© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30-07 vom 28. Juli 2007

Senioren: Zurückgezogen leben

Einige Menschen ziehen sich im Alter zurück. Oft machen sich dann Angehörige oder Nachbarn Sorgen, weil diese kein soziales Umfeld haben oder kaum Hobbys pflegen. "Nicht alle Betroffenen empfinden dies allerdings als ein Problem", sagt Veronika Spreng, Leiterin der Beratungsstelle beim Seniorenamt der Stadt Nürnberg. Im Beratungsdienst erlebt sie häufiger Fälle, in denen zum Beispiel Kinder eine andere Vorstellung vom Lebensabend der Eltern haben als diese selbst. "Wenn den Senioren ihr zurückgezogenes Leben gefällt, kann man nicht helfen", sagt Spreng. Häufig betreffe das Leute, die sich auch vorher kaum um Freundschaften oder Geselligkeit gekümmert hätten.

Viele ältere Menschen sind aber ungewollt allein. "Sie sind zum Beispiel körperlich nicht mehr mobil und verlieren dadurch ihre sozialen Kontakte", berichtet Spreng. Ihnen können oftmals Beratungsstellen von Kommunen oder Wohlfahrtsverbänden weiterhelfen. Sie vermitteln Informationen über Freizeitangebote in der Nachbarschaft oder über Fahr- und Besuchsdienste.

Bei manchen Menschen ist der soziale Rückzug ein Zeichen für den Beginn einer Krankheit wie zum Beispiel Demenz. "Betroffene bemerken oft nicht, welche Probleme etwa durch ihre eingeschränkte Orientierungs- oder Merkfähigkeit entstehen", sagt die Beraterin. Sie haben dadurch ihren Alltag nicht mehr im Griff und gefährden sich selbst. Als Angehöriger oder Nachbar sollte man sich unbedingt einmischen und Hilfe organisieren.      Ddp


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren