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25.08.07 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34-07 vom 25. August 2007

Leserforum

Haus des Herrn soll wieder ein Bethaus werden
Betr.: Leserbrief „Richtigstellung: Um den Wiederaufbau der Garnisonkirche …“ (Nr. 32)

1. Turmspitze: Behauptet wird, die FWG – nicht die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel (TPG) – habe in Verhandlungen mit der Ev. Kirche erreicht, daß das Nagelkreuz von Coventry nicht auf der Turmspitze der Garnisonkirche angebracht werden und statt dessen vor dem Haupteingang der Garnisonkirche aufgestellt werden soll.

Ungesagt bleibt, daß bereits im Juni 2002 die Ev. Kirche bei den Gesprächen mit der TPG der alten Wetterfahne auf dem Turm zustimmte, wenn sie im Gegenzug Eigentümer des Turmes werden würde, was die TPG akzeptierte.

Die Ev. Kirche hatte 2001 im Turmnutzungs-Konzept „The Spirit of Change – Veränderung ist möglich“ die unhaltbare Behauptung aufgestellt, wonach die alte Turmspitze (zur Sonne aufstrebender Adler – nec soli cedit) ein gegen Frankreich (Ludwig XIV.) gerichtetes „Kriegssymbol“ gewesen sei und deshalb nicht wiederkehren dürfe.

Die „Laien“ der TPG führten gegenüber den beteiligten Theologen den Nachweis, daß nach der alten biblischen Bildsprache (siehe Physiologos, 2. Jh. n. Chr.) der zur Sonne aufstrebende Adler vielmehr den zu Gottvater aufsteigenden Christus (Himmelfahrt) symbolisierte, der die Frankischen Stiftungen (Halle) heute noch ziert bzw. Kirchen in Brandenburg einst zierte. Im übrigen sei Ludwig XIV. beim Bau der Garnisonkirche bereits rund 20 Jahre tot gewesen, schon deswegen fehle der Aussage der Wahrheitsgehalt.

Der damalige Superintendent Althausen zog diese Einigung später wieder zurück. Das wurde von der TPG 2003 öffentlich gemacht.

2. Unterstützung der TPG: Behauptet wird, weder Potsdam noch das Land Brandenburg hätten das Konzept der TPG für die Garnisonkirche unterstützt.

Richtig ist, daß die TPG  für die Garnisonkirche gar kein „Konzept“ verkündet und auch kein solches verlangt hatte. Die TPG beabsichtigte 1990, nach Schenkung des wiedererbauten Glockenspiels und Überführung von Iserlohn nach Potsdam (14. April 1991) die Arbeit zu beenden.

Es war der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam, Dr. Horst Gramlich (und nach ihm auch seine bisherigen Nachfolger), der die TPG um Weitersammlung bat. Die TPG als „Sammelorganisation“ nahm diese Bitte an und arbeitete ehrenamtlich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche auf der Grundlage des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung (SVV) vom 6. Oktober 1990; darin war vom Wiederaufbau der Garnisonkirche die Rede und von nichts anderem.

Dies wird von der Stadt seit Januar 2002 nicht mehr gewollt, nachdem die Ev. Kirche – die sich zuvor über zehn Jahre verweigerte – im Jahr 2001 das Turmnutzungskonzept „The Spirit of Change ...“ als Nutzungsdiktat verkündet hatte, welches die SVV im Januar 2002 annahm (siehe hierzu Ziff. 4.).

Die Position von TPG und SPK war, ist und bleibt: Die Garnisonkirche war Denkmal und Symbol des christlichen Preußens – als solche ist sie äußerlich originalgetreu wiederherzustellen und Weltanschauliches aus ihr herauszuhalten! Eine Kirche ist eine Kirche – also ein Ort der Verkündigung der Christenlehre.

3. Zum Nutzungskonzept der Ev. Kirche: Eine  Reihe der Behauptungen des Leserbriefverfassers sind in diesem Zusammenhang unsachgemäß.

Sachgemäß ist: Das im März 2005 verkündete „Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche“ belegt eindeutig die Absichten, die mit dem Neubau künftig verfolgt werden sollen. Die wesentlichen Zitate daraus (Die Zitate werden in einer der nächsten Ausgaben der PAZ veröffentlicht.) ermöglichen Ihnen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Diese Sammlung ist der Ev. Kirche zur Prüfung der Richtigkeit vorgelegt worden. Der Frager wurde beschieden, die Zitate träfen zu, sie seien aber „polemisch“. Wie bitte? Was soll man davon denn noch halten?

