© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 18. Oktober 2003


Quer durchs Beet / Personalien

Frankfurt (Oder) bildet Polen aus

Wie die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) mitteilt, absolvieren seit kurzem 18 polnische Lehrlinge aus Danzig in der brandenburgischen Stadt ein Praktikum bei deutschen Handwerkern. Damit sollen die jungen Leute mit Erfahrungen und Kenntnissen ausgestattet werden, die für ihre spätere Tätigkeit in der EU wichtig sind, so die Kammer. Wenn erst volle Niederlassungsfreiheit für Polen in der EU hergestellt ist, können die Jugendlichen auch eigene Betriebe, etwa im Bundesgebiet, eröffnen. Sofern sie nicht die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, könnten sie sofort auch ohne Meisterbrief eine Firma in Deutschland eröffnen. Der Meisterzwang gilt nämlich nur für Deutsche, nicht für in Deutschland tätige Ausländer.

 

Wahlzettel: SPD und PDS grösser

Offenbar um sicherzugehen, daß die Bürger auch den Richtigen wählen, sind auf den Kommunalwahl-Zetteln für den Kreistag der Uckermark die Namen der SPD- und der PDS-Kandidaten größer gedruckt worden als die der übrigen Parteien. Kreistage und Gemeindeparlamente werden in Brandenburg am 26. Oktober neu gewählt. Kreiswahlleiter Heiko Streich nimmt laut Märkischer Oderzeitung vom 14. Oktober keinen Anstoß an den Wahlbögen der Uckermark.

 

Erwin K. Scheuch ist im Alter von 75 Jahren verstorben

Der bekannte Soziologe und Parteienkritiker Erwin K. Scheuch ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Mit seinem 1992 erschienenen Buch "Cliquen, Klüngel und Karrieren" - einer spektakulären Untersuchung des parteiübergreifenden Polit-Filzes am Beispiel der Stadt Köln - wurde Scheuch bundesweit bekannt. Im letzten Interview vor seinem Tod äußerte sich Scheuch empört darüber, wie der nordrhein- westfälische Verfassungsschutz mit Linksradikalen paktiert, um die demokratische Rechte, insbesondere die Wochenzeitung Junge Freiheit, zu diffamieren (siehe unten und Zitate). Eine ausführliche Würdigung von Leben und Werk Erwin K. Scheuchs lesen Sie in der kommenden Folge der PAZ.

 

Unsichtbar, aber da! - irgendwie

Wir haben es zwar nicht gefunden, sind aber sicher, daß es da ist - nach dieser Devise verfolgt Hartwig Möller, Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, seit Jahren die in Berlin (!) ansässige Wochenzeitung Junge Freiheit (JF). Im Spiegel räumte er freimütig ein, keine rechtsextremen Äußerungen in dem konservativen Blatt festmachen zu können. Doch: Die auf Erhaltung von Freiheit und Demokratie abzielenden Beiträge der JF seien nur "Tarnstrukturen", es handele sich um "Code-Wörter", hinter denen sich der braune Ungeist verberge, so Möller - zwischen den Zeilen. An jenen Stellen also, die jeder, auch Hartwig Möller, mit eigenen Ideen vollmalen kann.

"Jetzt hören Sie schon auf, hier so eine Panik zu verbreiten!" Zeichnung: Götz Wiedenroth