© Preußische Allgemeine Zeitung / 17. Dezember 2005

LESERFORUM

Tod für das Vaterland wird versteckt
Betr.: „Deutscher Sonderweg selbst bis in den Tod“ (Nr. 48)

Unlängst habe ich in Briefen geblättert und viele auch gelesen, die deutsche Soldaten während des Zweiten Weltkrieges geschrieben haben. Viele von ihnen sind gefallen, andere oft mehrfach verwundet worden. Allen gemeinsam war ihre Opferbereitschaft für ihr Land, Deutschland, für das es selbstverständliche und wahrgenommene moralische Pflicht war, den Tod der Gefallenen zu würdigen und den Verwundeten jede erdenkliche Hilfe zukommen zu lassen. Und selbstverständlich gehörte dazu auch die Veröffentlichung in den Medien.

Daß sich die Sicht auf den Krieg nach der Niederlage und durch das Bewußtwerden des Holocaust änderte, ist zwangsläufig, aber die Rückschau kann doch nicht die Motive und Opferbereitschaft unserer toten und verwundeten Soldaten ändern. Aus einem Helden kann kein Verbrecher werden, wenn im Nachhinein offensichtlich ist, daß er für ein Regime gekämpft hat, das seinen Einsatz nicht verdient hat.

Heute wird der Tod für das Vaterland versteckt, was zu der Frage führt, ob es kein Vaterland mehr gibt, für das es sich zu sterben lohnt. Ein anderer Schluß ist kaum möglich, wenn der Tod eines Soldaten durch die Tätigkeit des Feindes wie ein Verkehrsunfall behandelt wird.

Wenn den Grabstein eines Gefallenen nicht einmal sein Name zieren darf, dann hat er wirklich sein Leben für nichts hingegeben. Er wäre besser nie Soldat der Bundeswehr geworden. 

Johannes Meister, Duisburg

 

Gänse verrieten Martinus durch ihr Schnattern
Betr.: „Wie ein Festtag prussifiziert wurde“ (Nr. 44)

Sie erklären in ihrem Artikel den Ursprung von Martinsbräuchen im rheinisch-westfälischen Raum.

Als Ergänzung möchte ich eine Erklärung für den Brauch des Gans-Essens anführen, den ich seit meiner Kindheit in Westfalen kenne: Der hl. Martin, auf einem stattlichen Pferd und in einer nachempfundenen römischen Soldatenuniform, ritt für ge-wöhnlich dem Zug der Kinder voran, die ihn mit bunten Laternen begleiteten. Am Ende desselben folgte jeweils ein von Pferden gezogener Wagen, auf dem ein paar Gänse in einem transportablen Pferch mitgeführt wurden.

Dieser Brauch geht auf folgende historische Ereignisse zurück: Der Soldat Martinus war mit 18 Jahren Christ geworden (334), missionierte darauf eine Zeitlang in seiner Heimat Ungarn, wo er allerdings auf Widerstände stieß. Im Jahr 360 war er in Poitiers (Frankreich) und gründete 361 ein kleines Kloster in Liguge, das erste Kloster in Gallien. 371 wurde ein Bischof für die Stadt Tours gesucht, und die Wahl fiel auf den Mönch Martinus.

Da er sich selbst aber für dieses Amt nicht würdig fühlte, versteckte er sich in einem Stall, wo ihn aber die Gänse durch ihr Schnattern verrieten.

Natürlich ist es kein Zeichen von Dankbarkeit, daß die Gänse nun für ihren „Einsatz für einen würdigen Bischof“ durch ihren Tod belohnt wurden!

Daher also der Brauch des Gans-Essens zu St. Martin!

Margret Nebo, Bad Homburg v.d. H.

 

Alleen vernichtet
Betr.: Ostpreußen

Im Oktober waren wir in Ostpreußen. Mein Sohn fuhr mich über die schöne Straße von Sensburg nach Nikolaiken, und ich freute mich auf die Birkenallee bei Selbangen. Plötzlich dachte ich: Das kann doch nicht wahr sein! Ich habe einen Albtraum. Da sind sie dabei, mit Motorsägen und viel Krach die schönen alten Birken abzusäbeln. Ich hätte schreien können: Hört auf! Und das alles ohne Vorwarnung, ohne Ampel konnten wir durchfahren und rechts und links von uns fielen die alten Bäume um. Das ist nun der Erfolg von Polens EU-Beitritt, daß sie nun die schönen alten Alleen umlegen können. Und wir geben noch das meiste Geld dazu!

