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02.06.07 / Köln wird evangelisch / Der Evangelische Kirchentag wagt sich in die katholische Hochburg - Vom 6. bis 10. Juni werden 100000 Besucher erwartet

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 22-07 vom 02. Juni 2007

Köln wird evangelisch
Der Evangelische Kirchentag wagt sich in die katholische Hochburg - Vom 6. bis 10. Juni werden 100000 Besucher erwartet
von Siegfried Schmidtke

Das "hillije Kölle" wird evangelisch - jedenfalls für fünf Tage vom 6. bis 10. Juni 2007. Dann werden insgesamt über 100000 Dauerkartenbesucher, davon etwa 5000 aus dem Ausland, zum 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln erwartet - die meisten wohl evangelischen Glaubens.

Für die Hälfte der Dauergäste vermittelte die Kirchentagsorganisation Unterkünfte in Köln und Umgebung. 40000 werden in Gruppen von zehn bis zwölf Personen in Schulen und in Gemeinderäumen der evangelischen und katholischen Kirche übernachten. Für 10000 Gäste, vor allem ältere und behinderte Menschen und Familien mit Kindern, bat die Kirchentagsleitung mit witzigen Anzeigen um "private Übernachtungsmöglichkeiten (Gerne auch Betten)".

Allein die Frage der Unterbringung so vieler Menschen legt die Wahl des Austragungsortes solch eines Großereignisses auf wenige Städte in Deutschland fest. Seit 1949, als der ersten Evangelische Kirchentag in Essen stattfand, waren es mit einer Ausnahme (1971 in Augsburg) auch immer Großstädte mit mehr als einer halben Million Einwohner, die als Tagungsorte das Evangelen-Treffen ausrichten durften.

"Magdeburg oder Kassel", meint dann auch der amtierende Kirchentags- und frühere sachsen-anhaltinische Ministerpräsident Reinhard Höppner, "kommen daher als Austragungsorte nicht in Frage". Selbst Bremen (550000 Einwohner), das den nächsten Kirchentag im Jahr 2009 beherbergen wird, sei bei der Frage der Unterkünfte "grenzwertig" gewesen.

Ein anderes wichtiges Auswahlkriterium nennt der Beauftragte der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) für den Kirchentag 2007, Pfarrer Joachim Lenz: "Die Kirchentags-Stadt muß ein Messegelände haben. Großer Vorteil in Köln ist, daß die Messe in Köln-Deutz sehr stadtnah liegt."

Für die ausrichtende Stadt bringt solch ein Großereignis wie der Evangelische Kirchentag neben der Publizität auch ökonomische Vorteile. Hotels, Gastronomie, aber auch Taxi- und Verkehrsbetriebe profitieren davon.

Die Stadt Köln stellt deshalb nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten in Schulen zur Verfügung, sondern beteiligt sich auch am 15-Millionen-Etat des Kirchentages mit 1,5 Millionen Euro. Weitere 3,1 Millionen Euro kommen vom Land NRW.

Auch der katholische Ortsbischof, Joachim Kardinal Meisner, wird sich bei dem Protestantentreffen blicken lassen. Gemeinsam mit dem Präses (Bischof) der gastgebenden Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) wird der Kardinal am 8. Juni an einem Ökumenischen Gottesdienst im Dom teilnehmen. Es wird ein "Wortgottesdienst" sein, ohne gemeinsames Abendmahl (Eucharistie) - "aus den bekannten Gründen", wie es der Pressesprecher des Erzbistums, Stephan Georg Schmidt, formulierte. Die "bekannten Gründe": Die katholische Kirche betrachtet die Eucharistie als Sakrament, das katholische Priester nur an katholisch getaufte Christen ausgeben dürfen. Wer dagegen handelt, kann mit Sanktionen belegt werden.

Aus Zeiten, als es das Trennende zwischen katholischen und evangelischen Christen noch nicht gab, stammt das Logo des Kirchentages. Der Fisch, das frühere (Geheim-)Zeichen der Urchristen, hat eine Haifischflosse angemalt bekommen und symbolisiert so das Motto des Kirchentages "Lebendig und kräftig und schärfer", das aus dem Hebräerbrief stammt.


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