© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30-07 vom 28. Juli 2007

MELDUNGEN / ZUR PERSON

Mehr Ausländer wollen den   deutschen Paß

Wiesbaden - Nach jahrelangem Rückgang ist 2006 die Zahl der Einbürgerungen erstmals wieder gestiegen. Mit knapp 125000 nahmen 6,5 Prozent mehr Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit an als 2005. Größte Gruppe sind 33500 Türken, das entspricht fast 26,8 Prozent aller Eingebürgerten. Es folgen: Serben und Montenegriner (12600, 10,1 %), Polen (7000, 5,6 %) und Russen (4700, 3,8 %). Den größten prozentualen Zuwachs erfuhr die Zahl der eingebürgerten Israelis, die um 50 Prozent auf 4300 anstieg, was einem Anteil von 3,5 Prozent an allen Eingebürgerten entspricht.

 

"Mugabe wird bald stürzen"

Washington - Der ehemalige US-Botschafter in Simbabwe, Christopher Dell, hat das nahende Ende von Diktator Robert Mugabe prophezeit. Das afrikanische Land erlebt derzeit eine Inflationsrate von 4500 Prozent, eine Banane kostet heute soviel wie vor acht Jahren ein Einfamilienhaus. So eine Geldentwertung habe noch kein diktatorisches Regime überlebt, so Dell.

 

Für die Kunst und die Freiheit

Seinen Geburtstag feierte er standesgemäß in der Londoner Royal Albert Hall. Stardirigent Kurt Masur wurde am Dientag 80 Jahre alt. Und da der große alte Herr und Maestro nicht an den Ruhestand denkt, beschenkte er sein Publikum. Masur dirigierte vor 8000 Gästen ein gemeinsames Konzert des London Philharmonic Orchestra und des Orchestre National de France.

Der im schlesischen Brieg geborenen Masur wollte eigentlich Konzertpianist werden, doch die Versteifung einiger Finger durchkreuzten seine Pläne. So studierte er nach dem Zweiten Weltkrieg in Leipzig Komposition und Orchesterleitung. Die Werke von Bach und Beethoven wurden seine künstlerische Berufung.

Aus familiären Gründen blieb er in der DDR. Dort "verordnete" man ihm, nachdem er bei der Komischen Oper in Berlin gekündigt hatte, drei Jahre Arbeitslosigkeit. 1967 legte er sich mit der Staatsmacht an, indem er ein Konzertengagement aus Venedig eigenmächtig annahm. Man ließ ihn fahren. 1970 holte man ihn als Chef des Gewandhausorchesters wieder nach Leipzig, dem er 27 Jahre treu blieb. 

Während der Revolution in der DDR avancierte Masur mit Aufrufen zur Gewaltfreiheit zur Symbolfigur des friedlichen Umbruchs. Anfang der 90er Jahre war er für das Amt des Bundespräsidenten im Gespräch, doch er blieb der Musik treu.

Kurt Masur ist Chef des  Orchestre National de France. Er ist Vater von drei Söhnen und zwei Töchtern. In dritter Ehe ist der Dirigent mit der japanischen Sopranistin Tomoko Sakurai verheiratet. Das Paar hat einen Sohn.    M.A.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren