© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-08 vom 16. Februar 2008

Getroffen
Stuttgarter Ausstellung zeigt Otto Dix
von Helga Steinberg

Der Mensch mit all seinen Facetten, das Gegenüber mit seinen unterschiedlichen Verhaltensweisen fasziniert nicht nur Normalsterbliche, auch  Maler und Bildhauer  fühlen sich seit Jahrhunderten zu diesem Thema immer wieder hingezogen und widmen sich der Porträtkunst.

Einer der ganz Großen seiner Zunft war der 1891 bei Gera geborene Otto Dix. Eine Ausstellung im Stuttgarter Kunstmuseum, das die weltweit bedeutendste Otto-Dix-Sammlung besitzt, handelt von diesem zentralen Thema. Die Schau mit dem Titel „Getroffen. Otto Dix und die Kunst des Porträts“ zeigt 65 Porträtgemälde des Meisters und führt diese mit Werken anderer Künstler von Lucas Cranach bis Andy Warhol zusammen. Ein besonderes „Schmankerl“ dürften zwei Zeichnungen Kaiser Wilhelms II. von seiner Frau Hermine sein. Zu sehen sind unter anderem Selbstporträts, Kinderbildnisse sowie Porträts von Honoratioren, Prominenten und Künstlern. Faszinierend noch heute das Porträt, das Dix 1932 von dem Schauspieler Heinrich George schuf. „In diesem Bildnis bezieht sich Dix mit der überaus feinen Maltechnik und der altmeisterlichen Inschrift auf die Alten Meister und macht doch die Gegenwart einer Person geradezu körperlich vor dem Bild spürbar: der eiskalt starrende Blick Heinrich Georges sieht uns jetzt“, erläutern die Ausstellungsmacher. Es gibt viel zu entdecken in dieser Ausstellung.

Kunstmuseum Stuttgart, Kleiner Schloßlatz 1, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags bis 21 Uhr. Eintritt 10 / 8 Euro, bis 6. April.

Foto: Otto Dix: Bildnis des Schauspielers Heinrich George (Öl und Tempera, 1932)


Artikel per E-Mail versenden
  Artikel ausdrucken Probeabo bestellen Registrieren