© Preußische Allgemeine Zeitung / 17. Dezember 2005

Geschenkte Noten
Widmungen nicht nur aus Liebe

Es war eine heiße Liebesgeschichte, die sich da zwischen Mozart und Aloisia Weber anbahnte. Der junge Musikus war so sehr verliebt in seine Schülerin mit der zauberhaften Stimme, daß er alle möglichen Strapazen auf sich nahm, um sie singen zu hören. Sie aber gab sich spröde, konnte ihn nicht lieben und wies ihn ab. Mozart heiratete schließlich die jüngere Schwester Constanze. Aloisia aber brillierte auf der Bühne in der Rolle einer Opernfigur, die den Namen ihrer Schwester trug – als Constanze in der „Entführung aus dem Serail“.

Es sind nicht nur Liebesgeschichten, die Ursula Schneewind, promovierte Musikwissenschaftlerin und Musikredakteurin beim Rundfunk, zusammengetragen und in dem Band Jede Note an Dich gerichtet. Musikalische Widmungsgeschichten (Blessing, München, 416 Seiten, geb., 19 Euro) veröffentlicht hat. Als Bach sein „Musikalisches Opfer“ Friedrich dem Großen widmete, buhlte er um sein Ansehen als Vertreter des „alten Stils“. Auch bei Beethoven und Arnold Schönberg waren es politische Gründe, die bei der Widmung eine Rolle spielten. Und nicht immer erreichten die Widmungen ihr Ziel. Der junge Franz Schubert etwa mußte eine herbe Enttäuschung einstecken, als er seinem ersten Liederheft mit Goethe-Vertonungen eine Widmung voranstellte. Goethe verweigerte schlicht die Kenntnisnahme. Ein besonderes Buch für Musikfreunde, spannend und wissensreich. Man


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