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17.02.07 / Gedächtnisschwund beim Deutschlandfunk / Auf einmal soll die Zahl der Todesopfer durch die Bombenangriffe auf Dresden nur noch 25000 betragen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-07 vom 17. Februar 2007

Gedächtnisschwund beim Deutschlandfunk
Auf einmal soll die Zahl der Todesopfer durch die Bombenangriffe auf Dresden nur noch 25000 betragen
von Wilhelm v. Gottberg

Die Stadt Dresden wurde am 13./14. Februar 1945 durch drei aufeinanderfolgende Bomberangriffe der Anglo-Amerikaner zu weiten Teilen zerstört. Dresden hatte keine Rüstungsindustrie, weshalb die Stadt bis zu diesem Zeitpunkt auch keiner schwerpunktmäßigen Bombardierung ausgesetzt war. Allerdings war Dresden im Februar 1945 voll von Ostflüchtlingen. Man schätzt, daß am 13. Februar 1,2 Millionen Menschen im Stadtgebiet Dresdens ihren Aufenthalt hatten.

Der Deutschlandfunk (DLF) - ein öffentlich-rechtlicher Rundfunksender der Bundesrepublik - brachte im Februar 1975 eine Reportage über die Bombardierung Dresdens. Anlaß war der 30. Jahrestag des Ereignisses. Hier wurde berichtet, daß die Stadt Dresden die Opferzahl der drei Luftangriffe vom 13./14. Februar 1945 mit rund 202000 angegeben habe. Allerdings wisse niemand, wie hoch die Opferzahl wirklich sei, da Tausende Menschen im Feuersturm der brennenden Stadt zu Asche wurden. Nur 35000 Opfer konnten identifiziert werden. Soweit die Reportage des DLF von 1975. Der damalige Bundespräsident Herzog nannte bei einer Trauerfeier aus Anlaß des 50. Jahrestages der Vernichtung Dresdens die Bombardierung ein Verbrechen.

Der Autor bekam 1991 vom Ordnungsamt der Stadt Dresden auf Anfrage die schriftliche Information, daß aufgrund örtlicher Unterlagen die Opferzahl der Bombardierung Dresdens am 13./14. Februar 1945 202400 betragen könne. Nach 1992 wurde bei entsprechenden Anlässen die Opferzahl in Dresden vom 13./14. Februar 1945 mit mehr als 35000 angegeben. Vor wenigen Jahren wurde nun - von wem auch immer veranlaßt - die Opferzahl vom 13./14. Februar 1945 weiter herunter manipuliert. Am 13. Februar 2007 berichtete der DLF in seinen Nachrichtensendungen über eine Gedenkveranstaltung in Dresden für die Opfer der Bombardierung, "bei der 25000 Menschen umgekommen sein sollen".

Wie bitte? Ja wirklich: bei der 25000 Menschen umgekommen sein sollen. Da ist man sprachlos. Möglicherweise kennt der Nachrichtensprecher nicht die historische Wahrheit, aber dem Chefredakteur und den nachgeordneten Mitarbeitern der Leitungsebene kann das tatsächliche Ergebnis der Bombardierung Dresdens nicht unbekannt sein. Es gibt für dieses Verhalten nur eine Erklärung. Die Verantwortlichen des DLF sind willige Mitstreiter mit dem größten Teil der politischen Klasse Deutschlands, die nicht einräumen will, daß Deutsche am Ende des Krieges millionenfach zu Opfern wurden. 2,5 Millionen Deutsche aus den Ostprovinzen des früheren Deutschen Reiches verloren bei Flucht und Vertreibung ihr Leben.

Die Opfer von Dresden sind Teil der großen Opferzahl, die durch die Bombardierung Deutschlands im Kriege zu beweinen ist. Ein hoher Prozentsatz dieser Opfer kam erst zu Tode durch die Flächenbombardements deutscher Großstädte wenige Monate vor Kriegsende, als Deutschland militärisch schon am Boden lag. Das einzige militärische Ziel in Dresden im Februar 1945 war die Elbbrücke. Sie blieb unzerstört.

Foto: Wurde massiv zerstört: Die Dresdner Innenstadt


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