Nach Konzept-Aussage soll die Garnisonkirche ein „Lernort“ sein, für den Bischof Huber schon 2004 „Versöhnungsarbeit und Geschichtsarbeit“ bestimmt hatte. Letzteres ist aber nicht Aufgabe der Kirche, vielmehr zeigt sich hier der atheologische Konzeptinhalt (Geschichtsarbeit). Die TPG (heute die SPK) sah in diesem Konzept die Absicht, ein „volkspädagogisches Bildungsinstitut der Vergangenheitsbewältigung“ zu schaffen, das in dieser Form eher eine Verhöhnung Preußens wäre und deshalb die Förderer und Spender mehrheitlich verprellt hat.

Wenn der Leserbriefschreiber aussagt, daß die Garnisonkirche ja auch „Stadt- und Symbolkirche“ sein solle, so sah die TPG (und jetzt die SPK) darin eine „Feigenblattbestimmung“, die die Hauptabsicht verschleiert, welche die Ev. Kirche mit der „Umwidmung“ der GK verfolgt (siehe Zitate). Danach ist der „Symbolbruch“ an der GK öffentlich erklärtes Ziel der Ev. Kirche seit 2001.

4. Auflösung der TPG: Behauptet wird, die TPG habe sich am Tage vor der Grundsteinlegung (14. April 2005) „überhastet aufgelöst, weil sie andernfalls die gespendeten Millionen für den Wiederaufbau hätte einsetzen müssen.“ Das ist unwahr.

Wahr ist dagegen: Die TPG wurde erst ein halbes Jahr später, im September 2005, durch Beschluß ihrer Jahreshauptversammlung aufgelöst.

Gründe: Die Stadtverordneten nahmen im Januar 2002 das Konzept der Ev. Kirche für die Turmnutzung – „The Spirit of Change ...“ an und änderten damit den eigenen Beschluß vom 6. Oktober 1990 (siehe Ziff. 2.). Das entzog der TPG die Handlungsgrundlage. Daher schlug sie dem damaligen OB Platzeck im Februar 2002 vor, auf die weitere Mitarbeit der TPG zu verzichten, die sich auflösen würde. OB Platzeck bat uns daraufhin eindringlich, das nicht zu tun und statt dessen mit der Ev. Kirche zu sprechen, denn es sei noch alles verhandelbar. Dies tat die TPG dann bis Mai 2003.

Nachdem Stadt und Ev. Kirche alle wesentlichen Kompromißvorschläge der TPG abgelehnt hatten und die schon erzielte Einigung über die Turmspitze zurückgenommen worden war, stand fest, daß das Diktat der Ev. Kirche durchgesetzt werden sollte („Unabdingbare Voraussetzung ihrer Zustimmung zum Bau des Turmes der GK ist die vollständige Umsetzung des Konzeptes „The Spirit …“). Die TPG beendete deshalb im Juni 2003 die Gespräche und schlug erneut die Einstellung der Spendensammlung vor, woraufhin der nunmehrige OB Jakobs die TPG über die Presse bat, die Sammlung fortzusetzen. Das geschah.

Im März 2005 verkündeten Stadt und Ev. Kirche das „Nutzungskonzept für die Potsdamer Garnisonkirche“. Damit war offenbar geworden, wie dieses einst ehrwürdige Gotteshaus politisiert, umgedeutet und architektonisch verändert – das Symbol gebrochen – werden soll. Die TPG war nicht bereit, dem zu dienen und dadurch die Spender zu täuschen; es hätte den Tatbestand des Betrugs bedeutet.

Deshalb wurden alle Spender unverzüglich über die Lage informiert und nunmehr die Auflösung der TPG vorgeschlagen. Allen Spendern wurde angeboten, über die Verwendung ihrer Gaben selbst zu befinden.

28 der über 6000 Spender stellten ihre Zuwendungen in Höhe von 13000 Euro der FWG (teilweise bei Auflösung der TPG, teilweise nach Baufertigstellung) zur Verfügung – inzwischen erfüllt.

