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19.05.07 / "Ich bin's"

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-07 vom 19. Mai 2007

Klaus D. Voss:
"Ich bin's"

Der Vergleich ist weit hergeholt, aber er trifft ein Stück deutscher Wirklichkeit: Man muß nur etliches auf dem Kerbholz haben, um vom Staat gut versorgt zu werden. Menschen Mitte 50, die ihre Karriere in einem Airbus-Werk oder auf einer Vulkan-Werft schon hinter sich haben und auf sich gestellt die Zukunft fürchten, wissen, worum es geht.

Etwa um Susanne A. (56), die als Lehrerin in Bremen unterrichtet und auskömmlich lebt, ein Fall von Resozialisierung besonderer Art. Es ist die "Ich bin's, Susanne", die als häufiger Gast bei der Familie Jürgen Ponto an der Tür klingelte - sich öffnen ließ und so den RAF-Killern Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt den Weg freimachte; der Bankier wurde in seinem Haus erschossen.

Gibt es einen schlimmeren Vertrauensbruch als ein Verbrechen unter Gastfreundschaft? Die Gerichtsakten haben ihr "Ich bin's" festgehalten.

Nach der Tat trainierte Susanne Albrecht in einem Palästinenser-Lager die Kampftechniken der Terroristen. Später vertraute sie auf den Schutz der Stasi, um in der DDR ein ruhiges Leben zu führen. Erst nach dem Fall der Mauer erleichterte die RAF-Frau ihr Gewissen mit einem Kronzeugen-Geständnis - und kam billig davon. Heute vertraut der Staat darauf, daß Susanne A. Migranten-Kinder richtig zum Leben in Deutschland erzieht.

Der Vergleich ist weit hergeholt, aber er trifft ein Stück deutscher Wirklichkeit. Hätte Susanne A. beim Wechsel nach Bremen einen etwas rauflustigen Hund halten wollen - die Behörde hätte ihr das verweigert, im Sinne der bremischen Hundeverordnung: Nicht geeignet, bei Vorstrafen aus Verbrechen gegen Leib und Leben.


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