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22.12.07 / Zwei masurische Eichen / Mit der Pflanzaktion viel der Startschuß für den »Heimatwald der Landsmannschaften«

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 51-07 vom 22. Dezember 2007

Zwei masurische Eichen
Mit der Pflanzaktion viel der Startschuß für den »Heimatwald der Landsmannschaften«
von Wolfgang Reith

Geboren wurde die Idee bereits 2004 – der „Heimatwald der Landsmannschaften“ in Neuss. Das Projekt geht zurück auf den Vorsitzenden der Gruppe Neuss der Landsmannschaft Ostpreußen, Peter Pott, der auch der treibende Motor des Vorhabens war. Als er aus der Lokalpresse erfuhr, daß der Rhein-Kreis Neuss mit nur acht Prozent Waldfläche der waldärmste Kreis Deutschlands sei, da faßte er den Plan, dies mit der Aufforstung einer brachliegenden Fläche zu ändern. Zusammen mit den anderen Ortsgruppen der Vertriebenenorganisationen (Pommern, Schlesier und Sudetendeutsche) sollte so ein „Heimatwald der Landsmannschaften“ entstehen – als Geschenk und Dank der Ostdeutschen an die Stadt Neuss als ihrem jetzigen Wohnort seit 1945. Nachdem die Kommunalpolitik ihre Zustimmung erteilt hatte, stellte die Stadt Neuss am Himmelsberg an der Bonner Straße zwischen den Ortsteilen Grimlinghausen und Uedesheim ein 1,6 Hektar großes Grundstück zur Verfügung, das mit Eichen, Buchen und Kiefern bepflanzt werden soll. Die Kosten für die Umsetzung belaufen sich auf rund 15000 Euro, wovon bisher fast zwei Drittel durch Spenden aufgebracht wurden.

Für den offiziellen Start der Pflanzaktion am 29. November konnte Peter Pott die Bürgermeisterin seiner ostpreußischen Heimatstadt Lötzen, Jolanta Piotrowska, als Ehrengast gewinnen. Mit einer kleinen Delegation, der unter anderem der Vorsitzende des Stadtrates von Lötzen, Dr. Marian Lemecha, und der Direktor des städtischen Amtes für Marketing und Tourismus, Dr. Robert Kempa, der auch als Übersetzer fungierte, angehörten, reiste sie an. Im Gepäck zwei masurische Eichen, die sie zusammen mit der Ersten Stellvertretenden Bürgermeisterin von Neuss, Angelika Quiring-Perl, auf dem Gelände einpflanzte. In ihrer Ansprache äußerte Piotrowska die Hoffnung, daß die Eichen aus den „gesunden Wäldern Masurens“ ein wichtiges Symbol für die Neusser Bevölkerung werden mögen und zwar nicht nur für jene Einwohner mit familiären Wurzeln in Masuren, sondern auch im Sinne einer gegenseitigen Verständigung zwischen Polen und Deutschen im Rahmen der europäischen Familie. Ähnlich hatte es bereits Peter Pott in seinen einleitenden Worten zum Ausdruck gebracht, als er noch einmal den Grundgedanken des Objektes skizzierte: „So, wie wir uns in Neuss integriert, in unserer neuen Heimat Wurzeln geschlagen haben, so mögen diese Bäume wachsen – als Zeichen der Verbundenheit.“ Kreisdirektor Petrauschke erinnerte daran, daß die gesamte Aktion letztlich auch dem ökologischen Ausgleich diene, da andernorts Naturflächen dem Straßenbau oder Gewerbegebieten weichen. Neuss Kommunalpolitik wurde außer durch die Stellvertretende Bürgermeisterin auch durch die Zweite Stellvertretende Bürgermeisterin, H. Staps, sowie die Stadtverordnete Ursula v. Nollendorf repräsentiert. Vom städtischen Grünflächenamt waren dessen Leiter, Stefan Diener, und Herr Corres anwesend.

Auch die Gruppe Neuss der Landsmannschaft Schlesien nahm mit ihrem Vorsitzenden Theo Jantosch und einige Mitglieder an der Zeremonie teil, und spendete zwei kleine Eichen, eine aus dem Schloßpark von Lubowitz (Oberschlesien), dem Geburtsort des Dichters Joseph von Eichendorff, die andere aus dem Waldgebiet um das Kloster Leubus (Niederschlesien). Außerdem hatten sich die Schlesier vorher schon mit einem größeren finanziellen Beitrag an dem Projekt beteiligt.

Nach der Pflanzzeremonie waren die Teilnehmer zum gemütlichen Beisammensein eingeladen. Unter den Gästen befanden sich außer den bereits Genannten auch der Vorsitzende der Kreisgemeinschaft Rößel, Reinhard Plehn, die Vorsitzende der Kreisgruppe Kaarst-Büttgen des BdV, Regina Dudzik sowie der Vorsitzende des Kreistages der Kreisgemeinschaft Lötzen in der Landsmannschaft Ostpreußen, Lothar Rosumek. Letzterer überreichte für die Kreisgemeinschaft eine Spende in Höhe von 500 Euro. Überdies wurde bekannt, daß sogar die Vorsitzende des Deutschen Sozialkulturellen Vereins Lötzen, Auguste Nowicka, 20 Euro für das Objekt gespendet hatte, was Peter Pott, wie er sagte, enormen Respekt abgenötigt habe. Piotrowska lud schließlich die Versammelten herzlich ein, im März 2009 nach Lötzen zu kommen, wenn dort des 1000. Todestages des Heiligen Bruno von Querfurt gedacht werde.


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