01.12.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
08.12.07 / Der Griff in die Taschen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-07 vom 08. Dezember 2007

Der Griff in die Taschen

Was Deutschlands Autofahrer von hohen Spritpreisen hätte entlasten können, wird nun zur Kostenfalle. Bis 2009 müssen die Mineralölkonzerne mindestens 5,7 Prozent Biokraftstoff auf den Markt bringen  – als Zwangsbeimischung oder als reinen Biokraftstoff. Einst steuerbegünstigt gedacht, wird „Bio“ nun zur Einnahmequelle der Regierenden.

In diesem Jahr wurde Biodiesel mit neun Cent pro Liter besteuert, von 2008 bis 2011 sollen jedes Jahr weitere sechs Cent draufgeschlagen werden. Wer 1998 noch an Wahnphantasien der Grünen glaubte, als diese sich für einen Benzinpreis von fünf D-Mark aussprachen, wird nun von der Wirklichkeit eingeholt. Doch es kommt noch schlimmer. Die neuesten Pläne der Bundesregierung sehen auch beim Ottokraftstoff (Benzin) eine Zwangsbeimischung von bis zu zehn Prozent vor.

Nach Ansicht des ADAC vertragen viele Motoren diesen Kraftstoff nicht. Grundsätzlich befürworte man die Beimischung unter Umweltgesichtspunkten, jedoch dürfe sich dies nicht auf den ohnehin schon hohen Preis auswirken.

Schon jetzt liegen die Preise für Normalbenzin und Biogemisch gleich, mit dem geplanten Wegfall des Normalbenzins müßten Autofahrer auf das teurere Super Plus Benzin umsteigen, andernfalls könnte der Motor Schaden nehmen.

Die Alternative wäre eine Neuanschaffung. ADAC-Präsident Peter Meyer: „Bei diesem Thema haben Politik, Landwirtschaft, Hersteller und Mineralölwirtschaft Hand in Hand gearbeitet und der Autofahrer muß die Zeche bezahlen, das ist unerträglich.“

Der ADAC fordert die Autoindustrie auf, bis Ende 2008 klare Aussagen über die Biospritverträglichkeit zu machen. Doch bis dahin stehen sicherlich neue, teurere Modelle bereit. So kann die Mineralölindustrie ihr Benzin verkaufen, die Regierung verdient an Bio- und herkömmlichem Kraftstoff, und die grüne Agrarlobby verdient an Sprit statt an Getreide für Nahrungszwecke.

Der Griff in die Taschen funktioniert so perfekt wie ein gut geschmierter Motor.           M. A.


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren