© Preußische Allgemeine Zeitung / 17. Dezember 2005

Deutsches Historisches Institut Warschau

Das Deutsche Historische Institut (DHI) Warschau, Palac Karnickich, Aleje Ujazdowskie 39, PL 00-540 Warszawa, Telefon (00 48 / 22) 5 25 83-00, -02, Fax (00 48 / 22) 5 25 83 37, E-Mail: dhi@dhi.waw.pl, wurde 1993 gegründet. Es ergänzt die Reihe Deutscher Historischer Institute in Rom, Paris, London und Washington. Wie diese ist es Teil der bundesunmittelbaren Stiftung öffentlichen Rechts Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (D.G.I.A.) und wird finanziell vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragen.

Arbeitsbereich des Instituts ist die Geschichte Polens und der deutsch-polnischen Beziehungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart im gesamteuropäischen Zusammenhang.

Das Institut verfügt derzeit über acht Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter, die ihre Forschungsprojekte individuell und selbständig mit dem Ziel der persönlichen Weiterqualifizierung bearbeiten. Daneben untersucht zur Zeit ein Mitarbeiter den Polenfeldzug 1939. Darüber hinaus sind folgende Projekte am Institut angesiedelt: 1. Edition der Aufzeichnungen des Martin Gruneweg (1562 – etwa 1606), 2. Erschließung des ehemaligen Bestandes Denkmalkonservator Ostpreußen, 3. Akkulturations- und Assimilationsprozesse in deutsch-polnischen Grenzgebieten im 19. und 20. Jahrhundert und 3. Editionsprojekt SBZ/DDR-Polen 1945/49-1990.

Das Institut organisiert und veranstaltet wissenschaftliche Konferenzen, Vorträge, Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen, Kolloquien mit Stipendiaten und anderen jüngeren Wissenschaftlern sowie Seminare für deutsche und polnische Studenten. Zu den Tätigkeitsfeldern gehört ebenfalls die Erteilung von Auskünften und die Vermittlung wissenschaftlicher Kontakte vornehmlich zwischen Polen und Deutschland, aber auch zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen anderer Staaten.

Die Institutsbibliothek stellt polnischen Historikern sowie den am Institut tätigen Wissenschaftlern, an deren speziellen Arbeitsthemen sie zu einem gewissen Teil ausgerichtet ist, Fachliteratur zu Forschung, Lehre und Studium zur Verfügung. Sie ist eine Präsenzbibliothek, eine Ausleihe ist nicht möglich. Kopiermöglichkeiten sind vorhanden. Sammelgebiet ist der Zeitraum von der frühmittelalterlichen Christianisierung sowie Staats- und Nationenbildung in Europa bis zur Gegenwart. Räumlich liegen die Schwerpunkte auf der deutschen und polnischen Geschichte; besondere Aufmerksamkeit wird der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen geschenkt. Auch die jüdische Geschichte stellt ein Sammelgebiet dar. Aus dem Bereich der westeuropäischen und angloamerikanischen Geschichtswissenschaft werden die vermeintlich wichtigsten Überblicksdarstellungen und methodisch interessierende Arbeiten angeschafft. Die Bibliotheksbestände belaufen sich zur Zeit auf rund 60000 Bände, es werden über 340 Zeitschriften fortlaufend bezogen, wobei auch die deutsche landesgeschichtliche Forschung abgedeckt wird. Durch Schenkungen und gezielte Ankäufe besitzt die Bibliothek einige ältere Bestände.

Im Internet präsentiert sich das Institut mit einer eigenen Homepage, www.dhi.waw.pl, über welche der Bibliothekskatalog eingesehen werden kann und Serviceleistungen angeboten werden.

Das DHI Warschau veröffentlicht Forschungsergebnisse und Quellen aus dem Arbeitsbereich des Instituts sowie als herausragend eingestufte historische Studien in deutscher beziehungsweise polnischer Übersetzung. Das Institut gibt die Schriftenreihen „Deutsches Historisches Institut Warschau. Quellen und Studien“, „Klio w Niemczech“ (Übersetzungen aus dem Deutschen), „Klio in Polen“ (Übersetzungen aus dem Polnischen) und „Einzelveröffentlichungen des DHI Warschau“ heraus. Seit 1995 erscheint jährlich ein „Bulletin“, das über die Tätigkeit des Instituts sowie die Projekte der Mitarbeiter informiert. Jeweils ein größerer Beitrag behandelt die polnische Geschichtswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der dortigen Institutionen und Archive einschließlich ihrer Adressen, Aufgaben und Bestände.

Schließlich vergibt das DHI Warschau Stipendien zur Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der polnischen Geschichte und der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Die Stipendien werden in der Regel an Bewerber aus der Bundesrepublik Deutschland zur Unterstützung von Promotions-, Habilitations- und Forschungsprojekten vergeben, die aufgrund der Quellen- und Literaturlage einen Aufenthalt in Polen erforderlich machen.


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