Zirka fünf Prozent der Spender verlangten die Umleitung von rund 240000 Euro an andere gemeinnützige Einrichtungen – inzwischen erfüllt.

Rund 95 Prozent, die ein Kapital von über fünf Millionen Euro repräsentierten, wollten ihre Spenden in der SPK verwaltet wissen, bis endgültig klar wäre, was denn letztendlich gebaut sein wird. Nach Auflösung der TPG wurde das Geld als „Projektrücklage“ in die SPK überführt. Es wuchs inzwischen auf fast 5,7 Millionen Euro an.

Dieses Kapital kann dann eingesetzt und die Sammlung wiederaufgenommen werden, wenn die Garnisonkirche äußerlich originalgetreu als Denkmal und Symbol des christlichen Preußens wiedererbaut wird, und das heißt: Sie dient als Kirche, aus der volkspädagogisch-polithistorische Vorhaben herausgehalten werden.

5. Zur Eigentumsregelung: Der Leserbriefschreiber führt an, die TPG habe trotz Einladung die Mitarbeit in der kirchlichen Stiftung verweigert. Die Fakten um die Eigentumsfragen des IVZ bleiben unerwähnt, sind aber Grundlage der TPG-Zurückhaltung.

Zitat aus dem Nutzungskonzept (Seite 23, Ziff 4.1. Trägerschaft und Baugesellschaft): „Die Evangelische Kirche …, das Land Brandenburg und die Stadt Potsdam bilden gemeinsam eine kirchliche Stiftung, die Eigentümerin des Grundstückes und der Garnisonkirche, Betreiberin und Trägerin der Kirche und Trägerstruktur für das Internationale Versöhnungszentrum ist. Damit werden die Beteiligten ihrer gemeinsamen Verantwortung für das Wiederaufbauprojekt gerecht und sichern der künftigen Stadt- und Symbolkirche und dem Versöhnungszentrum eine Zukunft unabhängig von der Entwicklung der öffentlichen und kirchlichen  Haushalte. Im Kuratorium der kirchlichen Stiftung haben die Vertreter der Kirche die Stimmenmehrheit. Eine Kirchengemeinde soll an der Garnisonkirche nicht gebildet werden.“

So sichert man die Durchsetzung der Politisierung der Garnisonkirche und ihren Mißbrauch für Volkspädagogik, ohne daß der Gemeindekirchenrat einer Personalgemeinde Kontrolle ausüben kann. Das ist im Ansatz bereits die Verhinderung demokratischer Strukturen und Mitbestimmung der Gemeindeglieder. Mitarbeit in Institutionen ohne demokratische Kontrollmöglichkeit ist unsinnig.

6. Verdächtigung: „Geht es dem Verantwortlichen der ehemaligen TPG überhaupt noch um den Wiederaufbau dieser Kirche?“

Der „Verantwortliche der ehemaligen TPG“ nahm die Qualität dieser Einlassung zur Kenntnis und äußert sich nicht dazu – wie seit Beginn der Arbeit für die GK vor 23 Jahren in vergleichbaren Fällen auch.

7. Weitere Behauptungen, die eher unwesentliche „Krümel“ sind, aber zu korrigieren wären, bleiben um unnötiger Länge willen unkommentiert.

8. Schlußbetrachtung: Es war, ist und bleibt ausschließlich Sache der Stadt Potsdam zu entscheiden, was sie am Platz der ehemaligen Hof- und Garnisonkirche verwirklicht haben will. Dem Wollen der Stadt (SVV-Beschluß vom 6. Oktober 1990) diente die TPG in Übereinstimmung mit diesem Willen.

Potsdam hat sich 2002 umentschieden (SVV) und stützt sich dazu seit Januar 2004 auf die FWG, deren Satzung bestimmt in § 2(3) „Der Verein fördert den historisch getreuen und vollständigen Wiederaufbau der Garnisonkirche zur Nutzung nach dem kirchlichen Nutzungskonzept“. Die FWG arbeitet also satzungsgemäß für die Durchsetzung des IVZ in der „umgedeuteten und im Symbolgehalt gebrochenen“ Garnisonkirche.

Es war, ist und bleibt ausschließlich Sache der Spender, ihr Geld für das einzusetzen, was sie gefördert wissen wollen. Dies ist zu respektieren. Namens der Spender von TPG / SPK weise ich jedwede Mißinterpretation des Spenderwillens, von wem auch immer erhoben, zurück.

