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26.05.07 / Bewahren für die Zukunft / Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft Heimatstuben im Gerhart-Hauptmann-Haus

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 21-07 vom 26. Mai 2007

Bewahren für die Zukunft
Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft Heimatstuben im Gerhart-Hauptmann-Haus
von Dieter Göllner

In der Bewahrung von Kulturgütern kommt den ehrenamtlichen Betreuern eine besondere Bedeutung zu. Gerade den aktiven Älteren müssen wir mehr Aufmerksamkeit schenken, denn sie tragen dazu bei, daß museale Einrichtungen eine Zukunft haben". Mit diesen Worten sprach Johannes Lierenfeld, Ministerialrat des Landes Nordrhein-Westfalen, den Mitgliedern der AG Heimatstuben im Rahmen ihrer Frühjahrstagung Anerkennung aus.

Und auch Dr. Winfrid Halder, Direktor des Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Hauses und Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Museen, Heimatstuben und Sammlungen in Nordrhein-Westfalen, begrüßte die Möglichkeit, daß sich die Betreuer von privaten Einrichtungen im Erfahrungsaustausch mit dem Gastgeberhaus neue Anregungen für die Pflege der eigenen Sammlungen holen können.

In seinem Einleitungsvortrag stimmte Dr. Stephan Kaiser, Stiftungsdirektor und Leiter des Oberschlesischen Landesmuseum, die Tagungsteilnehmer auf den Themenschwerpunkt ein, der sich diesmal auf Textilien bezog. Es sei wichtig, daß der Umgang mit den Sammlungen als langfristige Aufgabe betrachtet werde und daß neue Wege in der Bewahrung und Präsentation von dinglichem Kulturgut gegangen werden.

"Das Oberschlesische Landesmuseum sieht seine Rolle als Kompetenzzentrum für historische und kulturelle Aspekte Oberschlesiens und zugleich als Projektpartner für Heimatstuben. Wir bemühen uns dabei, beratende Hilfestellung zu geben, um die ehrenamtlichen Betreuer in der Nachlaßbewahrung, -pflege und -präsentation zu unterstützen", betonte Dr. Kaiser.

Einen Schwerpunkt dieser praxisnah ausgerichteten Veranstaltung bildete der sachgerechte Umgang mit Textilien unter Einhaltung konservatorischer Bedingungen. Hierfür hatte man zwei Expertinnen vom Rheinischen Industriemuseum Cromford hinzugezogen. Claudia Gottfried, stellvertretende Museumsleiterin, und ihre Kollegin Jasmin Heil führten die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihrem anschaulichen Beitrag in dieses sensible Thema ein, gaben praktische Tips hinsichtlich der Vorbehandlung von Textilien. So erfuhr man nicht nur, daß man das Waschen von Textilien aus der Zeit vor 1950 vermeiden sollte und welche Schäden durch Mottenfraß, Staub- und Schimmelbefall sowie durch Teppichkäfer hervorgerufen werden können, sondern auch wie man Textilien richtig lagert, entstaubt und präsentiert.

Der Erfahrungsaustausch in Ratingen bot den Teilnehmern der Frühjahrstagung auch die Möglichkeit, die Ausstellungen des Gastgeberhauses sowie das neu eingerichtete Fachinformationszentrum Oberschlesien zu besichtigen. Sowohl in der Dauerausstellung des OSLM als auch in der derzeitigen Wechselausstellung konnten die Heimatstuben-Betreuer wertvolle Anregungen und Ideen für die Praxis aufnehmen. Gerade die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung "Aufbau West" bot Einblicke in die leidvolle Zeit der Flucht und Vertreibung sowie in die gemeinsame Arbeit des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwungs in der neuen westlichen Heimat.

Foto: Eins der vielen Exponate der Wechselausstellung Aufbau West


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