© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-07 vom 07. Juli 2007

Klaus D. Voss:
Sparflamme

Es geht um die richtige Reihenfolge: Beim Thema Energiepolitik gehört das Wort Versorgungssicherheit in den Hauptsatz, der Begriff Klimaschutz in den Nebensatz. Auf dem Energiegipfel in dieser Woche versuchten aber die Umweltpolitiker, die Dinge auf den Kopf zu stellen. So darf es nicht kommen.

Um es klar zu sagen: Die Stromversorgung in Europa steht auf der Kippe. Nur weil die Wirtschaftskraft in den meisten Staaten kaum ausgelastet ist und die Länder allenfalls einen leichten Konjunkturaufschwung erleben, ist die Energiebilanz gedeckt. Die Pläne der Klimaschützer würden uns ein Leben auf Sparflamme verordnen, für immer.

Draußen ist eine andere Welt, die Schwellenländer genießen ihre Aufholjagd mit zweistelligen Wachstumsraten. Und weil Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch eng zusammenhängen, kaufen sie an Öl und Gas vom Markt weg, was sie transportieren können. Die Verbraucher in Europa bekommen von diesem Aufschwung nur die Kehrseite mit, ständig steigende Benzinpreise zum Beispiel.

Einen wirklichen Boom mit dicken Wachstumsraten wie in den guten Zeiten könnten wir mit unseren knappen Energiereserven kaum noch hinbekommen.  Noch gar nicht eingerechnet ist, daß die neuen EU-Mitglieder von Polen bis Bulgarien sowohl in der Wirtschaftsentwicklung wie beim Privatverbrauch aufschließen werden.

Einmal abgesehen von allem Klimaschutz - es geht um die richtigen Prioritäten: Ein Ausstieg aus der Kernenergie, das sind immerhin 26 Prozent der Stromversorgung für Deutschland, paßt wirklich nicht in einen Satz, der auf Wirtschaftswachstum enden soll.


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