© Preußische Allgemeine Zeitung / 20. Mai 2006

Leserforum

"Kampf gegen die Herrschaft des Verdachts"
Betr.: "Wie wir doch noch Weltmeister werden können" (Nr. 18)

Der von unseren "stets kritischen" Medien als Rassismus hochstilisierte Vorfall in Potsdam lieferte Ihnen den Stoff zu einem satirischen Medienrückblick. Sie berichteten unter anderem auch von einem Leser aus Brandenburg, der sich darüber geärgert hat, wie Meinungsmacher und Politiker mit Jörg Schönbohm wegen seiner Rede bei der Gedenkfeier im KZ Sachsenhausen umgesprungen waren, da dieser nicht nur der dort von Deutschen Umgebrachten, sondern auch der von den Sowjets Ermordeten gedachte, was in einem demokratischen Staat doch nur richtig sein kann und nicht zu beanstanden ist. Über solche Ereignisse in der BRD empört sich nicht nur dieser Brandenburger, darüber empören sich alle noch eigenständig denken könnenden Deutschen, wozu die "Gutmenschen" unter uns allerdings nicht gehören.

Ich frage mich nun, wem eigentlich dienen "diese" Politiker, dienen "diese" Medien, die bei Krawallen mit Ausländern sofort rassistische Motive wittern? Dem deutschen Volk bestimmt nicht! Deshalb sollten auch für den "Kampf gegen die Herrschaft des Verdachts" Millionenbeträge zur Verfügung gestellt werden, da diese sich inzwischen eingenistete Unsitte, nicht nur grundgesetzwidrig, sondern schlichtweg undemokratisch ist.

Friedrich Kurreck, Offenbach

 

Wir brauchen dringend eine konservative Partei
Betr.: "Der lange Marsch in die ,linke Mitte'" (Nr. 17)

Auch Mao ist ja angekommen, und so wird auch die CDU ihr Ziel in Kürze erreicht haben, wenn sie es nicht schon hat. Schrittchen für Schrittchen, mal einen kleinen zurück, aber dann gleich wieder zwei nach vorne, immer weiter weg von den ursprünglichen Haltungen und Positionen, bis SPD und CDU kaum noch zu unterscheiden sind und auch die CSU bei dieser Reise nicht zurückbleiben will.

Unsere ganze Familie gehörte einmal der CDU an. Heute wissen wir nicht, wen wir guten Gewissens wählen können.

CDU und SPD einigen sich relativ rasch, weil sie auf vielen Feldern gar nicht mehr so weit auseinander liegen. Beim erzielten Kompromiß bleiben beide Sieger, weil die inhaltlichen Unterschiede halt nicht mehr so wesentlich sind.

Neue Parteien, zumal wenn man sie in die rechte Ecke stellen kann, haben kaum Chancen, weil ihnen das Personal fehlt. Wer traut sich schon aufs Glatteis. Eintagsfliegen hatten wir schon genug, und auch den Hamburger Ex-Senator Kusch wird ihr Schicksal ereilen.

Deutschland braucht dringend eine konservative Partei, die vorrangig die Interessen der Deutschen vertritt.

Gisela Pfeiffer, Berlin

 

Peinlich für Nehm
Betr.: "Was man in Deutschland nicht mehr sagen darf" (Nr. 17)

Man muß sich das einmal vorstellen: Generalbundesanwalt Kay Nehm, immerhin Chef der obersten Strafverfolgungsbehörde, läßt sich nur einen Tag nach dem Potsdamer Vorfall zu der populistischen Aussage verleiten, daß es sich bei dem Geschehen definitiv um "eine fremdenfeindliche und rechtsextreme Tat" gehandelt habe, die "die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland" bedrohe! Peinlich für Nehm: Wie sich jetzt herausstellt, handelt es sich bei dem Tathergang um eine Schlägerei unter Betrunkenen, wie sie in Deutschland zig Mal vorkommt. Nehms anscheinend ideologisch motiviertes Gebilde bricht dadurch wie ein Kartenhaus zusammen, und die Frage muß erlaubt sein: Ist ein Generalbundesanwalt, der sich derart voreingenommen und unbedacht in der Öffentlichkeit äußert, als seriöser Chefermittler überhaupt noch tragbar?