M.E. v. Redecker, Raisdorf

 

Herabgesetzt
Betr.: „Nichts als Agitation“ (Nr. 47)

Wir Deutschen sind Politikern und Medien ausgeliefert, die sich seit Jahrzehnten bemühen, das eigene Volk und seine Geschichte herabzusetzen und auf die NS-Zeit zu beschränken. Das zeigt sich besonders gegenüber den Soldaten von Wehrmacht und Waffen-SS und gegenüber den Vertriebenen. Darum habe ich große Zweifel, ob es unter Merkel endlich zu einem „Zentrum gegen Vertreibungen“ kommt, von einer redlichen Beschäftigung mit der soldatischen Kriegsgeneration ganz zu schweigen. 

Paul Raibel, Düsseldorf

 

"Der Krieg ist hier, das ist Bagdad"
Betr.: „Wie nah ist Neukölln an Paris?“ (Nr. 46)

Durch die brennenden Städte in Frankreich sind auch unsere Multikultiphantasten aufgeschreckt worden. Ist das Ausländerproblem in Frankreich vor allem auf dessen koloniale Vergangenheit zurückzuführen, so wurde uns dieses durch rücksichtsloses Profitstreben und ideologische Verblendung eingebrockt.

Da es nur eine Frage der Zeit ist, wann auch in Deutschland bürgerkriegsähnlicher Aufruhr ausbrechen wird (noch sind die Zuwanderer ja im deutschen Sozialnetz wohl eingebettet!), versucht man nun hektisch mit verstärkten, kostenträchtigen Integrationsbemühungen (unter anderem durch Bereitstellung von Arbeitsplätzen – selbst ausgebildete junge Deutsche finden doch keine Anstellung!) „Parallelgesellschaften“ zu verhindern, – als wenn diese nicht schon längst in unseren Großstädten existieren würden! Daß die Integration („Lebenslüge“ Professor Bassam Tibi) gescheitert und keine Lösung des fahrlässig provozierten Bevölkerungsgemenges ist, demonstrierten drastisch die Täter in Holland (Mörder an Theo van Gogh), in England (Rucksackbomber) und in Frankreich (der meist minderjährige „Abschaum“ in den Banlieus): Sie waren fast alle „integrierte“ Staatsbürger ihrer Gastländer mit guten Sprachkenntnissen. In was sollten sich die Ausländer allerdings bei uns integrieren, wenn sie keine „Leitkultur“ erkennen können, außer eines „Kult mit der Schuld“, einem als „Toleranz“ verbrämten Relativismus?

Die bevölkerungspolitischen Gefahren, die wegen der kulturellen und zivilisatorischen Unterschiede drohen – hier eine überalternde Spaß- und „Mitnahmgesellschaft“, die ihre Zukunft bewußt verhütet, da eine religionsbezogene, geburtenstarke Minderheit –, wurden auch im vergangenen Wahlkampf gezielt von Politikern und Medien tabuisiert.

So werden auch die Kosten, die uns durch Ausländer im allgemeinen und durch Asylanten im besonderen entstehen, verheimlicht. Schon 1992 bezifferte der SPD-Oberbürgermeister Becker, Pforzheim, die jährlichen Ausgaben für Asylbewerber auf rund 17,5 Milliarden Euro (35 Milliarden D-Mark).

Auch die Probleme durch die Ausländerkriminalität werden unter den Teppich gekehrt.

Selbst die schulische Ausbildung unserer Kinder wird durch den vielerorts erschreckend hohen Anteil an Mitschülern „mit Migrationshintergrund“ (laut Pisa zu fast 60 Prozent nur „Kompetenzstufe I“) sträflich vernachlässigt.

Nur ein radikaler Gesinnungswandel und eine Kehrtwende insbesondere in der Ausländer- und Familienpolitik können das Schlimmste abwenden, sonst bewahrheitet sich auch bei uns bald der Ausruf des französischen Polizisten: „Das ist Krieg hier, das ist Bagdad!“

Dr. Bonifaz Ullrich, Blieskastel

Arabische Familie in Bonn: Der Grad der Integrationsbereitschaft der Eltern bestimmt auch die berufliche Zukunft ihrer Kinder. Die Anwendung der deutschen Sprache ist maßgeblich.

