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17.03.07 / Ungeliebte Souvenirs / Gerade im Urlaub lauern Krankheiten

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 11-07 vom 17. März 2007

Ungeliebte Souvenirs
Gerade im Urlaub lauern Krankheiten

Es ist keine schöne Vorstellung, krank aus dem Urlaub zurückzukommen. Da so manche Erkrankung sich als dauerhaftes "Souvenir" entpuppen kann, sollte man sich vor einer Reise grundsätzlich gut informieren: "Viele Reisende sind leider der Meinung, sie müßten sich nur bei Fernreisen um eine Gesundheitsvorsorge kümmern. Doch auch bei wohlbekannten Zielen im Mittelmeerraum sollte man nicht darauf verzichten", sagt Professor Hans Dieter Nothdurft, Leiter der Reisemedizinischen Beratungsstelle in München.

Ein Großteil der Hepatitis-A-Infektionen geschähe zum Beispiel in den Ländern rund um das Mittelmeer.

Er rät daher, Reisen ins Ausland zum Anlaß zu nehmen, gemeinsam mit dem Hausarzt den vorhandenen Impfschutz zu überprüfen. Vor allem vor Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus und Hepatitis A sollte möglichst jeder geschützt sein.

Doch es gibt Erkrankungen, für die keine Impfungen zur Verfügung stehen. Viele davon treten in tropischen Regionen auf, wie zum Beispiel die Malaria. "Es wird seit einiger Zeit aber auch eine Zunahme des Dengue-Fiebers beobachtet", berichtet Reisemediziner Nothdurft. Gegen diese von Stechmücken übertragene Viruserkrankung gibt es - anders als bei der Malaria - keinerlei medizinische Prophylaxe. Aber man kann sich selbst helfen: Der beste Schutz besteht darin, sich nicht stechen zu lassen. Das gilt für alle Krankheiten, die von blutsaugenden Insekten übertragen werden.

Mit der richtigen Vorbeugung vermeidet man nicht nur juckende Quaddeln, sondern auch eine Virus-Infektion oder die Übertragung von krankmachenden Parasiten wie bei der Malaria oder der Flußblindheit.

Sie wird von Fadenwürmern ausgelöst, die von der Kriebelmücke übertragen werden und beim Menschen zur Erblindung führen können. Diese Mückenart lebt im tropischen Afrika sowie Mittel- und Südamerika in Flußnähe, woher die Krankheit auch ihren Namen hat.

"Mit Flußblindheit haben Touristen noch vergleichsweise selten zu tun. Häufiger tritt da die Leishmaniose auf, die von Sandfliegen übertragen wird", leitet Nothdurft zu einer weiteren Krankheit über.

Diese Mückenart kann Leishmanien übertragen, die Hautgeschwüre auslösen, aber auch innere Organe befallen. Und Achtung: Sie gibt es auch im Mittelmeerraum. Vor diesen und anderen Krankheiten sollte man Respekt haben. Helle Kleidung mit langen Hosen und Ärmeln, Strümpfe und ein engmaschiges Mückennetz für die Nacht sind eine gute Vorbeugung gegen Insektenstiche.

Unabdingbar bleibt auch der Griff zur Chemie: "Biologische Insektenschutzmittel sind prinzipiell eine gute Sache. Doch leider reicht ihre Wirksamkeit nicht aus", betont Nothdurft. Mindestens drei bis vier Stunden sollte ein Schutz gewährleistet sein - das schaffen bisher nur chemische Wirkstoffe wie DEET oder das neuere Bayrepel.

Doch auch beim Sonnenbaden droht Ungemach direkt aus dem Sand: "Besonders dort, wo viele Hunde am Strand herumstreunen, kann es zu einem Befall mit Hakenwurmlarven kommen." Diese gelangen mit dem Hundekot in den Sand und warten dort auf einen neuen Wirt. Das ist eigentlich nicht der Mensch. Trotzdem nisten sie sich in der Haut ein, sterben dann nach einigen Wochen ab. Bis dahin verursachen sie unangenehme Entzündungen und Geschwüre.

Doch auch davor kann man sich bewahren: "Nicht ohne Unterlage in den Sand setzen und vor allen in den oberen Bereichen des Strandes nicht barfuß laufen", lautet der Rat des Experten.

Weitere wichtige Informationen zu Krankheiten und der richtigen Vorbeugung gibt es auf den Internetseiten von reisemedizinischen Beratungsstellen, zum Beispiel www.fit-for-travel.de oder www.gesundes-reisen.de ddp


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