Stefan Herre, Bergisch Gladbach

 

Schon seit 1813
Betr.: "Schwarz-Rot-Gold oder Schwarz-Weiß-Rot?" (Nr. 17)

Mit großem Interesse habe ich beide Artikel gelesen. Bedanken möchte ich mich für die gut recherchierten Beiträge. Als Laienhistoriker beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren mit unseren Landesfarben Schwarz, Rot und Gold. Ich habe herausgefunden, daß es diese Fahne nicht erst ab 1815 gab, sondern schon ab 1813.

Jürgen Standke, Leipzig

 

Bei SPD wildern
Betr.: "Auf der Suche nach der verlorenen Basis" (Nr. 18)

Die CDU braucht eine neue Basis, da sie die alte ohne zwingende Gründe im Stich gelassen hat. In der Partei ist niemand zu finden, der die konservativen Bürger an sich binden könnte. Nun muß die CDU notgedrungen im Umfeld der SPD zu wildern suchen.

Arne Goebel, Bückeburg

 

Politiker brauchen Pflichtgefühl gegenüber dem deutschen Volk
Betr.: Michels Stammtisch (Nr. 18)

"Hoffentlich hat Frau Merkel die gescheiterte multikulturelle Lebenslüge nicht vergessen." Es darf bezweifelt werden, ob überhaupt noch genügend Zeit zur Verfügung steht, die Erfüllung dieser Hoffnung abzuwarten. Das Problem des gescheiterten Multikulturalismus wird nun doch schon sehr lange und lebhaft diskutiert; trotzdem sind wirksame Vorkehrungen zur Lösung nicht einmal ansatzweise wahrnehmbar. Weiterhin bereichert man unseren, bis auf die letzte Feder gerupften, Sozialstaat mit wahren Fluten von Einwanderern; in jüngster Zeit beispielsweise mit sehr vielen Menschen aus Schwarzafrika, von denen arbeitsmarktbedingt wohl nur die wenigsten einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen dürften. Diese belohnt man dann zusätzlich mit einem deutschen Paß, und schon hat man sich aufs neue eine weitere Minderheit geschaffen, die in keiner Ausländerstatistik mehr auftaucht und die mehrheitlich auch noch nach Generationen nicht in unserer Gesellschaft angekommen sein wird. Hier wird ein ganzes Volk auf schändlichste Art und Weise hinters Licht geführt und betrogen! Wie lange noch wird sich unser Volk untätig und geduldig fragen müssen, ob die schwarzrotgrünen Nihilisten in unserem Land, die sich nicht einmal mehr trauen, Vokabeln wie "deutsches Volk" oder Vaterland" in den Mund zu nehmen, überhaupt geneigt sind, diese, von ihnen zu verantwortende, Misere anzugehen?

Vielleicht wird es Zeit für eine neue demokratische, aber patriotische Bewegung, die sich die, völlig zu Unrecht abgewerteten, preußischen Tugenden auf die Fahne schreibt: Allen voran Pflichtgefühl; Pflichtgefühl dem deutschen Volke und seinem Staat gegenüber!

Martin Busch, Waiblingen

 

Soll Jung doch in den Kongo
Betr.: Kongoeinsatz

Den Herrn Jung in vorderster Front mit erhobener Fahne, neben ihm Herr Struck desgleichen, in zweiter Reihe die hackenschlagenden und "Jawohl" brüllenden Generale (sind sowieso keine Preußen).

Es wäre ein Bild der Freude, dafür würde ich allerhand Geld bezahlen. Vor allem, wenn denen die MG-Salven um die Ohren pfeifen.

