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19.05.07 / MELDUNGEN

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-07 vom 19. Mai 2007

MELDUNGEN

Entscheidend ist der Zeitpunkt

Toronto - Im Sommer gezeugte Kinder sind in der Schule in Mathematik und Sprachen weniger erfolgreich als Kinder, die in anderen Jahreszeiten gezeugt wurden. Das haben amerikanische Wissenschaftler bei der Auswertung von Tests an rund 1,7 Millionen Schülern im US-Bundesstaat Indiana herausgefunden. Die Wissenschaftler vermuten hinter dem Zusammenhang den saisonal schwankenden Einsatz von Pestiziden und Düngern in der Landwirtschaft, die über das Trinkwasser den Hormonhaushalt der Mutter und damit auch die Gehirnentwicklung des Ungeborenen beeinflussen könnten. Ihre Ergebnisse stellten die Forscher um Paul Winchester von der Universität in Indianapolis auf einer Tagung von Kinderärzten in Toronto vor. Basis der Untersuchung war der sogenannte ISTEP-Test, den alle 8- bis 15jährigen Schüler in Indiana jeden Herbst absolvieren müssen. Die Wissenschaftler setzten die Testergebnisse zum jeweiligen Monat in Beziehung, in denen der Schüler gezeugt worden war. In Mathematik und bei der Sprachfähigkeit zeigten Kinder am häufigsten Schwächen, die zwischen Juni und August gezeugt wurden. Gerade in den Sommermonaten sei die Konzentration von Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt und damit auch dem Wasser am höchsten, erklärt Winchester. Die Daten deuteten daher auf eine Verbindung zwischen der Belastung mit Schadstoffen bei der Mutter und der Gehirnentwicklung des Kindes hin. Den Beweis müßten jedoch weitergehende Untersuchungen liefern. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, daß Nitrate und Pestizide die Schilddrüsenfunktion der Mutter beeinträchtigen können, was sich wiederum negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirkt. Einen Zusammenhang vermuten Winchester und seine Kollegen auch zwischen der Zahl der auftretenden Frühgeburten und der Konzentration von Pestiziden und Nitraten im Wasser: So lag die Rate von Frühgeburten zwischen Mai und Juni und damit in den Monaten mit den höchsten Schadstoffbelastungen ebenfalls am höchsten, fanden die Forscher in einer weiteren Studie heraus. Am niedrigsten war sie von August bis September - den Monaten, in denen die geringsten Konzentrationen von Pestiziden und Rückständen von Düngemitteln gemessen wurden.

 

Genetisch sehr ähnlich

Oxford - Klappmützenrobben sind wie eine große Familie: Die genetischen Unterschiede der Tiere sind extrem gering, obwohl die Robben große Teile der arktischen Meere bewohnen. Das haben kanadische Wissenschaftler nach der Analyse von DNA-Sequenzen mehrerer hundert Klappmützenrobben herausgefunden. "Wenn man einen DNA-Abschnitt einer Klappmütze untersucht, kann man nicht sagen, woher diese Probe stammt", sagt Studienleiter David Coltman von der Universität von Alberta. Die Ergebnisse der Studie sind deshalb bedeutend, da über die Lebensweise der Tiere bisher nur wenig bekannt ist, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Molecular". Klappmützen sind einzelgängerische Robben, die ihren Namen einer mützenartigen Wucherung auf der Nase der Männchen verdanken.

Zum Werfen finden sich die Weibchen im Sankt-Lorenz-Golf, in der Davis-Straße in Nordkanada, vor der Küste der Labrador-Halbinsel oder vor der Küste Ostgrönlands zu losen Gruppen zusammen. Die Männchen bewachen die Weibchen während der Aufzucht der Jungtiere, um sich danach mit den Weibchen zu paaren. Coltman und seine Kollegen sammelten über 20 Jahre lang DNA-Sequenzen mehrerer hundert Robben, um die genetischen Unterschiede zwischen den vermeintlich verschiedenen Fortpflanzungsgemeinschaften an den vier Aufzuchtsorten zu untersuchen. Die Analysen ergaben jedoch, daß sich die Tiere weltweit kreuzen und sie eine einzige genetische, sogenannte panmiktische Population bilden. So wird das Erbgut innerhalb des gesamten Bestandes regelmäßig durchmischt. Klappmützen werden bis heute wegen ihres Fleisches, ihres Trans und des blauschimmernden Fells der Jungtiere gejagt. Ihre Population umfaßt heute schätzungsweise etwa 600000 Tiere und gilt nicht als bedroht.


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