 

Keinerlei Achtung und Respekt
Betr.: „Multikulti in Flammen“ (Nr. 45)

Als meine Frau und ich am 1. September dieses Jahres im südlichen Spanien die Heimreise nach Deutschland antraten, wurden wir in der Folgezeit von Abertausenden Wagen mit französischen Nummernschildern begleitet, in denen Menschen aus den Maghreb-Staaten in Richtung Frankreich unterwegs waren. Diese waren einige Wochen zuvor – hoch beladen mit Fernsehgeräten, Kühlschränken und Waschmaschinen – in ihre Ursprungsländer Algerien und Marokko gereist, um dort ihre Verwandten zu besuchen und ihren Urlaub zu verbringen.

Natürlich mußten wir auf unserer Heimreise hin und wieder eine Rast einlegen und steuerten den einen oder anderen Autobahn-Rastplatz in Spanien und Frankreich an. Was sich uns hierbei darbot, spottet jeglicher Beschreibung. Allein schon der Außenbereich dieser Rastplätze bot einen Anblick wie auf einer Müllhalde – übersät mit Glas- und Plastikflaschen, Blechdosen und tonnenweise Papier und Plastik. Im Innenbereich – und hierbei speziell in den Toiletten – sah es noch schlimmer aus als draußen. Draußen auf den Parkplätzen kampierten die Wageninsassen zu Hunderten und Tausenden.

Hierzu muß man wissen, daß die Autobahnraststätten in Frankreich und Spanien jeden Tag gesäubert werden und normalerweise äußerst gepflegt sind, so wie wir dies von Deutschland her gewohnt sind.

Leider muß festgestellt werden, daß es diese Art von Zweibeinern ist, die die französischen Vorstädte bevölkert und zur Gewaltbereitschaft neigt. Diese Leute sind ganz offensichtlich nicht integrationsfähig und es fehlen ihnen so elementare Begriffe wie Achtung, Ehre, Respekt, Demut und Dankbarkeit, so auch gegenüber ihren jeweiligen Gastgeberländern. Sie werden niemals Franzosen sein, auch wenn viele von ihnen einen französischen Paß haben.

Genausowenig wie unsere Türken jemals Deutsche sein werden, selbst wenn die Regierungen noch so viele Pässe ausstellen.

Die Hauptschuld an diesem Dilemma tragen alle diejenigen, die kraft ihres Amtes Millionen von Zweibeinern in unsere Länder eingeschleust haben, sowie ferner alle diejenigen, die in der Vergangenheit und teilweise noch heute diesem Multikulti-Wahn verfallen sind. Aber mir ist nicht bange: Das deutsche Volk hat durchaus die Kraft, sich selbst fortzupflanzen!

Uwe B. Motzkuhn, Bad Bodenteich

 

Ein Fachmann für U-Boote
Betr.: „U-Bootbau in der Kaiserlichen Werft Danzig“ (Nr. 36)

In dem Artikel werden unter anderem die U-Boote der Reihe „U 19-22“ erwähnt, die mit Dieselmotoren angetrieben wurden. Mein Onkel Ernst Kalb war bei der Kaiserlichen Marine Oberingenieur und Kapitänleutnant. Er war damals der Kommandant von „U 19“, das heißt der erste U-Boot-Kommandant der Welt, der ein U-Boot mit Dieselantrieb befehligte.

Herr Ruhnau hat mit obigem Artikel bewiesen, daß er ein Fachmann für U-Boote ist.

Der PAZ wünsche ich viel Erfolg. Freue mich jeden Freitag, denn da steckt die PAZ im Briefkasten.

