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15.12.07 / Er rettete George Washington / Das Leben des Generals Friedrich Wilhelm von Steuben

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 50-07 vom 15. Dezember 2007

Er rettete George Washington
Das Leben des Generals Friedrich Wilhelm von Steuben

Jedes Jahr am dritten Sonnabend im September zieht ein traditionsreicher Umzug durch die Fifth Avenue in New York. Die Steubenparade wird in den USA groß gefeiert und wird zu Ehren ihres aus Deutschland stammenden Freiheitshelden Friedrich Wilhelm Baron von Steuben ausgerichtet. Steuben, der Washington im US-amerikanischen Unabhängigkeitskampf gegen Großbritannien militärisch unterstützte, erlernte sein Handwerk in Preußen.

Holger Tümmler schildert in „Baron von Steuben – Soldat Friedrich des Großen und berühmter Freiheitsheld in Amerika“ die Karriere des Mannes der Tat, die keineswegs so schnurr gerade verlief, wie er es sich immer erhofft hatte. Doch bevor sich der Autor des Militär-Strategens selber annimmt, schildert er erst einmal das familiäre Umfeld, in das von Steuben hineingeboren wurde. So sei es ein offenes Geheimnis in der Familie gewesen, daß das „von“ im Namen dazugedichtet worden sei, um die Karrierechancen der Familie zu erhöhen. Damals, in Zeiten eines in zahlreiche Flickenteppiche aufgeteilten Deutschen Reiches seien derartige Fälschungen nicht ganz so leicht nachforschbar gewesen. Allerdings, so Holger Tümmler, sei die Großmutter aber aus adeligem Hause gewesen und hätte nur durch die Eheschließung ihr „von“ im Namen aufgeben müssen, das ihr Gatte sich dann durch Fälschung seines Stammbaumes zurückgeholt habe. „Die Stammbuchfälschung hatte den erhofften Erfolg … Dem ,von‘ war es zu verdanken, daß drei ihrer Söhne Offiziere in der preußischen Armee wurden und zwei Töchter sich mit Sprößlingen der Aristokratie vermählten.“

Und auch den Enkel Friedrich Wilhelm zog es zur preußischen Armee. „Steuben galt als ein guter Gesellschafter, als ein fröhlicher Kamerad und ein gern gesehener unverwüstlicher Zechgenosse … Schon in jungen Jahren machte sich sein gestörtes Verhältnis zum Geld bemerkbar und sollte ihn durch sein ganzes Leben begleiten.“

Im Siebenjährigen Krieg hatte der 1730 Geborene genügend Möglichkeiten, in der Armee Friedrich des Großen sein Können zu beweisen, doch kaum war der Krieg beendet, demobilisierte der Monarch, um Geld zu sparen, große Teile seiner Armee. Die Folge: Steuben wurde arbeitslos. Am Hofe des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen fand der Mittellose eine Anstellung als Hofmarschall. An diesem sich stets in Geldnöten befindlichen Herscherhof blieb der Militär einige Jahre, bis er von seinem Freund St. Germain in Paris einen Aufgabe vermittelt bekommt: Steuben soll im US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg an der Seite von George Washington kämpfen. Da von Steuben allerdings der nötige militärische Rang fehlt, entscheiden sich die in Frankreich um Unterstützung nachsuchenden Benjamin Franklin und Silas Deane hier den Titel des Generalleutnants einfach hinzuzudichten, damit von Steuben vor Ort genügend Respekt entgegengebracht wird. Nach seiner Ankunft in den aufständischen britischen Kolonien stellte von Steuben aber fest, daß die Kämpfenden keinerlei militärische Ordnung hielten, und so brachte er ihnen erst einmal das Exerzieren bei.

Nachvollziehbar schildert der Autor von Steubens militärische Einsatzbereiche im Unabhängigkeitskrieg. Und auch auf die Zeit danach, in der der Baron von den neugegründeten Vereinigten Staaten von Amerika mit einigen Ländereien für seine Leistungen belohnt wurde, geht Tümmler ein. Da der Baron gute Freunde gefunden hatte, sogar Familienanschluß erhielt, ließ sich der alternde Militär in den USA nieder, in denen er dann auch 1794 nach einigen Erlebnissen als Siedler in noch urbar zu machendem Land verstirbt.     Bel

Holger Tümmler: „Baron von Steuben – Soldat Friedrich des Großen und berühmter Freiheitsheld in Amerika“, Melchior Verlag, Wolfenbüttel 2007, geb., 164 Seiten, 19,95 Euro, Best.-Nr. 6486


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