© Preußische Allgemeine Zeitung / 13. März 2004

Späte Anerkennung
Das "Miserere" von E.T.A. Hoffmann wird aufgeführt

Sein größter Wunsch war es, als Musiker anerkannt zu werden. Schon früh änderte er seinen dritten Vornamen Wilhelm und nahm den zweiten seines verehrten Vorbilds Wolfgang Amadeus Mozart an. In die Kulturgeschichte aber ist Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, kurz als E.T.A. Hoffmann bekannt, vor allem als furioser Schriftsteller eingegangen. Über 30 Bühnenwerke hat der 1776 in Königsberg Geborene verfaßt - Opern, Singspiele, Bühnen-, Ballettmusik und Melodramen -, aber auch über 50 Instrumental- und Vokalwerke, darunter mehrere Messen, hat er komponiert.

Seine bekannteste Oper "Undine" war vom Pech verfolgt ... Entstanden während der Befreiungskriege, erlebte sie 1816 in Berlin die Uraufführung, doch brannte das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt 1817 ab, und mit ihm auch die von Schinkel meisterhaft entworfenen Kulissen, die Kostüme und Dekorationen. 14mal war sie aufgeführt worden; doch nach diesem Unglück kam die ansonsten von der Kritik gerühmte Zauberoper nicht mehr auf den Spielplan. Auch heute wird sie nur zögerlich aufgeführt.

1809 komponierte der zu dieser Zeit in Bamberg tätige Hoffmann das "Miserere" zum Psalm 51, "Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte". Zu Lebzeiten des Komponisten (er starb 1822 in Berlin) wurde dieses Werk nicht aufgeführt; erst 1958 fand die Uraufführung in der Bamberger Karmelitenkirche statt. Im Rahmen ihres Passionskonzertes führt die Kantorei der Friedenskirche in Duisburg-Hamborn, Duisburger Straße 122, unter der Leitung von Tiina Marjatta Henke das "Miserere" von E.T.A. Hoffmann nun neben der Choral-Kantate "O Haupt voll Blut und Wunden" von Felix Mendelssohn Bartholdy und der "Trauermusik für Orchester" von Paul Hindemith auf (21. März, 18 Uhr; Karten unter 02 03 / 5 44 07 12 oder 02 03 / 4 84 62 26. os


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