Manfred Keck, Breitenberg

 

Kann Frau Merkel ihren Kurs halten?
Betr.: „Konservative ohne Lobby“ (Nr. 41)

Hans Heckel hat die seelische Verfassung der CDU treffend dargestellt und vor allem ihrer Vorsitzenden mangelndes Verständnis für ihre bislang noch treu gebliebenen Wähler mit konservativer Einstellung beklagt. Frau Merkel hat sich zu sehr dem neuen Zeitgeist angepaßt und stuft konservative Ansichten offenbar als rechts ein. Vielleicht liegt es an ihrer Herkunft aus einer Umgebung, in der es nicht opportun war, gegen den Stachel zu lecken, ohne politisch ins Hintertreffen zu gelangen. Auch in der derzeitigen Konstellation der Parteien im Bundestag verhält sie sich recht zurück-haltend. Hierzu seien deshalb einige Anmerkungen erlaubt.

Frau Merkel ist zwar mit fast einhelliger Zustimmung zur Vorsitzenden der gemeinsamen Fraktion aus CDU/CSU gewählt worden, doch dieser Schein trügt. In der Fraktionsgemeinschaft treten zwei Schwestern auf, deren Vorstellungen nicht immer unter einen Hut zu bringen sind. Außerdem sind sie durch kaum zu übersehende Animositäten gekennzeichnet. Das zeigte sich vor allem bei dem Geschacher um die Besetzung der Ministerposten und fand sein exemplarisches Beispiel darin, daß Herr Stoiber mit Herrn Seehofer Frau Merkel ein Kuckucksei ins Nest legte, das sie nun ausbrüten muß. Der CSU-Chef hat es offenbar noch immer nicht überwunden, daß ihm vor drei Jahren der Taktstock aus der Hand gerissen wurde. So will er jetzt im neuen Orchester wenigstens die erste Geige spielen.

Dieser latente Zustand bot keine guten Voraussetzungen für die Koalitionsverhandlungen. Frau Merkel stand ein kompaktes und in sich geschlossenes Korps gegenüber, das von einem erprobten Strategen straff geführt wird.

Die eigenen Bataillone werden dagegen von zwei Befehlshabern kommandiert, die durchaus verschiedene Marschrichtungen vorgeben. Sie sind deshalb instabil und weisen zudem einen schwachen rechten Flügel auf.

Man ist versucht, Frau Merkel auf jenen Mönch namens Martin Luther aufmerksam zu machen, der sich vor dem Reichstag in Worms verantworten mußte und dem zugerufen wurde: „Mönchlein, Mönchlein, du gehst einen schweren Gang.“ Wird sie auch bei erforderlichen Kompromissen in bestimmten Fragen dennoch so standhaft bleiben, wie Martin Luther, als er ausrief: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen“.

Es sind Zweifel angebracht. Um so besser wäre es, sie würden sich als unbegründet herausstellen. Wünschen wir also Frau Merkel gutes Gelingen.

Walter Grubert, Hannover

 

"Eingewandert!"
Betr.: Vertreibung

In der Sendung „Wir erinnern“ im Deutschlandfunk vom 1. Dezember 2005, wurde des Schauspielers und Regisseurs Hans Schweikart gedacht.

Bei dieser Gelegenheit konnten die Hörer des Deutschlandfunk vernehmen, daß seine Eltern weder vertrieben, noch geflüchtet waren. Die Eltern sind „aus Ostpreußen eingewandert!“

Das von Ostdeutschland „befreite“ Restdeutschland wurde also bereits 1945 zum Einwanderungsland für die Menschen, die aus den ostdeutschen Ländern nach hier einwandern wollten oder mußten? – So hat R. v. Weizsäcker also recht mit der Aussage einer „unfreiwilligen Wanderung ...?“

Wenn es nun also keine Vertriebenen mehr gibt, ist dann nicht eine Gedenkstätte für die Vertriebenen in Berlin inzwischen obsolet? (Reiner Sarkasmus!)

Ruth Bachmann, Bad Arolsen

 

Amüsant
Betr.: „Die fünf Wurzeln des Hasses“ (Nr. 47)

Ihre Meldung, daß die große alte Volkspartei SPD Verbindungsstudenten nicht mehr in ihren Reihen aufnimmt, überrascht mich nicht, indes bin ich amüsiert, waren doch die Urgesteine und Vordenker der Partei Karl Marx und Ferdinand Lassalle Corpsstudenten.

Dr.-Ing. Friedrich Tillmann, Hattingen

 

Zur Frau mutiert
Betr.: „Pannonicus“

Jeden Freitag freue ich mich auf die Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt. Sie ist eine Perle unter den konservativen Blättern.

