© Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 01. November 2003


Noch lange nicht vergessen
Hermann Sudermann sind derzeit viele Veranstaltungen gewidmet

Die bildhafte Sprache und die machtvolle Interpretation zogen die Zuhörer so sehr in ihren Bann, daß man meinte, das Fallen einer Stecknadel hören zu können", schrieben wir nach einer Darbietung auf dem Deutschlandtreffen 2002 in Leipzig. Gemeint war eine Lesung aus Werken Hermann Sudermanns mit Kraft-Eike Wrede und Nora Bendig. Der Schauspieler, Dramaturg und Pädagoge für Sprecherziehung Wrede und die Schauspielerin Bendig haben es sich ange- legen sein lassen, den Dichter Hermann Sudermann und sein Werk im Bewußtsein der Literaturfreunde zu erhalten. Aus Anlaß des 75. Todestages des Ostpreußen am 21. November veranstalten sie am 23. November im Ratssaal Uelzen eine zweistündige Lesung unter dem Titel "Hermann Sudermann - ein vergessener Dichter?" (Beginn: 15 Uhr.) Wer die beiden Künstler in Leipzig erleben durfte, wird bedauern, daß nicht mehr Veranstaltungen stattfinden.

Hermann Sudermann allerdings erfreut sich gerade in seinem 75. Todesjahr einer besonderen Beliebtheit. So wird, wie Gisela Henze von der Hermann-Sudermann-Stiftung der PAZ mitteilte, ab dem 7. Dezember in der Kommunalen Galerie in Berlin-Wilmersdorf eine Austellung zu Leben und Werk des in Matzikken geborenen Ostpreußen zu sehen sein (bis 25. Januar 2004). Auch arbeite derzeit eine ägyptische Studentin über das Thema "Hermann Sudermann und Ägypten"!

Dem Ehepaar Clara und Hermann Sudermann hat sich Anton Stephan Reyntjes zugewandt. Er wird am 27. November, 19 Uhr, im Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus einen Vortrag zu diesem Thema halten. Die Frau an seiner Seite - Clara Sudermann (1861-1924), geborene Schulz, verwitwete Lauckner, aus Königsberg - stand im Schatten ihres Mannes. Kaum einer weiß, daß auch sie Schriftstellerin war. Bei einem Wettbewerb gewann sie mit ihrer Novelle "Der Stern" den ersten Preis; 1896 erschien ihr Roman "Die Siegerin", 1920 der Roman "Am Glück vorbei". Sudermann nannte sie seinen "sorgenden Schutzengel" und erzählte in seinem Roman "Die Frau des Steffen Tromholt" 1927 ihre Geschichte. Reyntjes wird in seinem Vortrag vor allem auf das Leben dieser ungewöhnlichen Frau an der Seite des erfolgreichen Mannes eingehen. Man darf also gespannt sein. SiS

Eingespieltes Team: Kraft-Eike Wrede und Nora Bendig Foto: Archiv