, wird gerade von Befürwortern der Sterbehilfe und so manchem Patienten in Frage gestellt. Foto: Archiv

 

 

Beste Zeitung
Betr.: "Euthanasie ad portas?" (Folge 32)

Ihr Artikel "Euthanasie ad portas" hat mich sehr gefreut. Ich bin schon seit langen Jahren Leserin Ihrer Zeitung, und dies gilt auch für eine liebe andere Ostpreußin, deren Eltern beim Einzug der Russen ermordet wurden, und deren Abonnementkosten ich übernommen habe. Die Preußische Allgemeine Zeitung ist nicht nur unserer Meinung nach die beste Zeitung. 

Martha Pampel, Bad Sachsa

 

 

"Scheckbuchdiplomatie" keineswegs beendet
Betr.: "Partner oder Vasall" (Folge 31)

Normalerweise lese ich in Ihrer Wochenzeitung die Beiträge von Wilhelm v. Gottberg gerne, weil diese gut recherchiert und durchdacht sind. Der obige Artikel hat mich jedoch in der offen dargelegten Ideologie fragen lassen, warum dieser Artikel in der Preußischen Allgemeinen Zeitung erschienen ist?

Es wird erwähnt, daß die Regierung Schröder/Fischer im Verhältnis zu den USA einen Paradigmen-Wechsel vollzogen hat, man abkommen will von einer bisher gepflegten Scheckbuchdiplomatie, daher - wie dies Artikel 26 GG vorsieht - wurde eine Nichtbeteiligung am Irak-Konflikt von Schröder verkündet.

Aber wie war die Vorgeschichte? Jeder wußte vor der Wahl im Herbst 2002, daß die USA unbedingt einen Krieg mit dem Irak wollten. Die Nato, die EU sowie die Uno funktionierten. Herr Schröder sah - trotz seiner Erfolge beim Elbehochwasser, seine Wahlchancen nicht besonders positiv - so daß er sich kurz vor der Wahl auf einer Wahlveranstaltung ohne Absprache mit seinem Wahlkampfbüro, seinen Mitarbeitern, äußerte, daß Deutschland sich auf keinen Fall an einem Krieg im Irak beteiligen wird, dies auch nicht, so legte er nach, auch wenn die Weltgemeinschaft der Uno anders entscheiden sollte. Diesen Aussagen in Niedersachsen auf einem Marktplatz waren meines Erachtens keine klaren Überlegungen vorausgegangen, die irgend etwas mit Emanzipation den USA gegenüber zu tun hatten oder mit Überlegungen in bezug auf Art. 26 GG, es war das für Schröder typische Gefühl für das, was das Volk hören wollte, also reiner Populismus und Opportunismus.

Die Fortsetzung der Geschichte war ja dann noch schlimmer. Schröder ging eine Allianz mit dem "Menschenrechtler" Putin und Chi-rac ein, der gerne Europa führen will und dem Deutschland zu groß geworden war. Die beiden Partner, diplomatischer als Schröder, sagten aber den USA gegenüber nicht, daß sie auch bei Uno-Beschluß für einen Krieg sich an diesem auf keinen Fall beteiligen würden. Damit waren sie - im Gegensatz zu Schröder - immer noch Verhandlungspartner für die USA, und nicht wie die Deutschen mit Schröders "Basta-Aussage" in Isolation. Als Folge, so kennen wir dies, bildeten die kleinen EU- und Noch-Nicht-EU-Staaten mit England eine Allianz zugunsten der USA, so daß wir nun eine gespaltene EU sowie Nato und Uno haben. Tolles Ergebnis! Schröder hat die Wahl gewonnen, die Nebenwirkungen sind jedoch unübersehbar.