Deutschland wird weder am Hindukusch noch in der Republik Kongo verteidigt, unsere jungen Soldaten sind nur Kanonenfutter für die Interessen der US-Amerikaner.

Unsere Politiker sind schon so abgehoben, die merken es gar nicht, wie sie vom Volk verachtet werden.

Diese Volksbetrüger zum Mond schießen.

Horst Polakowski, Gernsheim

Alles hört auf sein Kommando: Bundesverteidigungsminister Jung möchte die Bundeswehr unbedingt in den Kongo schicken. Foto: pa

 

Unser Schirwindt
Betr.: PAZ und Ostpreußen

Meine Nachbarn haben einen Sohn, der mich oft "interviewed", wie es war in Germany unter Hitler. Vor ein paar Wochen sagte er: "Nun weiß ich, wo du aufgewachsen bist." Sehr erstaunt fragte ich: "Und woher weißt du es?" "Ich habe in einem alten Atlas meiner Großmutter gesucht, der stammt aus dem Jahr 1937, da fand ich Schirwindt." Nun war ich noch erstaunter. Woher er wisse, daß ich Schirwindterin sei. Seine Erklärung: "Wenn man in dein Haus tritt, hängt da ein Wappen, das das Auge als erstes fängt, und darunter steht Schirwindt-Ostpr." Unser kleines Schirwindt in einem englischen Schulatlas, hat das der Seele gut getan. Das Ostpreußenblatt habe ich von Beginn an abonniert, als ich noch in Stuttgart lebte, und ich nahm es 1953 mit nach Südafrika.

Ihre Rubrik auf der letzten Seite ist für mich der Pudding, wird immer so genossen.

R. Pakleppa, Courtrai, Paarl, Südafrika

 

Durchaus ein Teil des GULag Osteuropa
Betr.: Leserbriefe "Der Palast des Bösen muß verschwinden" (Nr. 8) und "DDR war absolut kein GULag" (Nr. 12)

Ich bin in der SBZ geboren und im sowjetischen, später unbenannt zum "demokratischen", Sektor Berlins zur Schule gegangen und habe demzufolge mit den Kommunisten meine Erfahrungen gemacht. Dort, wo heute hoffentlich nicht mehr lange die Reste des "Ballastes der Republik" stehen, stand damals die Tribüne für Ulbricht und seine Volksverräter, an denen wir Ost-Berliner zur Huldigung vorbeigeschleust wurden, den Weg flankiert von "Volkspolizisten" die aufzupassen hatten, daß keiner sich seitwärts davonmachte, sondern alle eben an den Statthaltern Moskaus vorbeimarschierten.

Eben diese Verräter bauten 1961 die Mauer, teilten Berlin widerrechtlich und teilten uns in den Schulen mit, daß es nun vorbei sei mit dem Spaß im anderen Teil Berlins und Honecker meinte ja auch, daß in 100 Jahren die Mauer noch stehen würde.

Die, die damals die direkte Flucht wagten, wurden erschossen wie die Hasen. Und das nur wenige Gehminuten vom Schloßplatz entfernt. Von 1961 bis 1989 war die "DDR" ein Teil des GULag Osteuropa, das kann und sollte auch ein "gelernter DDR"-Bürger verstehen, wenn er auch in der Provinz, weitab vom Schuß, den Schuß auf den Flüchtenden eben nicht mehr hören konnte.

Um diese Wunden zu heilen, ist der Wiederaufbau des Stadtschlosses Berlin nicht nur wünschenswert, sondern sozusagen eine Verpflichtung für uns alle.

Als Nachkomme ostpreußischer Vorfahren wünsche ich mir, daß im Schloß dann die Darstellung der verlorenen Heimat und der Geschichte der Preußen und auch der Deutschen Südosteuropas dokumentiert wird, um unseren Nachkommen das Wissen darüber zu erhalten. Die umfassende Dokumentation der Vertreibung wäre nur ein Teil der Aufgabe, die sich hier stellt. Eine Einflußnahme ausländischer Mächte muß verhindert werden, es sind bereits genug Lügen verbreitet worden, siehe Schulbuchabkommen mit Polen.