Eine besondere Freude bereitet mir immer der „Pannonicus“. Seit es ihn gibt, bin ich zur Frau mutiert: Da er auf der letzten Seite steht, lese ich nämlich die Zeitung immer von hinten nach vorne! 

Dr. Alois Burkert, Cham-Wilting

 

Hoffen auf Merkel
Betr.: „EKD-Chef gegen Zentrum“ (Nr. 45)

Bischof Huber ist erstaunlicherweise nicht nur der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, sondern auch SPD-Mitglied. Wie sein katholischer Amtsbruder, Kardinal Sterzinsky, lehnt er ein „Zentrum gegen Vertreibungen“ in Berlin ab. Beide sind Deutsche und Oberhirten ihrer deutschen Gemeinden und deren Gläubigen, zu denen auch die Vertriebenen mit ihrem schweren Schicksal gehören.

Anläßlich des Deutschlandtreffens 2005 in Berlin sagte der ehemalige Hochkommissar für Menschenrechte, Jose Ayala Lasso, zu diesem Thema: „Heimatrecht ist Menschenrecht“.

Es ist niederschmetternd, was unsere Oberhirten von sich geben, aber erklärt möglicherweise die leeren Bänke in ihren Kirchen. Hoffen wir, daß Frau Merkel (CDU) ihr Versprechen hält und die Errichtung eines „Zentrums gegen Vertreibungen“ in Berlin weiterhin unterstützt.

Doris Richter, Berlin-Britz

 

Die Herzen schlagen nicht für Berlin als Hauptstadt
Betr.: „Die ungeliebte Hauptstadt“ (Nr. 42)

Nicht erst mit diesem Beitrag hat sich Annegret Kühnel als Kennerin Berlins und unangepaßte Hauptstadtreporterin ausgewiesen. Seit der halbherzigen Bundestagsabstimmung für Berlin schlagen auch weiterhin die Herzen nicht für die Hauptstadt. Der Regierungsumzug ist noch immer nicht abgeschlossen. Ex-Bundeskanzler Schröder hielt nur einen zweiten Wohnsitz in Berlin. Ministerpräsident Stoiber entschied sich erst nach der Bundestagswahl für ein Ministeramt in der Bundeshauptstadt, um dann doch nach Bayern zurückzugehen. Der Bau der Magnetschwebebahn nach Hamburg ist lange fallengelassen. Vom Luftdrehkreuz Berlin-Brandenburg spricht keiner mehr. Die wenigen verbliebenen Industrieunternehmen schließen Produktionsstätten.

Die Berliner Landespolitik fördert auch weiter diese Lieblosigkeit. Die letzte große Schande hat der Senat mit der Beseitigung des Mauermahnmals aus 1067 Gedenkkreuzen in der Friedrichstraße auf sich genommen. Die Berliner selbst verleihen ihrer Stadt nicht gerade Strahlkraft, indem sie in ihrer Zwiespältigkeit verharren. Was soll der Sturmlauf für den Erhalt des S-Bahnhofs Zoologischer Garten als Fernbahnhof, während der neue Hauptbahnhof Lehrter Bahnhof immer mehr Konturen annimmt? Was bezweckte die künstlerische Bespielung der Ruine auf dem Schloßplatz, während der Wiederaufbau des Berliner Schlosses vom Deutschen Bundestag lange beschlossen ist?

Darum weg mit Sinnkrise und Selbstzweifel! Da Wahlen nichts voranbringen, halte ich es mit Handeln und Tun „im kleinen“. So bin ich Mitglied im Förderverein Berliner Schloß und zahle auch regelmäßig in die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ ein. Meine Unterstützung und Teilnahme an Veranstaltungen mit Zeitzeugen bekommen die regen Gedenkstätten Hohenschönhausen und Deutscher Widerstand. Nicht nur Geld, auch Unterschriften helfen den Anliegen der Gesellschaft Historisches Berlin, die unter anderem über originalgetreue Restaurierungen auf der Museumsinsel wacht. Die Bestände der großen Bibliothek, in der auch Nachwuchswissenschaftler umsichtig betreut wurden, lagern bis heute in dem Kühlhaus eines Schlachthofes. Letztlich kann ich das Briefeschreiben nicht lassen. Regierender Bürgermeister, Minister, Bundestagsabgeordnete, Kommunalpolitiker und Institutionen antworten geschraubt, umwunden, ausweichend – unbefriedigend, oft nach vielen Wochen oder gar nicht. Das darf nicht entmutigen: „Die Masse macht’s“. Lassen wir uns ein auf unsere Hauptstadt und somit auf unser Vaterland! 

