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08.12.07 / Ungewollt / Flüchtlinge in Mecklenburg

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-07 vom 08. Dezember 2007

Ungewollt
Flüchtlinge in Mecklenburg

Willkommen in Rostock? Das Fragezeichen war berechtigt. Die Flüchtlinge und Vertriebenen wurden auch im dünnbesiedelten Mecklenburg nicht mit offenen Armen aufgenommen, auch in Rostock nicht. Der Schriftsteller Walter Kempowski bekannte kurz vor seinem Tod, wenn er sich wirklich für etwas schäme, dann für das: Daß niemand in Rostock die Tür aufgemacht und Menschen aus den langen Flüchtlingskolonnen hereingebeten habe, auf einen Teller Suppe oder so.

Wie es 1945 und später war, das zeichnet neben anderen Aufgaben das Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen, angesiedelt an der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock, nach. Erschienen ist der Band „Willkommen in Rostock?“ von Mirjam Seils in der Schriftenreihe „Diktaturen in Deutschland“ des Dokumentationszentrums, betreut von Dr. Fred Mrotzek. Das lesenswerte Buch berichtet mit wissenschaftlicher Präzision über die Aufnahme der Flüchtlinge, ihre Behandlung in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR. Zeitweise stellten die Flüchtlinge die Bevölkerungsmehrheit in Mecklenburg. Daran erinnert das Buch und auch daran, das sehr viele später in den Westen gingen. Eine faktenreiche Sammlung zur aktuellen Diskussion über Flüchtlingsschicksale. vs

Mirjam Seils: „Willkommen in Rostock“, KSZ Verlag, Rostock 2006, broschiert, 115 Seiten, 9,90 Euro, Best.-Nr. 6476


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