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15.12.07 / Wohltätige Impulse in der besinnlichen Zeit / Mit Bedacht spenden oder sich ehrenamtlich engagieren

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 50-07 vom 15. Dezember 2007

Wohltätige Impulse in der besinnlichen Zeit
Mit Bedacht spenden oder sich ehrenamtlich engagieren
von Anja Schäfers

In der besinnlichen Zeit zu Weihnachten und zum Jahresende denken viele Menschen über ihr Leben nach. Häufig wird ihnen dabei bewußt, wie wichtig Familie, Freunde und die Gemeinschaft für sie sind. Öffentliche Wohltätigkeitsaktionen zeigen zudem, daß es vielen nicht so gut geht wie einem selbst. Mancher läßt sich davon zu Spenden oder ehrenamtlichem Engagement inspirieren. „Solche Entscheidungen sollte man nicht aus dem Bauch heraus fällen“, sagt Burkhard Wilke, Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Wilke warnt davor, sich von emotionalen Bittbriefen oder aggressiven Spendensammlern überrumpeln zu lassen. „Einige unseriöse Organisationen nutzen solche Situationen bewußt aus“, berichtet Wilke. Besser sei es, sich in Ruhe über die Gruppe oder den Verein zu informieren. Dies könne man zum Beispiel über das DZI oder die Verbraucherzentralen tun.

„Es gibt eine große Zahl von Organisationen, die Unterstützung verdienen“, sagt der Institutsleiter. Das DZI überprüft regelmäßig, wie soziale und karitative Organisationen in Deutschland Spendengelder einwerben und verwenden. Wer bestimmten Kriterien genügt, darf das DZI-Spendensiegel führen. Dies sind zurzeit etwa 230 Organisationen. „Auf direkte Nachfrage können wir Auskünfte über 750 weitere Organisationen geben“, sagt Wilke.

Beim Spenden sollte man sich möglichst nicht verzetteln. Es ist zum Beispiel nicht sinnvoll, wenn jemand aus 100 Euro zehn Einzelspenden machen würde. Dann müßte man zum einen zehn Organisationen prüfen. „Des Weiteren löst man zehnmal einen Verwaltungsakt aus und bekommt später zehnmal Folgewerbung“, berichtet der Experte. Seine finanziellen Zuwendungen sollte man eher auf eine bis maximal drei Organisationen beschränken.

„Die Spende zur Weihnachtszeit ist gut“, sagt Wilke, „man kann sich natürlich auch längerfristig engagieren.“ Dies ließe sich zum Beispiel durch eine monatliche Dauerspende ohne Zweckbindung bewerkstelligen oder durch die Patenschaft für einen Menschen. Bei so vielen unterschiedlichen seriösen Organisationen könne jeder die finden, deren Anliegen ihm am Herzen liege.

Gleiches gelte für ehrenamtliches Engagement. „Einige möchten das weitergeben, was sie durch ihre Lebenserfahrung oder ihren Beruf an Kenntnissen erworben haben“, sagt Kerstin Brandhorst von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa).

Dies könne etwa ein Webdesigner sein, der in seiner Freizeit den Internetauftritt für einen Verein gestaltet. Andere suchen sich Tätigkeiten in Lebensbereichen, mit denen sie bisher wenig zu tun hatten.

Als nächstes sollte man sich überlegen, wieviel Zeit man investieren wolle oder könne. „Viele Ehrenamtliche sind berufstätig“, berichtet Brandhorst. Leute mit knappem Zeitbudget sollten darauf achten, daß die Fahrtwege nicht zu lang werden. Möglich wäre dann zum Beispiel, sich zwei bis drei Stunden wöchentlich in der Nachbarschaft zu engagieren.

„Viele Menschen suchen heute nach zeitlich befristeten und überschaubaren Projekten“, sagt die Geschäftsführerin der bagfa. Immer weniger käme es vor, daß jemand ein Leben lang für einen bestimmten Verein tätig werden könne. Sinnvoll mitarbeiten lasse sich trotzdem. Etwa indem man eine bestimmte Veranstaltung organisieren hilft oder bei der Renovierung des Vereinsbüros mitmacht.

Bei der Suche nach einer Tätigkeit, die einem Freude bereiten würde, könne man sich beispielsweise in seiner näheren Umgebung umhören oder von Medienberichten inspirieren lassen. „In vielen Städten gibt es auch Freiwilligenagenturen“, berichtet Brandhorst.

Diese beraten und stellen den Kontakt zu verschiedenen Institutionen, Vereinen oder Projekten her. Deren Bandbreite ist groß: Hier ließen sich etwa Jobpatenschaften für benachteiligte Jugendliche nennen, Vorlesestunden für Kinder oder die Unterstützung von pflegenden Angehörigen.

„Man sollte darauf achten, daß man als Freiwilliger einen Ansprechpartner innerhalb der Organisation hat, bei der man sich engagieren will“, sagt Brandhorst. Den könne man zum Beispiel vorab fragen, ob man während seines Ehrenamtes versichert sei, einem möglicherweise Fahrtkosten erstattet werden oder welche Gestaltungsmöglichkeiten man habe. Etliche Tätigkeiten, sei es als Trainer in einem Sportverein oder als Berater bei der Telefonseelsorge, erfordern eine spezielle Ausbildung.


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