© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-07 vom 07. Juli 2007

Für "Mischa"
Feuerwerk zu Ehren Chodorkowskijs
von M. Rosenthal-Kappi

Freiheit für MBCh", "Ehrlose halten alle für ehrlos", "Ein Gefangener des Kreml ist ein Gefangener des Gewissens" und "Freiheit für Chodorkowskij - Putin nach Tschita"! Plakate mit diesen Aufschriften hochhaltend,  versammelten sich am Gogol-Denkmal in Moskau  80 Anhänger des inhaftierten Ex-Oligarchen Michail Chodorkowskij, um dessen 44. Geburtstag zu feiern. "Auf Mischa" tranken sie öffentlich Sekt - ein Affront gegen die Ordnung der Stadt, denn seit letztem Jahr ist es verboten, Alkohol auf der Straße zu sich zu nehmen. Die Teilnehmer wollten mit dieser Aktion für die Menschenrechte auftreten und gleichzeitig an Michail Chodorkowskij und alle politisch Verfolgten sowie  gegen Folter und Anwendung von Grausamkeiten erinnern. Die Polizei griff diesmal nicht ein - im Vorfeld seines Treffens mit Bush konnte Präsident Putin vermutlich keine Negativ-Presse brauchen.

Anders sah es hingegen in der südostsibirischen Stadt Tschita aus, in der Chodorkowskij im Gefängnis sitzt. Hier hatte das Komitee zur Unterstützung Chodorskowskijs unter der Leitung von Marina Sawwatajewa ein Geburtstags-Feuerwerk für den Häftling organisiert, was die umgehende Verhaftung der Teilnehmer nach sich zog. Marina Sawwatajewa wurde am Abend jedoch wieder freigelassen. Sie hatte sich auf das ihr laut russischem Gesetz zustehende Aussageverweigerungsrecht berufen. Auch die Mitarbeiter der pyrotechnischen Firma durften wieder nach Hause gehen, nachdem ihre Firmenleitung die Lizenz zur Durchführung von Feuerwerken vorgelegt hatte.

Offiziell erklärte die Polizei von Tschita, es sei niemand verhaftet worden, man habe nur einige Menschen höflich eingeladen, sich für "Befragungen" zur Verfügung zu stellen.


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