Ferner war, ist und bleibt es ausschließliche Sache der Stiftung Preußisches Kulturerbe zu prüfen, was sie unterstützen kann und will. Das vorliegende Nutzungskonzept (IVZ) wird von der SPK weder gefördert noch in irgendeiner Weise unterstützt. Auch ist anzuzweifeln, daß die Sammlung für eine derartig volkspädagogische Zielsetzung den finanziellen Erfolg hat, der den Bau dieses für Deutschland so wichtigen Gotteshauses überhaupt erst erlaubt.

Die Spaltung der Sammlungsbewegung, vor der Minister Jörg Schönbohm am 20. Juli 2003 noch mannhaft gewarnt hatte, wenn man das Bauvorhaben der GK mit dem „Internationalen Versöhnungszentrum“ (IVZ) darin verwirklichen will, ist eingetreten.

Die Stiftung Preußisches Kulturerbe beobachtet die weitere Entwicklung in Potsdam mit Interesse. Gegenwärtig ruft sie zu Spenden für die Renovierung der Potsdamer St. Nikolai-Kirche auf, der sie schon die Renovierung eines Turmengels und die Schenkung von vier Bronzeglocken für das zu ersetzende Stahl-Rufgeläut zugesichert hat; die Kosten für beides betragen 140000 Euro. Die Potsdamer St. Peter und Paul-Kirche erhielt 2006 ebenfalls ein neues Bronzegeläut und 2007 die dringend erforderliche Restaurierung des vom Soldatenkönig seinen katholischen Soldaten gestifteten Altars geschenkt; für beides wurden 70000 Euro überwiesen. Der renovierte Altar wird am 8. September 2007, 15 Uhr, St. Peter & Paul, Potsdam in einem öffentlich zugänglichen ökumenischen Gottesdienst eingeweiht werden.

Wir freuen uns über jeden, der mithilft und sich mit uns für Brandenburg-Preußen auf den Weg begibt – dieses Land wäre ohne unseren Herrn und Heiland Jesus Christus so nicht möglich gewesen. Sein Haus soll wieder ein Bethaus sein und keine Wechselstube des Zeitgeistes. „Was heißt ihr mich Herr, Herr und tut nicht, was ich euch sage?“ (Lk, 6,46)

Max Klaar, Vorsitzender des Stiftungsrates der SPK und ehemaliger Vorsitzender der inzwischen aufgelösten TPG

 

 

Bei einer echten Versöhnung bleibt die Identität beider Partner gewahrt
Betr.: Leserbrief „Richtigstellung: Um den Wiederaufbau der Garnisonkirche …“ (Nr. 32)

PAZ-Leser Bauer stellt in seinem Beitrag die Sichtweise der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam (FWG) zur kontrovers geführten Diskussion um die Nutzung der Garnisonkirche nach Wiederaufbau dar.

Der Leserbriefschreiber kommt nicht umhin, zuzugeben, daß er und sein Spendensammelverein die Absicht der evangelischen Kirche und des Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Huber, unterstützen, nach Wiedererrichtung der Kirche diese nicht nur, aber auch als Versöhnungszentrum und Geschichtswerkstatt zu nutzen. Das ist der entscheidende Punkt.

Die Garnisonkirche soll also auch in die permanente unsägliche Vergangenheitsbewältigung der EKD eingebunden werden. Dafür steht jedoch das Spendengeld der „Stiftung Preußisches Kulturerbe“ nicht zur Verfügung, weil es nur für eine Nutzung der Kirche im Sinne des Erbauers, des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I., eingesammelt wurde.

Verwundern muß, daß Bauer dem biblischen Versöhnungsaufruf aus 2. Korinther, Vers 19 eine Dimension zuerkennt, die aus dem neuen Testament nicht abgeleitet werden kann. Die angesprochene Versöhnung nach 2. Korinther 5, Vers 19 betrifft nur das Verhältnis des einzelnen Menschen zu Gott. Es ist die Aussöhnung zwischen Gott und den Menschen. Hier ist die Versöhnung immer einseitig, Gott ist immer der Gebende und der Mensch ist immer der Nehmende. Und Gott handelt aus Gnade. Wenn dies der Mensch begreift, dann entsteht dadurch eine innere Bindung, ein nicht mehr lösbares Abhängigkeitsverhältnis, was nur zwischen Gott und den Menschen möglich ist. Diese Art der Versöhnung ist zwischen Völkern und Menschen untereinander nicht übertragbar.