Ein weiterer Grund wäre die wenigstens teilweise Wiederherstellung der Bauten im Stadtteil Mitte, der von Ulbricht und seinen willfährigen Architekten zum sozialistischen Stadtzentrum umgebaut wurde.

Diese Architekten, meist Bauhaus-Anhänger, haben mehr alte Bausubstanz zerstört als der alliierte Bombenterror.

Dafür haben wir jetzt Stalins Zuckerbäckerstil, seelenlose Plattenbauten und glücklicherweise eben nicht mehr "Erichs Lampenladen", errichtet im 70er-Jahre-Stil westdeutscher Industriebauten mit Glasfassade.

Rückbesinnung tut not, baut das Berliner Stadtschloß wieder auf.

Karl Gläser, Berlin

 

Architektonisches Schandmal
Betr.: Leserbrief "In diesem Saal habe ich für ein einheitliches Deutschland votiert" (Nr. 13)

Ich frage mich, wie man im Ernst architektonische Glanzlichter wie den Reichstag oder das Berliner Olympiastadion mit dem "Palast der Republik" auf eine Stufe stellen kann.

Die Argumentation des Leserbriefschreibers zielt an der Sache vorbei. Der "Palast der Republik" muß nicht in erster Linie aus politischen Gründen aus dem Herzen Berlins verschwinden, sondern weil er ein architektonisches Schandmal erster Ordnung darstellt.

Gerold Sprenger, Kirchzarten

 

Bin es leid, belogen zu werden
Betr.: "Kampf der Generationen" (Nr. 17)

Als älterer Mitbürger will ich keinen Kampf, schon gar nicht gegen Kinder und Enkel. Und ich will auch nicht zu ihren Lasten gut leben. Aber ich will auch nicht für die Unfähigkeit von Politikern unterschiedlicher Parteien, besonders ihrer Sozialpolitiker, bezahlen. Und ich bin auch nicht bereit zu akzeptieren, daß das mir Zustehende an Asylanten und andere fließt, die sich weder in unserem Land integrieren noch arbeiten wollen, die uns nur zu ihrem persönlichen Vorteil ausnutzen und sogar über ihre Religion Unfrieden und Bedrohungen in unser Land tragen.

Ich wünsche, daß für alle Bürger, junge wie alte, endlich alle Fakten auf den Tisch gelegt werden und in Offenheit und Ehrlichkeit geklärt wird, wie es weitergehen soll und kann, ohne den Schuldenberg noch weiter zu erhöhen. Ich bin es restlos leid, von Politikern aller Farben immer wieder belogen und getäuscht zu werden.

Wina Wendel, Esslingen

 

Überall Tabus und bloß den Mund halten
Betr.: "Unwort des Jahres: Migrationshintergrund" und "Begegnung mit der Wirklichkeit" (Nr. 14)

Die Litanei semantisch vernebelnder und den tatsächlichen Sachverhalt pervertierender Begriffe - auch die "Besserverdienenden" gehörten schon dazu; der obige Terminus ist ja nur eine jüngere Wortschöpfung - hat bei den Linken Tradition. Daß schon das Wort ein Etikettenschwindel ist, wurde bereits dargelegt. Analog zu den "Menschen mit Migrationshintergrund" wären also auch Diebe keine Diebe, sondern "Menschen mit Kleptomaniehintergrund". Ich bin übrigens weit davon entfernt, ein Feind dieser Leute zu sein, aber das Problem ist ja nicht der einzelne, sondern die zunehmend als Heuschreckenplage empfundene Masse. Wir fühlen uns eben zunehmend als Fremde im eigenen Land.

