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19.05.07 / "Versöhnen" / Hohe Auszeichnung für Kurt Koslowski

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 20-07 vom 19. Mai 2007

"Versöhnen"
Hohe Auszeichnung für Kurt Koslowski

Seine viel gelobte Herzlichkeit schlug Kurt Koslowski nun selbst entgegen, als er vom stellvertretenden Landrat Heinrich Friedrich Heselmann mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde.

Kurt Koslowski, 1929 in Grünwalde (Ortelsburg) geboren, besuchte die dortige Schule. Im Kriegsjahr 1943 begann er eine Ausbildung bei der Deutschen Reichsbahn. Deren "allerletzten" Zug bestieg Koslowski mit seinen Eltern am 20. Januar 1945, um - wie so viele Ostdeutsche - aus der Heimat zu fliehen. Die Flucht endete in Danzig, wo sowjetische Truppen die Flüchtenden einholten. Ende Mai 1945 mußten sie alle zu Fuß wieder die 300 Kilometer zurück nach Hause, wo sie sich nun den Polen unterordnen mußten. 1951 feierte er mit seiner aus dem Nachbarort Puppen stammenden Frau Waltraud Hochzeit. Es war die erste eines Deutschen nach dem Krieg. Das Paar bekam eine Tochter und einen Sohn. 1958 erfolgte die Ausweisung der jungen Familie. Über das Übergangslager Friedland weiter nach Hamburg, erreichte die Familie im Januar 1959 die Stadt Wesel am Niederrhein. 1962 schloß er sich der Anfang der 50 Jahre gegründeten Ostpreußen Gruppe an. Zunächst übte er die Funktion des Schriftführers, Kulturwarts und stellvertretenden Vorsitzenden aus, ehe er 1985 zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Die seitdem von ihm organisierten Vortragsveranstaltungen und Reisen in die ostdeutschen Heimatgebiete waren so erfolgreich, daß sich die Mitgliederzahl von 50 auf heute rund 130 erhöhte. Er beteiligte sich an der Betreuung der Aussiedler aus den Vertreibungsgebieten und erleichterte ihnen die Integration in Wesel. So setzte er sich dafür ein, daß sie angemessen untergebracht wurden, und vermittelte ihnen Nebenerwerbsstellen in der Landwirtschaft.

Heute nutzt er die Reisen in die Heimat zur Verständigung mit den dort lebenden Menschen, die er bei diesen Gelegenheiten mit Sach- und Geldspenden unterstützt. Kurt Koslowski war es stets wichtig, die Belange der Gruppe in das Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken. Er organisiert "Preußische Tafelrunden" sowie Film- und Kulturabende, an denen auch viele Interessierte teilnehmen, die nicht aus Ost- und Westpreußen stammen.

Unter seiner Leitung beteiligt sich die Gruppe an der Ausgestaltung des jährlichen Stadtfestes mit einem Informationsstand und gibt Auskunft zur Geschichte der deutschstämmigen Bevölkerung. Seit Anfang 2002 leitet Kurt Koslowski den ostpreußischen Chor in Wesel, der einmal wöchentlich probt und bei verschiedenen Veranstaltungen auftritt. Die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) zeichnete ihn 1987 mit dem Verdienstabzeichen, 1993 mit dem Silbernen Ehrenzeichen und 2000 mit dem Goldenen Ehrenzeichen aus. Der Bund der Vertriebenen (BdV) verlieh ihm 1989 die Ehrennadel und die Landesgruppe der Ostpreußen 2005 das Ehren- und Verdienstabzeichen.

Wie Heselmann betonte, ist das Leitwort des früheren Bundespräsidenten Johannes Rau, Kurt Koslowski Devise: "Versöhnen statt spalten." EB


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