Ditmar Hinz, Berlin

Gespalten: Während der Berliner Senat sich für den Abriß des Palastes der Republik entschlossen hat und von einem Teil der Bevölkerung unterstützt wird, demonstrierten Anhänger des ehemaligen DDR-Regierungssitzes Mitte November für dessen Erhalt.

 

Zentrum und Schloß nur Illusion?
Betr.: „Sichtbares Zeichen in Berlin“ (Nr. 47)

Will man wirklich Frau Merkel beim Wort nehmen, wird man sich gefallen lassen müssen, daß die diesbezüglichen Sätze im Koalitionsvertrag nach der jeweiligen Interessenlage ausgelegt werden. Wir haben acht Sozialdemokraten im Kabinett und wissen nicht, wie wir die Minderheit der Unions-Minister einzuordnen haben. Als Streiter für das „Zentrum gegen Vertreibungen“ in Berlin sind sie mir noch nicht aufgefallen. Sollte ich eine diesbezügliche Regung übersehen haben, bitte ich um Verzeihung.

Für mich grenzte es an ein Wunder, wenn zu Frau Merkels Regierungszeiten das Zentrum endlich in Berlin seinen Platz gefunden hätte. Das dürfte so wenig der Fall sein wie der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Aber dafür werden wir eine Gedenkstätte für Sinti und Roma bekommen, und weitere NS-Opfer wollen auch noch berücksichtigt werden.

Nur unserer deutschen Opfer – Soldaten, Kriegsgefangenen, Bombenopfer, Opfer von Gewalt und Vergewaltigung und unserer Vertriebenen – wird nicht in angemessener Weise gedacht.

Ob das mit der Kanzlerin Merkel besser wird. Ich glaube es nicht.

Neander Neubert, Berlin

 

Vorkriegsgreueltaten der Polen an der deutschen Bevölkerung sind kaum bekannt
Betr.: „Befreiung oder Niederlage“ (Nr. 39)

Sehr dankbar bin ich für die Artikelserie: „Befreiung oder Niederlage“. Besonders die Teile 16 und 17 haben mich sehr interessiert. Dort liest man vieles über die polnischen Greueltaten beim Ausbruch des Krieges, die in unserem Land, genauso wie in Polen, größtenteils verschwiegen werden. Ich selber bin 1928 im sogenannten „polnischen Korridor“ geboren und habe das große Leid erlebt, das den Deutschen in ihrer alten Heimat, die 1920 polnisch wurde, zugefügt wurde.

Die Polen hielten sich an keine geschlossenen Verträge, vertrieben schon damals fast zwei Drittel der deutschen Bevölkerung aus ihrer Heimat und schikanierten die Zurückgebliebenen, wo es nur ging. Von den deutschen Gütern wurde teilweise im Laufe der 30er Jahre bis zu 80 Prozent ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche enteignet. Das war nur der Anfang der polnischen Schikanen. Schlimmer wurde es bei Kriegsausbruch am 1. September 1939. Da wurden Hunderte der deutschen Bevölkerung von Polen verhaftet und auf gewaltsamen Fußmärschen ins Innere Polens getrieben. Diejenigen, die dabei schlapp machten, wurden rück-sichtslos erschossen.

Noch viel schlimmer wurde es am 3. September 1939, dem „Blutsonntag“ in Bromberg. Nach Zeugenaussagen wurden die Polen in den Gottesdiensten aufgehetzt. Sie holten die deutsche Zivilbevölkerung, die sich ängstlich in den Häusern versteckt hielt, auf die Straße und ermordeten sie dort, teilweise auf ganz grauenvolle Weise. Im Stadt- und Landkreis Bromberg starben dabei über 900 Deutsche. In dem Buch „Pommerellen / Westpreußen 1919–1939“ von Hugo Rasmus sind alle namentlich aufgeführt.

