© Preußische Allgemeine Zeitung / 29. April 2006

Drei Austauschschüler suchen Gastfamilien
Auch 2006 organisiert die AFS Interkulturelle Begegnungen für russische Schüler ein Jahr in Deutschland
von Inge Rauschning

Im laufenden Schuljahr verbringen zum ersten Mal drei russische Schülerinnen aus Königsberg durch den AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. ein Schuljahr in Deutschland. Ein Artikel in der Preußischen Allgemeinen Zeitung / Das Ostpreußenblatt vom 28. Mai 2005 trug dankenswerterweise dazu bei, daß Gastfamilien für sie gefunden wurden.

Die drei leben in Varel, Bonn und Berlin. Sie haben ihre mitgebrachten Deutschkenntnisse ausgebaut und können sich inzwischen gut unterhalten und in der Schule mitarbeiten. Alle fühlen sich in ihren Gastfamilien wohl und nehmen gern an ihrem Leben teil. So hat Galina in Bonn zum Beispiel Fahrrad fahren gelernt, um Ausflüge ihrer Gastfamilie mitmachen zu können. Wegen der Straßen- und Verkehrsverhältnisse fährt man in Rußland kaum oder selten Rad und so bringt man es den meisten Kindern und Jugendlichen nicht bei.

Nun sind in Königsberg aus einer größeren Bewerberzahl wieder drei junge Menschen ausgewählt worden, die gern im kommenden Schuljahr von Anfang September 2006 bis Mitte Juli 2007 in einer deutschen Familie leben und hier zur Schule gehen möchten. In diesem Jahr sind es zwei Mädchen und ein Junge. Alle drei haben Kenntnisse in Englisch und Deutsch und sind gute Schüler:

Elizaveta (knapp 16) hat einen jüngeren Bruder. Zur ihrer Familie gehören auch zwei Hunde und zwei Katzen. Sie liest, diskutiert und kocht gern, liebt das Meer und hat neben der Schule Kunstkurse besucht. In Gruppen und in der Schule übernimmt sie gern Verantwortung und schreibt zum Beispiel Artikel für die Schulzeitung.

Lina ist schon 17. Sie hat eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder und interessiert sich ganz besonders für Fremdsprachen. Ihre Mutter war früher Pianistin, Lina besucht öfter mit ihrer Familie Konzerte. Sie ist sportlich, spielt Volleyball, Basketball und Tennis und nimmt an Schulwettkämpfen teil. Auch sie liest gern.

Mihail ist 16 und hat keine Geschwister, aber eine Katze und viele Freunde. Auch er ist sportlich, hat sieben Jahre lang Karate betrieben und spielt Fußball. Er schaut sich mit seinem Vater gern Fußballspiele und Boxwettkämpfe an und verbringt auch gern Zeit am Computer.

Die Gasteltern können ältere, gleichaltrige, jüngere oder gar keine Kinder haben und auch alleinerziehend sein. Wichtig ist, dem Familienmitglied auf Zeit ein Zuhause zu geben.

Der AFS Interkulturelle Begegnungen begann als American Field Service bereits 1947 mit dem Schüleraustausch. Er gehört zu den großen, erfahrenen, gemeinnützigen Schüleraustausch-organisationen weltweit. Über ganz Deutschland verteilt gibt es 89 ehrenamtliche AFS Komitees. Der deutsche AFS hat seinen Sitz in Hamburg sowie Regionalbüros in Berlin, Wiesbaden, Stuttgart und ebenfalls Hamburg.

Die Austauschschülerinnen werden auf das Schuljahr in Deutschland vorbereitet und während ihres Aufenthaltes hier von ehrenamtlichen Mitarbeitern des AFS betreut. Diese helfen, wenn nötig, bei der Wahl der Schule und bei kleineren Problemen. Sollte ein harmonisches Zusammenleben auf Dauer nicht möglich sein, sucht der AFS eine neue Gastfamilie.

Es gibt im Laufe des Jahres einige Veranstaltungen für Gastfamilien und Schüler.

AFS-Schüler sind kranken- und haftpflichtversichert. AFS Deutschland bezahlt evtuell notwendige Monatskarten, Schulbücher und extra Deutschstunden. Sie bringen Taschengeld mit. Für die Schüler aus Königsberg wird der sonst übliche Elternbeitrag von einer deutschen Stiftung übernommen, so daß sie unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familie ausgewählt werden konnten. Die Gastfamilien laden die Schülerinnen zu sich ein und kommen für den Unterhalt auf.

Das Leben in einer Familie für zehn Monate ermöglicht ein intensives gegenseitiges Kennenlernen und den Aufbau dauerhafter freundschaftlicher Kontakte. Die Schüler machen hier vielfältige interkulturelle Erfahrungen, und es ist auch für die Gastfamilien eine Bereicherung, sie dabei zu begleiten. Die Öffnung nach Europa und der Brückenschlag zwischen unseren Ländern ist gerade für die Menschen in der Enklave Königsberg besonders wichtig.

Wenn Sie einen der jungen Königsberger als Familienmitglied auf Zeit in Ihre Familie aufnehmen wollen oder Verwandte und Bekannte irgendwo in Deutschland dafür begeistern können, dann nehmen Sie doch bitte Kontakt auf mit Inge Rauschning, Rodetal 1 a, 37120 Bovenden, Telefon (0 55 94) 9 31 74, Telefax (0 55 94) 9 31 75, E-Mail: rauschning.rodetal@online.de

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