Eine ähnliche Vernebelung betrifft die Kriminalität der "Migranten". Über viele Jahre bestand ein geradezu absolutes Tabu, bei dieser Gruppe überhaupt einen eventuellen kriminellen Hintergrund auch nur zu vermuten, geschweige denn, ihn beim Namen zu nennen. Jetzt steinigt man die kommissarische Leiterin der Rütli-Schule, die lediglich "der Katz' die Schelle umgehängt hat", woraus nur zu folgern ist, daß das noch lange weiter so gegangen wäre, wenn sie sich politisch korrekt verhalten und den Mund gehalten hätte.

Und wenn das Statistische Jahrbuch‚ für solche und ähnliche Statistiken (für Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfebezug) nur zwei Gruppen, Deutsche (unausgesprochen einschließlich Eingebürgerter) und Ausländer (gemäß Fußnote einschließlich Staatenloser) ausweist, dann werden mit dieser perfiden doppelten Manipulation die Deutschen als krimineller und die "Migranten" als ehrenhafter ausgewiesen, als sie jeweils sind - ganz im Sinne der beabsichtigten Manipulation. Amerikanische Statistiken, wie beispielsweise der "United States Census Data Atlas" unterteilen solche Statistiken nach fünf ethnischen Bevölkerungsgruppen. Warum ist das bei uns nicht möglich?

Dr.-Ing. Hans-Joachim Kucharski, Mülheim

 

Die Rentner haben nichts veruntreut
Betr.: "Kampf der Generationen" (Nr. 17)

Das aufgegriffene Thema von Klaus Peter Krause bedarf besonderer Beachtung. Hier fehlt der Nachfolgegeneration in beträchtlichem Umfang eine umfassende Information! Für die nach dem Krieg von den versicherungspflichtigen Bürgern gezahlten Beiträge wurden in eine Renten-Versicherung (!) eingezahlt, deren Geschäftsgrundlage es war, das hier vom Bürger hinterlegte Geld sicher, das heißt auch in werterhaltenden und gewinnbringenden Anlagen anzulegen, damit im Falle des Renteneintritts eine ausreichende Kapitaldeckung vorhanden ist. Das hat erstklassig funktioniert.

Umfangreiche Immobilien, Vermietungsobjekte, Hypothekarkredite mit Zinserträgen und andere Beteiligungen haben für die Vermehrung des hinterlegten Geldes gesorgt. Bis eines Tages, ohne die Geldeigentümer zu fragen, die Herren Politiker anfingen, mit verschleierten Erklärungen, wie Umlageverfahren, dynamische Rentenversicherung und Generationenvertrag, den Bürger zu desinformieren, um sich an den fremden Geldern zu vergreifen. Das ihnen nicht gehörende Geld wurde zweckentfremdet verwendet. Das ist nur in kurzen Umrissen der Tatbestand.

Hier erfüllt sich gleichgelagert der Tatbestand der Veruntreuung. Denn niemand hatte das Recht, das Fremdeigentum, hier des jeweiligen Bürgers, zu "entwenden", das heißt einer anderen Verwendung zuzuführen als in der Geschäftsgrundlage vereinbart.

Fazit: Der "demokratisch" falschinformierte Bürger hatte gar nicht begriffen, was hier passiert, denn hätte er es begriffen, wäre doch der erste Gang zum Verfassungsgericht gewesen. Aber: Die Politiker, die "Wissenden", die sich ja zu jeder Entscheidung noch Experten leisten, wußten, was sie taten: Enteignung war angesagt.

Heute, da es uns allen vor Augen steht, wie wir betrogen wurden, sollten sich doch sachkundige Juristen finden, die da prüfen, ob nicht eine Grundlage besteht, die Regierenden zu verklagen, ja möglicherweise mit dem Ausgang auch die noch lebenden Verantwortlichen zur Kasse zu bitten, denn wir wurden auch nur enteignet und der geleistete Eid, Schaden vom Volke abzuwenden, und diese Enteignung sind vorsätzliche Handlungen. Wenn nun ein "Hetz-Spiel" betrieben wird, so nur deshalb, um vom eigentlichen Grund der unnötigen Schieflage unserer Rentenversicherung abzulenken.