Umfassende Versöhnung zwischen zwei Menschen und auch zwischen Völkern ist möglich, wenn beide Partner aufeinander zugehen. Jede Seite kommt der anderen entgegen. Man einigt sich auf einen Kompromiß und beschließt, daß die Vergangenheit ruhen soll. Die Identität jeder Seite bleibt gewahrt. Beide Partner vermeiden, die andere Seite zu demütigen. Nur so kann Versöhnung zwischen den Menschen und zwischen den Völkern gelingen. Dies meinte auch Max Weber, als er schon 1920 weitsichtig formulierte: „Krieg wirklich zu beenden, ist nur durch Sachlichkeit, Ritterlichkeit und Würde möglich, nie aber durch eine vermeintliche Ethik, die in Wahrheit eine Würdelosigkeit beider Seiten bedeutet.“

Wilhelm v. Gottberg, Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen

 

 

Verspielte Zukunft
Betr.: „Pflügers neuer Freund: Erdogan“ (Nr. 32)

Der Berliner CDU unter ihrem Vorsitzenden Pflüger gelingt es nicht, gegenüber dem Stoßtrupp der vereinigten Linken / Linksextremen unter ihrem Tabubrecher Wowereit Boden gut zu machen, was alles über diese Partei und ihren Chef aussagt.

Wowereits Truppe macht vor, was sich auch in anderen Bundesländern und auch im Bund vollziehen wird und was wir nach 1945 schon einmal erlebt haben: den Zusammenschluß von Sozialdemokraten und getünchten Kommunisten. Und die Bundes-CDU schläft und überläßt ihre Zukunft Pflüger und anderen, die sie tagtäglich neu verspielen.

Walter Kämmerer, Berlin

 

 

Ohne Widerstand
Betr.: „Kaczynski-Regierung will Grundbücher manipulieren“ (Nr. 32)

Was sich die polnische Regierung an Frechheiten und Rechtsverletzungen unseren Vertriebenen gegenüber leistet, ist im Zusammenhang mit dem Tun der Bundesregierung zu sehen. Polen glaubt leider zu recht, daß es sich das gegenüber unserer Regierung und den hinter ihr stehenden Parteien leisten kann. Ernsthafter Widerstand ist nicht zu erwarten, eher noch Zustimmung. Nur die CSU dürfte Rückgrat beweisen können.

Detlef Miller, Obernzell

 

 

Gegen den Strom?
Betr.: „Einfach Abnicken – Eine eigene Meinung ist in der Unions-Fraktion unerwünscht“ (Nr. 31)

Daran habe ich nicht den geringsten Zweifel, vermute aber, daß es bei den anderen Parteien bis auf die Grünen und noch bei der Links-Partei nicht anders ist, daß aber auch in den genannten beiden linken Parteien die Parteispitzen auch auf die persönliche Meinung ihrer Abgeordneten oder Delegierten nicht gerade großen Wert legen. Man könnte sagen, daß Parteien nun mal so sind. Wer es geschafft hat, will dran bleiben, zumal wenn Vorteile damit verbunden sind.

Wir halten zwar viel von der Demokratie, beherrschen sie aber nicht, verletzen sie häufig und müssen feststellen, daß sie nur ein Ziel darstellt, dem anzunähern wir uns bemühen sollten.

Ich kenne CDU-Kreisparteitage, in denen Anträge beschlossen wurden, von denen nicht einer die Kreisebene verließ und nicht einmal über ihr Ergehen Bericht erstattet wurde. Beim folgenden Parteitag wurden neue Beschlüsse gefaßt, denen das selbe Schicksal zuteil wurde. Wenn man hört, wie viele Anträge auf einem Bundesparteitag durchgewinkt werden, läßt sich das nicht gerade mit Demokratie in Verbindung bringen. Es erfordert viel Mut und innere Souveränität, um gegen den Strom schwimmen zu können. Freuen wir uns, wenn es noch solche Mitbürger gibt.