Bush hat den Krieg - zum Ärger von Schröder - schneller gewonnen als erwartet. Er wird mit den administrativen Problemen im Irak - zur heimlichen Freude von Schröder - nicht fertig und braucht nun Staaten, die von Größe und Geld ihm aus der Patsche helfen können. Schröder, der isoliert auch in der Patsche sitzt, weil der "große Bruder" mit ihm nicht spricht, schickte daher Joschka Fischer in die USA, um diesen anzubieten, daß wir doch helfen könnten. Und womit wohl? Doch wieder mit Geld, Soldaten und sonstigem Know-how. Also doch wieder eine "Scheckbuchdiplomatie"?! Die sollte doch abgelegt sein, wir haben doch einen Paradigmenwechsel, dies schreibt doch Herr v. Gottberg so schön. Schön wäre es ja, wenn dies Realität wäre und Herr Schröder den Geldbeutel der EU gegenüber - und jetzt vielleicht im Irak, es will doch die USA im Moment doch nichts von uns - verschlossen halten würde in Konsequenz seiner "Zufallsdiplomatie", die ihren Ausgang auf einem niedersächsischen Marktplatz mit einem Einfall hatte. Schröder wird nun im Herbst - statt Fischer - zur Uno gehen, um Bush dort wohl indirekt auf sein Scheckbuch für eine Irakhilfe hinzuweisen, damit er einen Händedruck von ihm erhält.

Dr. Erwin Damaschke, Königswinter

 

 

Maske weggezogen 
Betr.: "Tarnfarbe: Braun" (Folge 29)

Mit dem Beitrag hat Herr Heckel wieder einmal ein Meisterstück der Argumentationskunst abgeliefert. Gratulation und Dank dafür!

Man kann bei ihm gewiß sein, neue Argumente für die Verteidigung unserer politischen Anschauungen zu finden. Diesmal hat er in beeindruckender Weise den Vertretern der Heuchelei ("Gutmenschen") die Mas- ke vom Gesicht gezogen. Insbesondere die Wertung des Nachkriegsgeschehens im Zusammenhang mit der Behandlung der Deutschen durch die Sieger und ihre ideologischen Vasallen verdient höchste Beachtung. Ich habe diese Zeitungsseite sorgfältig aufgehoben, um sie immer mal wieder zu lesen beziehungsweise um sie an "Bedürftige" weiterzugeben.

Jörg Metelmann, Neubrandenburg

 

 

Ohne parteipolitische Scheuklappen 
Betr.: "Partner oder Vasal" (Folge 31)

Ich gratuliere der Preußischen Allgemeinen Zeitung/Ostpreußenblatt zu Herrn v. Gottbergs ausgezeichneten Leitartikel. Als gründlicher Kenner der USA, wo man zwischen den wechselnden Regierungen und dem Volk unterscheiden muß, kann ich die Darstellung voll bestätigen.

Herr v. Gottberg ist oft als Kritiker der rot-grünen Bundesregierung in Erscheinung getreten. Es zeichnet ihn aus, daß er nicht mit parteipolitischen Scheuklappen herumläuft, sondern bei der amtierenden Bundesregierung das positiv herausstellt, was als solches festzustellen ist. In welcher Lage wäre Deutschland, wenn wir uns an dem Irak-Abenteuer beteiligt hätten.

Friedrich Carl Albrecht, Burgdorf-Ehlershausen

 

 

Gerhard Flämig ist unschuldig
Betr.: "Autor spionierte für die DDR" (Folge 31)

Der Inhalt des Leserbriefes entspricht nachweislich nicht den Tatsachen. Er ist geeignet, die Ehre des verdienten Journalisten, Politikers und früheren Bundestagsabgeordneten und Europaabgeordneten Gerhard Flämig zu verletzen und seinen Ruf zu schädigen.

Nachdem als Folge falscher Behauptungen und offensichtlicher Irrtümer und Verwechselungen von seiten der Bundesanwaltschaft zunächst ein Prozeß gegen Herrn Flämig eröffnet worden war, wurde dieser Prozeß am 26. November 1997 zu Lasten der Staatskasse abgebrochen, ohne daß Herr Flämig und sein Verteidiger Plädoyers zu halten brauchten. Es hatten sich weder Beweise noch stichhaltige Hinweise auf eine Spionagetätigkeit von Herrn Flämig ergeben.

Ernst Buck, Wächtersbach