Die Rentenbeitragseinzahler anzugreifen ist der falsche Weg. Die Rentner haben nichts veruntreut, sie sind die Geschädigten.

Horst Schmidt, Höhbeck

Politikern mal die Leviten lesen: Rentnerin im Streitgespräch mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt Foto: ddp

 

Wowereit läßt Flierl gewähren
Betr.: "Der Bürgerschreck" (Nr. 18)

Die Berliner SPD hat mit dem Segen ihrer Bundespartei die PDS/SED an ihr Herz gezogen und regiert nun Arm in Arm in linker bis sehr linker Eintracht. Der PDS-Senator Flierl tut, was man ihn läßt. Und das ist ihm nicht vorzuwerfen.

Berlin hat einen Regierenden Bürgermeister, der der SPD angehört und der diese Koalition will. So ist er auch der erste Ansprechpartner.

Nur durch ihn und seine Partei kann ein Flierl nach Meinung vieler Bürger in Berlin sein Unwesen treiben, aber es gibt natürlich auch andere, deren Mann er ist.

Ernst Fleischer, Berlin

 

Deutsche Burka
Betr.: "Was man in Deutschland (nicht mehr) sagen darf" (Nr. 17)

Daß wir in unserem Land nur über eine eingeschränkte Meinungsfreiheit verfügen, weiß jeder, der sich eine selbständige Meinung bewahrt hat und sich um ihre Erhaltung bemüht. Jeder Leserbriefschreiber kann ein Lied darüber singen, wie bei vielen Medien Leserbriefe bestimmter Themen nicht gebracht werden, was zwar auch mit der großen Anzahl von Leserbriefen zu begründen ist, doch wenn bestimmte Themen über Jahre immer wieder verschwinden, gibt es keine Entschuldigung, es wird nur gebracht, was genehm ist.

Das Geschehen von Potsdam zeigt eine kranke Gesellschaft, wenn man mit ihr die politische Klasse meint, die das Sagen hat. Diese Klasse hat über die Republik die "Burka" der Political Correctness gestülpt. Nur durch einen Schlitz erkennt der Bürger die Wirklichkeit.

Mit der Vokabel "Ausländerfeindlichkeit" wurde die freie Meinung unterdrückt, Informationen wurden unterschlagen oder auch Sachverhalte verfälscht. Die Konsequenz: Die vielen inhaltlich völlig daneben liegenden Reaktionen auf den Vorfall von Potsdam, die von Vorverurteilungen strotzten.

Volker Baist, Hof

 

Die Kraft der Sonne ist ungebrochen
Betr.: "Angela Merkels Energiegipfel: Kern-Frage ohne Antwort" (Nr. 14)

In diesem Artikel wird die Meinung vertreten, es sei unerläßlich und vernünftig, die Kernenergie in die weite Zukunft zu verlängern. Diese Diskussion sollte doch längst abgeschlossen sein. Auf dem Dach unseres Hauses ist eine Solaranlage angebracht und versorgt uns seit zwölf Jahren zuverlässig mit Strom. Die Kraft der Sonne ist ungebrochen und reicht weiter in die Zukunft als unsere Gedanken gehen. Auch die promovierte Physikerin Angela Merkel wird wissen, daß wohl noch einige Jahre von der Kernenergie gesprochen wird, aber die Nutzung der Sonnenenergie auf den Weg gebracht ist und sich nicht aufhalten läßt. Wer Geld als erste Priorität hinstellt, mag auf die Kernenergie setzen. Was mit dem Kernmüll geschieht, bleibt bei dieser Einstellung außer Acht. Auch in Ihrem Artikel wurde dieses Problem überhaupt nicht erwähnt, obwohl es uns seit Jahrzehnten wie eine Zeitbombe bedrängt.

