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17.03.07 / Warum ist man am Montag immer besonders müde? / Trotz eines geruhsamen Wochenendes erreicht man zu Beginn der Woche keine Höchstform - Schlafforscher kennen den Grund

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 11-07 vom 17. März 2007

Warum ist man am Montag immer besonders müde?
Trotz eines geruhsamen Wochenendes erreicht man zu Beginn der Woche keine Höchstform - Schlafforscher kennen den Grund

Der Start in die neue Woche ist für viele ein Graus: Die Arbeit beginnt mit einem herzhaften Gähnen. Statt Höchstform nach dem erholsamen Wochen-ende macht sich quälende Lethargie breit.

"Ein wesentlicher Grund für diese starke Müdigkeit am Montagmorgen ist der siebentägige Schlafzyklus. Ihn gibt zum einen unsere Gesellschaft den Arbeitstätigen vor. Zum anderen scheint er auch unabhängig davon in unserem Körper zu schlummern", sagt Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Charité in Berlin.

"Während der fünf Werktage bauen die meisten ein Schlafdefizit auf", erläutert der Internist. So benötige jeder Mensch pro Nacht mindestens sechs Stunden Schlaf. "Die Wohlfühlschlafmenge des Durchschnittsdeutschen liegt sogar bei 7,2 Stunden. Doch die schaffen wir unter der Woche kaum", betont Fietze.

Für den Ausgleich muß nun das Wochenende herhalten: "Durch Ausschlafen am Sonnabend und Sonntag ist das Defizit meist wieder verschwunden. Am Ende des Wochenendes sind wir weniger müde als sonst", betont Fietze.

Und das hat Folgen, die wir am Montag spüren:

"Durch die fehlende Müdigkeit schläft man Sonntagabend schlechter ein und wacht nachts öfter auf", erläutert der Oberarzt.

Die eigentliche Schlafzeit ist kürzer, entsprechend ist der Erholungsfaktor zum Wochenstart gering.

Zusätzlich verstärkt der Hormonhaushalt die unruhige Nacht. Auch er paßt sich dem Arbeitszyklus an.

"Studien haben gezeigt, daß bei Menschen, die in eine normale Sieben-Tage-Woche eingebunden sind, genau am frühen Montagmorgen am meisten Kortisol ausgeschüttet wird", erklärt der Schlafforscher. Dieses Streßhormon sorge für viel Unruhe im Schlaf und verhindere damit ebenso die Erholung.

Erfolg versprechende Strategien gegen das montägliche Tief gibt es kaum. "Man sollte es als gegeben hinnehmen", sagt Fietze. Auch ein schlechtes Gewissen nach einem Sonntagvormittag im Bett sei überflüssig: "Die Forschung hat gezeigt, daß es überaus sinnvoll ist, die Schlafschuld der Woche abzubauen und am Wochenende auszuschlafen." ddp


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