Wenn man es heute verurteilt, daß Polen nach dem Zweiten Weltkrieg ein Viertel der deutschen Ostgebiete besetzt hält, entgegnen einem viele in Deutschland: „Dafür mußten die Polen auch einen Teil an Rußland abgeben.“ Daß dieses russische Gebiet erst nach dem Ersten Weltkrieg, gegen jedes Völkerrecht, von Polen besetzt wurde und daß in diesem Gebiet neben den verschiedenen Völkern nur eineinhalb Millionen Polen lebten, wissen die meisten nicht.

Marie-Luise von Weitzel, Grasbrunn

 

Wer meint es denn gut mit unserem Lande?
Betr.: „Zu belastet – Sachsen streitet um Nationalhymne“ (Nr. 43)

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland.“ Muß es da nicht einem redlichen Linken schaudern, wenn er diese Worte singen und auch fühlen soll? „Danach laßt uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand.“ Und auch das noch: nach Recht und Freiheit für das eigene Land streben? Wer wollte denn die Einheit? Doch wohl nicht die „deutsche“ Linke. „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.“ Kann das ein Linker verstehen? „Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland.“ Wer sich das ausgedacht hat, kann doch nicht von dieser Welt sein. Und dann soll man das auch noch singen? Ist das nicht eine Zumutung für jeden, der die Schuld der Deutschen zu seiner eigenen gemacht hat? Und wird es denn bald überhaupt noch Deutsche geben? Die Muslime werden immer mehr, die Deutschen immer weniger.

Vieler Gedanken kurzer Sinn: Was v. Fallersleben da einmal aufgeschrieben hat, gehört für einen Linken nicht mehr in unsere Zeit, es zu lernen, würde nur Schüler belasten, die oft nicht einmal Deutsch können. Das sollte man ihnen sogar in Sachsen ersparen, wo sich die NPD rührt und die CDU darum zu nationalen Tönen findet und selbst die Hymne lernen lassen will.

Ja, wer meint es denn gut mit unserem Land, was ja die Voraussetzung zum Singen unser Hymne wäre? Der Bundespräsident oder der Präsident des Bundestages vielleicht, aber dann: Denken wir doch an Ex-Minister Trittin, der unsere Hymne lieber auskotzen würde als sie zu singen.

Höre ich unsere Hymne, denke ich noch immer an den ersten Vers. Aber ich mag auch den dritten und fühle mich als Deutscher und mag mein Land und möchte auch nicht anderswo leben. Wer kann das von sich sagen? Und werden wir nicht immer weniger?

Gottfried Kaltenbach, Augsburg

 

Gebetsmühle
Betr.: „Wortgeklingel – heute wie früher“ (Nr. 46)

Nach Einschätzung kluger und unkluger Leute geht Deutschland auf dem Zahnfleisch. Es fehlt an allem: an Geld, an guten Worten und an positiven Signalen.

Das einzig Wahre in dieser verlogenen Republik ist die sich immer schneller drehende Gebetsmühle: „Mea maxima culpa!“, die von Polithanseln und Journalisten umkreist wird: Das hatten wir ja schon mal! Nie wieder Familie, Heimat, Vaterland! Denn das hatten wir ja schon mal! Oh, oh, belasteter Namens-Träger: (Stahl-)Träger entlasten und Lasker-Schüler draufpacken! 

Manfred Bremhorst, Remscheid

 

Zwar übersichtlich, aber nichts zum Schmunzeln
Betr.: Neues Format

Als ich im Oktober von meiner Studienreise aus Italien nach Hause kam, hatten sich einige Ostpreußenzeitungen angesammelt. Beim Lesen stellte ich fest, daß Sie die Zeitung neu konzeptioniert haben. Zwar übersichtlicher, nüchterner, aber es ist nicht mehr unsere Ostpreußenzeitung. Es fehlen die netten, liebenswerten Geschichten, über die man herrlich schmunzeln konnte. Ich vermute, daß die jüngeren Mitarbeiter Ihrer Redaktion darüber entschieden haben, diese Geschichten nicht mehr zu bringen. Schade! Vergessen Sie nicht, daß die größte Gruppe Ihrer Leser die älteren Ostpreußen sind. 

Ilse Kowallik, Kriftel


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