Schade, daß sich ein so wenig wertebewußtes Denken auf der ersten Seite Ihrer Zeitung breitmachen darf! Was wir heute brauchen, sind Entwürfe für lebenswerte und ökologisch nachhaltige Lebensstile. Solche Entwürfe gibt es, und als Leserin möchte ich an sie herangeführt werden, mitdenken und mitgestalten dürfen.

Henrike Hagedorn, Münster

 

Solarstrom ist kein Unfug
Betr.: Leserbrief "Geschäft mit Solarstrom erinnert an DDR" (Nr. 15)

Ich muß dem Herrn, der den Leserbrief verfaßt hat, widersprechen: Die Glosse, den Solarstrom mit den DDR-Kaninchen in Verbindung zu bringen, wäre der gleiche Betrug, ist ja ungeheuerlich.

Die Erzeugung des Solarstromes ist kein volkswirtschaftlicher Unfug und kann auch nicht nach Adam Riese aufgerechnet werden. Das Unglück im russischen Atomkraftwerk in Tschernobyl wirft jede Aufrechnung über den Haufen.

Der Atomstrom ist in der Erzeugung sehr kostengünstig, aber das Risiko sehr hoch, denn es gibt keine 100prozentige Sicherheit.

Die Solaranlagen sind ein Geschenk Gottes.

Für die Herstellung der Solarmodule wird Silizium benötigt. Etwa 25 Prozent der äußeren Erdrinde bestehen aus Silizium in Form von Quarz (Sand), es ist also genug davon auf der Erde vorhanden. Nur die Herstellung der Solarmodule ist zur Zeit noch kostenintensiv.

Es werden bereits im geringen Umfang Wohnhäuser, Tunnelbeleuchtungen und Schiffahrtszeichen mit Solarstrom betrieben.

Man müßte noch viel mehr mit Photoelektrizität betreiben, dann würden auch die Herstellungskosten der Siliziumplatten sinken. Bemerkungswert ist auch, daß die Platten eine extrem lange Lebensdauer von weit über 20 Jahren unter härtesten Umweltbedingungen aufweisen. Sie erzeugen auch Strom bei bewölktem Himmel und sogar noch bei Nebel, wenn die ultravioletten Strahlen der Sonne sie erreichen.

Selbstverständlich kann man den Solarstrom über Regler für den Eigenbedarf auch in Akkumulatoren (Batterien) speichern und kann den Tagesstrom auch nachts verbrauchen, der Überschuß geht ins Netz.

Der Mensch ist erfinderisch, die Technik schreitet permanent voran. In ein paar Jahren werden die neuzeitlichen Erfindungen selbstverständlich nutzbringend sein.

Arno Zilian, Lübeck

 

Für die Kinder
Betr.: "Durch nichts zu ersetzen" (Nr. 18)

Es ist fast 45 Jahre her, daß ich mich nach der Geburt meines ersten Kindes entschloß, meinen Beruf an den Nagel zu hängen und mich ganz meiner Familie, zu der dann auch noch ein zweites Kind gehörte, zu widmen.

In der Rückschau bin ich mir sicher, daß ich richtig gehandelt habe. Als unsere Kinder größer waren, haben wir zusammen beraten, ob ich mir eine Halbtagsbeschäftigung suchen sollte. Unsere Kinder waren dagegen, sie wollten die präsente Ansprechpartnerin Mutter zu Hause behalten. Und so geschah es mit dem Erfolg, daß wir heute eine Großfamilie aus drei Akademiker-Familien, zu der jeweils zwei Kinder gehören, sind, in der der Zusammenhalt nicht enger sein kann und die Liebe zueinander Teil unseres Lebens ist. Auch wenn wir an getrennten Orten wohnen, hören wir nahezu täglich voneinander, sorgen uns um die anderen und teilen Freude und Nöte.

