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22.12.07 / Schlemmerreise durch die Geschichte / Ein Restaurantführer stellt historische Gasthöfe in Berlin und Brandenburg vor

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 51-07 vom 22. Dezember 2007

Schlemmerreise durch die Geschichte
Ein Restaurantführer stellt historische Gasthöfe in Berlin und Brandenburg vor
von Silke Osman

Die berühmteste Herberge im abendländischen Gedächtnis ist ganz ohne Zweifel der Stall zu Bethlehem, ein Ort der Zuflucht und der Geborgenheit. Schon Maria und Josef suchten in ihrer Not einen Raum, in dem sie sich sicher aufgehoben fühlen konnten. Einen Ort der Ruhe und Entspannung wollen auch in unserer meist hektischen Zeit viele Menschen für sich beanspruchen. Wellness, sprich Wohlfühlen, wird mehr denn je großgeschrieben, wenn es um die Auswahl eines richtigen Hotels geht. Auch das sogenannte Ambiente muß schließlich stimmen. Wenn ein Hotel oder Gasthof dann sogar eine Geschichte erzählen kann, wenn dort auch schon einmal berühmte Persönlichkeiten zu Gast gewesen sind und schließlich sogar die Speisekarte allerschönste Leckereien verspricht, was will das Herz dann mehr?

Das Wort „Hotel“ stammt übrigens aus dem Französischen und geht auf die Göttin Hestia zurück. In der Mitte ihres Hauses stand der Herd, zu dem man den Gast führte, als Zeichen, daß er willkommen war. Ursprünglich waren Hôtels palastartige Stadthäuser des Adels. Seit dem 18. Jahrhundert gebraucht man den Namen auch für Gasthäuser mit gehobenem Anspruch. Das erste Hotel der Welt wurde am 25. Januar 1774 im Londoner Covent Garden als „Grand Hotel“ von dem Friseur Low eröffnet. Bis dahin gab es nur möblierte Zimmer oder Gastwirtschaften mit einem Speiseangebot.

Restaurants kannte man schon im Römischen Reich. So wurden in Pompeji über 120 Kneipen und Restaurants gezählt. Die Restaurants hatten meist einen Tresen zur Straße, an dem Imbisse verkauft wurden, sowie ein oder mehrere Eßzimmer. In den einfacheren saßen die Gäste auf Stühlen, die größeren waren mit Liegen und Fresken ausgestattet, ähnlich wie private Speisezimmer. Restaurants im heutigen Sinn entstanden erst zur Zeit der französischen Revolution. Im Unterschied zu den Speisegaststätten, wo es nur ein Tagesmenü zum Festpreis gab, wurden die Gäste dort an Einzeltischen plaziert; es gab eine Speisekarte und meist auch rund um die Uhr eine warme Mahlzeit außer Haus.

Das richtige Gasthaus zu finden ist nicht immer leicht, vor allem bei der Vielzahl der verschiedenen Einrichtungen. Der Preis muß ebenso stimmen wie die Leistung. Und so greift man dann gern auf entsprechende Restaurantführer zurück, besonders wenn man sich in einer unbekannten Umgebung zurechtfinden will. Da kommt nicht nur dem Gourmet eine Reihe aus dem be.bra Verlag gelegen, die historische Gasthöfe in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Schleswig-Holstein vorstellt. In zweiter überarbeiteter Auflage ist jetzt der Band „Historische Gasthöfe in Berlin und Brandenburg“ (178 Seiten, 654 Abb., geb., 24,90 Euro) herausgekommen. Dieser Gastronomieführer der besonderen Art stellt über 70 Restaurants in der Hauptstadt und in Brandenburg in Wort und Bild vor und liest sich darüber hinaus wie ein Geschichtsbuch zur preußischen Historie. Vom Schloß bis zur ehemaligen Fabrik, gediegen oder elegant, haben Günter Köhler und Friedhold Birnstiel getestet und Wissenswertes über die Häuser und ihr Angebot festgehalten. Eine kulinarische Reise für Geschichtsfreunde.


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