© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30-07 vom 28. Juli 2007

Grab in Rhein eingeweiht

Das als "Grab des unbekannten Soldaten" bekannte anonyme Massengrab auf dem Friedhof in Rhein, Kreis Lötzen ist im Rahmen eines kleinen Festaktes vom evangelischen Pastor Fryderyk Tegler und dem katholischen Prälaten Dyzma Wyrostek eingeweiht worden. Trotz Regen und Gewitter nahmen neben der ehemaligen Bürgermeisterin von Rhein Lidia Nalezyty, dem Ortspastor Jan Neumann, dem Parlamentsabgeordneten Julian Ossiecki, dem Vorsitzenden der Masurischen Gesellschaft Tadeusz Siegfried Willan, der Stellvertreterin des amtierenden Bürgermeisters Barbara Kowalska und Vertretern der Presse fast 150 ehemalige und jetzige Bewohner der Stadt sowie Masurenreisende aus der Bundesrepublik Deutschland an der Einweihung teil. Zuvor war das Grab von der Vorsitzenden der Deutschen Minderheit Auguste Nowicka und der Kirchenratsvorsitzenden Helga Fitza entsprechend hergerichtet worden.

Wenn der Einweihungsakt auch in einem angemessenen würdigen Rahmen stattfand, so blieb doch ein Wunsch der Initiatoren Pastor Tegler aus Scharnebeck und Herbert Banik aus Düsseldorf unerfüllt. Der von den beiden erwünschte Grabstein mit einer Inschrift, die auf 24 Erschossene verweist, fand nicht die Einwilligung des amtierenden Bürgermeisters. Der Politiker zweifelt nicht an, daß am 28. Januar 1945 die Russen 24 Bürger Rheins erschossen haben, aber er bezweifelt, daß diese Toten in diesem Grab beigesetzt sind. Die Argumentation der beiden Deutschen, daß das Grab im Februar 1945 am Rande des Friedhofs gelegen habe sowie ursprünglich größer gewesen, erst im Laufe der Jahre immer mehr eingeengt worden und deshalb mittlerweile umgeben von anderen Gräbern relativ klein geworden sei, vermochte den Polen nicht umzustimmen. Zeugen, die Klarheit bringen könnten, sind nicht bekannt, und eine Öffnung des Grabes will keiner.

Foto: Pastor Tegler und Prälat Wyrostek (von links).


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