Es muß nicht jeder meinen Weg gehen, für mich gab und gibt es keinen besseren.

Gisela Rotlärchner, Dortmund

 

Wir haben unsere Muttersprache weitgehend selbst verdrängt
Betr.: "Deutsche Sprache als Brücke zueinander" (Nr. 15)

Bevor wir ausländische Mitbürger zur Integration in unsere Gesellschaft auffordern, sollten wir uns über das desolate Bild klar werden, das wir von unserem Volk und unserem Land haben, und auch des Zustands bewußt werden, zu dem wir unsere Muttersprache haben verkommen lassen - immerhin die meistgespochene Muttersprache Europas:

1. Volk, Gesellschaft, Nation: Es gibt kein Volk der Welt, das sich so gering einschätzt wie wir uns selbst. Es gibt kein Land der Welt mit einer solch geringen Geburtenrate (die sogar noch geschönt ist durch die hier lebenden Zuwanderer!).

Der Wille der Mehrheit unseres Volkes ist in wesentlichen Punkten von unseren Regierungen mißachtet worden (Euro, Rechtschreibreform, Osterweiterung, Türkeibeitritt, EU-Nettozahlungen). Es gibt kein Land der Welt, das den dunkelsten Punkt seiner Geschichte (Holocaust) als Kern seiner Identität deklarieren läßt (und das von einem gewalttätigen Ex-Straßenkämpfer!). Schon Thomas Mann beklagte die Tendenz der Deutschen zum Selbsthaß, und dieser hat sich wohl noch verstärkt. Typisch ist es zum Beispiel, daß wir es nicht schaffen, in angemessener Form unserer deutschen Opfer zu gedenken, im Gegenteil, wir lassen eine Rechtfertigung von Menschenrechtsverbrechen zu, solange Deutsche die Opfer waren. Wir sind hoch verschuldet und haben eine riesige Arbeitslosigkeit, reichlich soziale und strukturelle Probleme, das hindert unsere Spitzenpolitiker nicht, unser Geld bei EU, Nato oder Uno mit vollen Händen auszugeben - sogar unter Verzicht auf eine gezielte Wahrnehmung unserer Interessen. Gerade unsere dynamische, hochqualifizierte Jugend sagt Deutschland adieu.

2. Deutsche Sprache: Unsere deutsche Sprache ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Reichtums an Kultur und Wissen. Auf zahlreichen Gebieten haben wir ohne Not diesen Fundus aufgegeben zugunsten des Englischen. In Wissenschaft und Forschung, aber auch Bildung, U-Musik, Wirtschaft und Technik haben wir unsere Muttersprache weitgehend selbst verdrängt. Typisch für diese Fehlentwicklung ist CDU-Mann Oettinger, der meint, Deutsch sei nur noch für die Kneipe und zu Hause; in anderen Ländern hätte man die Karriere eines solchen Typs noch am gleichen Tag beendet - in Deutschland (BW) wird er gewählt und darf seine unheilvollen Ideen auch noch umsetzen.

Eine weitere Bedrohung unserer Sprache ist das Denglisch, das heißt ein Mischmasch aus Deutsch und Englisch, wobei das Englische das Deutsche immer mehr verdrängt und ersetzt. Ein paar von Tausenden von Fällen seien hier nur angeführt: news, ticket, power, sale, birthday, helicopter, airport, flyer, bike, catering, logistics, management, mail, hotline, call, night, time, network, workshop, pin, job, body, outdoor ... - die meisten sind überflüssig oder gut übersetzbar, nur einige wirklich notwendig und sinnvoll. Wen wundert es angesichts dieser Misere, daß der Anreiz, zu uns gehören zu wollen, unser Schicksal und unsere Sprache zu teilen, gerade bei leistungsbereiten Zuwanderern nicht groß zu sein scheint - und daran sind wir selbst schuld!

Reinhard Ulmar, Hann. Münden


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