© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27-07 vom 07. Juli 2007

Kulturtage und Jubiläum
50 Jahre Patenschaft für die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen
von Dieter Göllner

Wir feiern eine Patenschaft, die seit 50 Jahren unser Miteinander spürbar bereichert und die sich längst zu einer ‚Partnerschaft' entwickeln konnte", betonte die Präsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen, Regina van Dinther, in ihrem Grußwort anläßlich der Feierstunde im Plenarsaal.

Die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen organisiert jährlich die traditionellen Bundeskulturtage. Die diesjährige Veranstaltung stand anläßlich des 50-jährigen Bestehens der Patenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und fand vom 10. bis 23. Mai in Nordrhein-Westfalen - und zwar in der Landeshauptstadt Düsseldorf - statt. Mitveranstalter waren das Siebenbürgische Museum Gundelsheim, das Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm und das Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf (GHH).

Im Rheinland, wo seit über 800 Jahren die kulturellen Wurzeln der Vorfahren der Siebenbürger Sachsen liegen, haben viele Vertriebene und Flüchtlinge aus Rumänien eine Heimat gefunden und zugleich  wiederentdeckt. In den Nachkriegsjahren waren sie am Wiederaufbau des Landes beteiligt und sind nach wie vor als Brückenbauer zwischen Ost und West in Europa aktiv.

Die Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturtage 2007 in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf wurden mit einer Danksagung von Dipl.-Ing. Arch. Volker Dürr, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, eröffnet. Das zahlreich erschienen Publikum konnte in der Wandelhalle die Ausstellungen "50 Jahre Patenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen für die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen" und "Rumänien - Eine europäische Kulturlandschaft; Hermannstadt - Europäische Kulturhauptstadt 2007" besichtigen.

Das vielseitige Rahmenprogramm bestritten mehrere Kulturgruppen, darunter die Vereinigten siebenbürgischen Blaskapellen von Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von Klaus Barthelmi und Uwe Brandt, der Honterus-Chor Drabenderhöhe unter der Leitung von Regine Melzer, die von Christa Brandsch-Böhm geleitete Kinder- und Jugendtanzgruppe Drabenderhöhe und die Tanzgruppe der Bruder- und Schwesternschaft Setterich.

Weitere Höhepunkte der Kulturtage beherbergte das Düsseldorfer GHH. Im Rahmen einer Feierstunde widmete Konrad Grundmann, Staatsminister a. D. Vorstands-Vorsitzender der Stiftung "Gerhart-Hauptmann-Haus. Deutsch-osteuropäisches Forum", den 50 Jahren Patenschaft und der gelungenen Integrationsarbeit der Siebenbürger Sachsen eine emotionale Ansprache. Johannes Lierenfeld, Ministerialrat des Landes NRW, würdigte die Verdienste von Konrad Grundmann als Initiator und Wegbegleiter der langjährigen Patenschaft.

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Volker Dürr, führte in die mit Landesmitteln geförderte Kunstausstellung des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim "Ausbruch aus der Tradition - Malerei der siebenbürgischen Moderne" ein. Zu sehen waren seltene Exponate aus Museen und Privatsammlungen, die nationalem und internationalem Vergleich standhalten.

Die Dokumentarausstellung zum Patenschaftsjubiläum wurde von der Bundesfrauenreferentin der Landsmannschaft Enni Janesch vorgestellt.

Die Kreisgruppe Köln, die an der Organisation und der Durchführung der diesjährigen Kulturtage vielfältig beteiligt war, bot unter anderem die Aufführung des Theaterstückes "Die Verwechslung" und einen Auftritt der Tanzgruppe.

Im umfangreichen Programm der Kulturtage wurden auch die Literaturfreunde berücksichtigt. Lesungen boten der Schriftsteller Franz Hodjak sowie der Autor, Literaturkritiker und Übersetzer Georg Aescht. Gregor von Rezzoris "Maghrebinische Geschichten" wurden von Marianne und Prof. Heinz Acker in Wort, Ton und einem Filmbeitrag lebendig vermittelt.

Der Themen-Schwerpunkt "Hermannstadt - Europäische Kulturhauptstadt 2007" wurde im GHH durch einen Vortrag der Chefredakteurin der "Hermannstädter Zeitung", Beatrice Ungar, und den Film von Dumitru Budrala "Hermannstadt 2007 - Stadt der Kultur - Stadt der Kulturen" illustriert. Ergänzend war die bereits im Landtag ausgestellte Präsentation zur "Europäischen Kulturlandschaft Rumänien" zu sehen. Das Gemeinschaftsprojekt - vom Donauschwäbischen Zentralmuseum, Ulm, dem Museum Europäischer Kulturen, Berlin, dem Ethnographischen Museum, Brasov (Rumänien), der Kulturreferentin für Südosteuropa am DZM, dem Nationalmuseum für Geschichte Rumäniens, Bukarest, dem Auswärtigen Amt, Berlin, der Rumänischen Botschaft, Berlin, und dem Deutsch-Rumänischen Forum, Berlin - zeigte aus Anlaß des EU-Beitritts Rumäniens hochwertiges Fotomaterial von Hermannstadt und weiteren Kulturschätzen Rumäniens, die Eingang in die Welterbeliste gefunden haben.

Foto: "Die Verwechslung": Die Jugend der Kölner Gruppe spielte das Theaterstück. 


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