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08.12.07 / Für starke Nerven / Blutiger Hamburg-Krimi

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-07 vom 08. Dezember 2007

Für starke Nerven
Blutiger Hamburg-Krimi

Wer sich als Leser an Marina Heibs Kriminalroman „Eisblut“ heranwagt, sollte sich schon selbst zu den „Hartgesotteneren“ zählen. Kaum ein Detail verschweigt die Autorin, wenn es um die Beschreibung der verstümmelten Leichen einer mysteriösen Mordserie geht, in der die Psychologin Anna und ihr Freund Christian ermitteln.

Als erst der aufs grausamste mißhandelte tote Körper der Studentin Uta Berger und kurz darauf der eines Obdachlosen in Müllsäcken aufgefunden werden, ist das Team der Hamburger Sonderermittler um Christian Beyer in heller Aufregung. Schon bald steht fest, daß die Opfer vor ihrem Tod von ihrem Peiniger professionell gefoltert wurden. „Unzufrieden sitzt der Mann in seinem Sessel und schaut sich den Film noch einmal an, bei dem er Regie geführt hat. Die Inszenierung hat nicht soviel Vergnügen bereitet wie die vor ein paar Tagen, das war eine junge hübsche Frau gewesen, mit der konnte er noch andere Spiele treiben. Wenn so ein Frauenkörper zur Verfügung steht, dann weiß er ihn auch zu nutzen. Aber darum geht es nicht. Nicht um Sex, der ist das Abfallprodukt. Frauen kann er genug haben, die stehen Schlange bei ihm.“

Voller Spannung verfolgt der Leser jede Spur mit, welche Anna und Christian näher an den Mörder heranbringt. So auch der Hinweis, daß es sich bei den Foltermethoden eindeutig um jene nach iranischer Manier handeln könnte. Alles deutet daraufhin, daß die Fäden am Hamburger Institut für Orientalistik zusammenlaufen. Für Anna und Christian beginnt ein gefährliches Katz- und Mausspiel auf der Suche nach dem geheimnisvollen Foltermörder.

Sehr realistisch und individuell beschreibt Marina Heib auch die anderen Figuren dieses Romans. So zum Beispiel den Hacker Daniel, der nur, weil er für die Soko tätig ist, nicht im Gefängnis gelandet ist, sowie den Bruder der ermordeten Uta Berger, Lars, der sich später dazu entschließt, die Suche nach dem perversen Mörder selbst in die Hand zu nehmen, oder auch der verwöhnte Kommilitone Utas, Martin Abendroth, der sich nachts in zwielichtigen S/M-Clubs seine Zeit vertreibt.

Marina Heibs Kriminalroman „Eisblut“ ist ohne Zweifel fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite, jedoch nichts für schwache Nerven.         A. Ney

Marina Heib: „Eisblut“, Piper Verlag, München 2007, broschiert, 301 Seiten, 10 Euro, Best.-Nr. 6474


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