Klaus-Dieter Buchwald, Oschatz

 

 

Masurenexpress: Wunderbare Möglichkeit, um Fotos von Land und Leuten zu machen
Betr.: Gewinnspiel Masurenexpreß

Die Fahrt mit dem „Masurenexpreß“ war ein außergewöhnlich interessantes Unternehmen. Der Masurenexpreß ist als solcher nicht bekannt bei den Bahnangestellten am Berliner Hauptbahnhof (weder am Bahnsteig noch bei der Bahnauskunft). Der Zug ist gekennzeichnet als Berlin-Kaliningrad-Verbindung. Bei dem „Masurenexpreß“ handelt es sich um sogenannte Kurswagen, die von der Deutschen Bahn an obengenannten Zug angehängt werden und dann in Marienburg an Wagen der Polnischen Bahn umgehängt werden. Auf der Hinfahrt fährt der Zug ab Allenstein auf einer einspurigen Strecke alle restlichen Stationen ab. Die Durchschnittsreisegeschwindigkeit liegt bei 40 Stundenkilometer, eine wunderbare Möglichkeit, die unsagbar schöne und vielfältige Landschaft an sich vorüberziehen zu lassen und die beste Möglichkeit, um Fotos von Land und Leuten zu machen.

Auf der Rückfahrt hatten wir nachts in Marienburg zweieinhalb Stunden Aufenthalt – anstelle der geplanten 15 Minuten, da sich der Zug aus Königsberg – der entsprechend wieder dazukam – verspätet hatte. Dieser Aufenthalt jedoch war sehr amüsant, da man dadurch mit anderen Reisenden ins Gespräch kam, die sich alle auf dem Bahnsteig einfanden, um Reiseerfahrungen auszutauschen. Auf Hin- und Rückfahrt gab es vier Kurswagen der DB, die alle kaum ausgelastet waren; je ein Schlafwagen (Belegungsmöglichkeit pro Kabine drei Personen! Wenn man zu zweit in einer Kabine bleiben möchte – ohne Fremdbelegung – unbedingt bei der Buchung angeben); ein Liegewagen mit Belegungsmöglichkeit für vier Personen pro Abteil; zwei normale Wagen mit jeweils sechs Sitzplätzen pro Abteil. Da fast alle Mitreisenden sehr viele Gepäckstücke dabei hatten, könnte es bei ausgebuchten Wagen sehr eng werden. Die Fahrt ist ein wirklich extrem günstiges Angebot, um nach Masuren zu kommen! Zum Beispiel trafen wir auch einige Reisende, die diese Fahrt nur als zweieinhalb Tagestrip gebucht hatten, um Fotoaufnahmen zu machen oder auch um nur einen Tagesaufenthalt in den entsprechen Orten zu genießen. Im Schnitt hat man zirka einen kompletten Tag Aufenthalt, falls man nicht gerade bis zur Endstation durchfährt! Dieses Angebot ist überaus empfehlenswert! Beachten sollte man: Aus den meisten Hotels muß man gegen Mittag auschecken; hat man eine Station gebucht, wo die Rückreise erst spät abends angetreten werden kann, muß man den Tag mit gesamtem Gepäck verbringen, da in den meisten polnischen Bahnhöfen keine Schließfächer vorhanden sind.

Diese Fahrt ist auf jeden Fall für jugendliche Reisende zu empfehlen! Sie kommen wohl kaum günstiger – und spannender – in die wunderbare Region Masuren, wo man dann auch sehr preisgünstig einen tollen Bade-, Segel-, Kanu-Urlaub verbringen kann.

Nochmals meinen allerherzlichsten Dank für diese schöne Reise, die auf keinen Fall meine letzte dorthin war. Da ich auch meinen 14jährigen Sohn für dieses Unternehmen begeistern konnte, wird sich hoffentlich auch in seinem Freundeskreis herumsprechen, wie interessant es ist, diese Region zu besuchen.

Gaby Priebe-Kossack, Berlin

 

 

Linksrutsch wird stillschweigend hingenommen
Betr.: Miete zahlen lohnt sich nicht“ (Nr. 32)

Links ist gut, Rechts ist schlecht. Links ist alles erlaubt, Rechts ist alles verboten, rechte Straftaten sollen strenger bestraft werden, linke, wenn überhaupt, milder. So könnte man vereinfachend ausdrücken, was im öffentlichen Handeln häufig zu beobachten ist. Hierhin gehört auch die in vielen nach links tendierenden Medien übliche Vermischung der Begriffe rechts, rechtsradikal, rechtsextrem, rassistisch, nazistisch, die auf der linken Seite nicht üblich ist. Da ist die PDS schon von linksaußen nach innen gerückt, als Linksextremisten werden hin und wieder autonome Gewalttäter bezeichnet, aber bei weitem nicht immer.

Zwar hat sich gerade die Zahl der Mauertoten erhöht und erstmals wurde der Befehl belegt, daß DDR-Grenztruppen ohne Warnung auf jeden Flüchtling schießen sollten, auch auf Frauen und Kinder, aber das wird daran nichts ändern, daß Wowereit und Wolff sich in den Armen halten und auch in anderen Bundesländern die Ehe von SPD und Nachfolge-SED vollzogen wird.

Daß unter diesen Umständen ein linker Laden bleibt, ein anderer, der nicht genehme Kleidung verkauft, verschwinden muß, ist heutiger Alltag, der es hoffentlich aber nicht bleiben wird.

Bernd Bielitzer, Berlin

 

 

Kein Vertrauen
Betr.: „Heizer Schell spielt mit dem Feuer“ (Nr. 32)

So egoistisch wie es vielleicht auf den ersten Blick scheinen mag ist der Streik der Lokführer gar nicht. Um Gewerkschaften, Personalräte und Arbeitnehmerrechte ist es in diesem Land nicht gut bestellt. Gelegentlich werden Arbeitnehmerinteressenvertreter sogar geschmiert. Peter Hartz ist der erste, der nach Paragraph 119 Betriebsverfassungsgesetz zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Auch bei der Telekom haben die Gewerkschaftsvertreter letztlich klein beigegeben. Wenn die großen Gewerkschaften nicht willens oder in der Lage sind, die Interessen ihrer Mitglieder durchzusetzen, müssen die Interessen auf anderen Wegen erreicht werden. Jahrelang haben die Lokomotivführer Nullrunden und Minianpassungen ihrer Bezüge „mitgetragen“. Wer will es ihnen verdenken, daß sie nun das Versäumte nachholen wollen.

Klaus Gröbig, Berlin

 

 

Unsere Selbst-Kasteiung kommt Polen entgegen
Betr.: „Neuwahlen mit Begleitmusik“ (Nr. 28)

Polen wird von seiner nationalistischen gegen unser Land gerichteten Politik nicht lassen, bevor nicht endgültig reiner Tisch gemacht ist, der beinhaltet, daß Polens Bürger und Politiker verkraften und akzeptieren, daß auch ihr Land Schuld auf sich geladen hat, sowohl auf dem Weg in den Zweiten Weltkrieg, wie bei den Vertreibungen. Polen war nicht nur Opfer, sondern auch Täter.

Leider müssen wir feststellen, daß deutsche Politiker und große Medien sich lieber von polnischen Politikern prügeln lassen, bevor sie davon ablassen, auch Schuld auf sich zu nehmen, die andere wie der polnische Staat begangen haben.

Sie können von der Selbst-Kasteiung nicht lassen.

Rüdiger Elsigan, Fulda

 

 

Dank an Stoiber und Gott mit Beckstein
Betr.: „Obhutspflicht gewissenhaft wahrgenommen“ (Nr. 29)

Wie sich Stoiber um Bayern verdient gemacht hat, hat er es auch für die Vertriebenen getan, für sie immer ein offenes Ohr gehabt und im Rahmen des Möglichen ihre Interessen wahrgenommen. Ihm gebührt Dank.

Beckstein wird beweisen müssen, ob er Stoiber angemessen ersetzen kann. Bayern ist es zu wünschen. Er will sich auch besonders um die von der CDU weitgehend ausgegrenzten Konservativen sorgen, die er mit der CSU aber nur im ganzen Deutschland zurückgewinnen kann. Die Belange der deutschen Vertriebenen wären eine der vornehmsten Aufgaben der Bundesregierung. Aber wer ist da schon vornehm. So wird Beckstein auch hier sein Bestes geben müssen. Gott mit ihm!

Rudi Knafel, Iserlohn


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