© Preußische Allgemeine Zeitung / 17. Dezember 2005

ZITATE

Die „Frankfurter Allgemeine“ vom 12. Dezember faßt das Engagement von Altkanzler Schröder im Erdgas-Konsortium wie folgt zusammen:

„Verkürzt und auf den Kern gebracht, ergibt sich folgende Situation: Der frühere Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, der den Pipeline-Vertrag an entscheidender Stelle mitausgehandelt hat, wird offenbar von seinem Freund Putin mit einem prestigeträchtigen Posten bedacht. Er wird aber letztlich Befehlsempfänger des russischen Staates.“

 

Die lettische Zeitung „Neatkariga Rita Avize“ sorgt sich wegen des Pipeline-Projekts unter der Ostsee, mit dem die baltischen Länder und Polen umgangen werden, um die deutsch-lettischen Beziehungen:

„Die Trasse auf dem Grund der Ostsee verletzt deutlich die Interessen Lettlands als Transitland … Um so schmerzlicher ist es, daß dieser Schlag unter die Gürtellinie ausgerechnet aus Deutschland kommt.“

 

Die römische Zeitung „La Republika“ vom 12. Dezember analysiert hierzu:

„Moskau wollte, daß die Pipeline die ehemaligen Sowjetsatelliten umgeht, um diese für ihre Politik der Europa- und Transatlantikfreundlichkeit zu bestrafen. Die Regierung … von Angela Merkel erbt nun von der Regierung Schröder ein echtes Imageproblem.“

 

Biedermeier- Walzer

Kommt ein Flieger geflogen

mit dem Auftrag streng geheim,

ist gewiß er uns gewogen,

sei's auch nur für den Reim.

Will bei uns er mal landen,

wie’s ein Flieger eben tut,

wird’s ihm gern zugestanden,

denn der Onkel ist gut.

Lieber Flieger, fliege munter,

schaff’ die Ladung – husch, husch, husch –

tief ins Morgenland runter

oder gar zum Hindukusch.

Und der Flieger sind viele

wie der Töne im Geläut –

bringen Frachten an Ziele,

wo man sicher sie betreut.

Wie berühmte drei Affen

halten immer wir den Mund,

nur nix hören, nur nix gaffen,

gäbe gar keinen Grund.

Und wenn andere munkeln

– manche sind so ordinär –

über Flüge tief im Dunkeln,

hilft der Onkel uns sehr.

Denn dann schickt uns der Beste

sein gebräuntes Engelein

mit ganz schneeweißer Weste –

soll ein Fingerzeig sein.

Und die Mär aus dem Schnabel

tönt uns wundersam feil:

Wie vom Wolf in der Fabel

wird uns Frieden zuteil.

Nachwort: Liebe Leser, wißt Ihr, daß das zum Volkslied gewordene „Kommt ein Vogerl geflogen“ eigentlich aus der Biedermeier-Zauberoper „Wien in einem anderen Welttheile“ stammt? Die Worte sind von Adolf Bäuerle und die Melodie von Wenzel Müller.

Pannonicus


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