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25.08.07 / Nah am Kreml / Oslo pendelt zwischen Moskau und Brüssel

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-07 vom 25. August 2007

Nah am Kreml
Oslo pendelt zwischen Moskau und Brüssel
von P. Campguilhem

Norwegen ist der drittgrößte Förderer von Gas weltweit. Es liefert unter anderem fast 25 Prozent des deutschen Bedarfs. Es ist auch nach Saudi-Arabien, Rußland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran der fünftgrößte Erdölförderer der Welt. Das bedeutet für die norwegische Diplomatie, daß Oslo auf die internationale Kooperation angewiesen ist und einen großen Beitrag zu dieser Zusammenarbeit im Rahmen der Uno leistet. Oslo will ein Blauhelmenkontingent nach Darfur entsenden, stationiert Truppen in Afghanistan und bleibt den Prinzipien der kollektiven Sicherheit treu, auch wenn es nicht am Irak-Krieg teilgenommen hat.

Norwegische diplomatische Kreise und ihr Außenministerium betonen, daß die Beziehungen zwischen Norwegen und Rußland gut seien. Zahlreiche Vorschläge für eine bessere Zusammenarbeit lägen vor, und Norwegen habe sich innerhalb der Nato ziemlich skeptisch hinsichtlich der US-Pläne eines Raketenabwehrsystems in Osteuropa geäußert. Oslo fürchtet einen neuen Anlauf des Weltrüstens und hat Sorge, daß seine guten Beziehungen zu Rußland gefährdet sind. Schon zu Zeiten des Kalten Krieges hatte die norwegische Regierung gute Beziehungen zum Kreml gehabt. Die gemeinsame Grenze ließ derartiges angebracht erscheinen.

In diesem Zusammenhang vermeidet man gegenwärtig auch jegliche Stellungnahme zum Neonationalismus Wladimir Putins. Dies sei eine innere Angelegenheit Rußlands, heißt es.

Der norwegische Erdölriese Norsk Hydro, an dem der norwegische Staat eine Sperrminderheit besitzt, und die russische Gasprom arbeiten verstärkt zusammen, wenn es darum geht, die Ressourcen im Norden zu bergen. Auf jeden Fall scheint Norwegen eine langfristige Kooperation mit Rußland anzustreben, ob es sich nun um Gas, Erdöl oder auch das Fischereiwesen handelt.

Schon 1972 und 1994 haben sich die Norweger durch Volksentscheide gegen eine EWG- beziehungsweise EU-Mitgliedschaft ausgesprochen. Dies wird angesichts der Nähe zu Rußland auch vorerst so bleiben. Trotzdem arbeitet Norwegen mit Brüssel zusammen. Hier sind Maßnahmen in Sachen Klimaschutz oder Außen- und Sicherheitspolitik zu nennen.


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